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Medienbildung

Von Vorpommern ins Handy — App soll Kinder und Eltern unterstützen

Greifswald / Lesedauer: 3 min

Das bundesweite Projekt des Medienzentrums der Greifswalder Universität namens „Medienplanet“ geht in die nächste Runde. Die App für Kinder bekommt neue Funktionen.
Veröffentlicht:27.02.2023, 14:09

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Halten Aliens jetzt Einzug in die deutschen Kinderzimmer? Mit einer interaktiven App für Smartphones und Tablets will das Greifswalder Medienzentrum Grundschullehrern und Eltern helfen, Dritt– und Viertklässler kindgerecht in die Welt der Medien einzuführen.

Krankenkasse finanziert App für Kinder

Das Programm, finanziell unterstützt von der Techniker Krankenkasse, hat in diesen Tagen ein großes Update bekommen. Das zehnköpfige Team unter Leitung der Greifswalder Juniorprofessorin Ines Sura will mit dem bundesweiten Projekt Errungenschaften der Medienpädagogik für die breite Bevölkerung nutzbar machen.

„Wir kennen die Befürchtungen, dass Kinder zu viel Zeit am PC oder mit Videospielen verbringen“, sagt Sura. Als die Techniker Krankenkasse vor knapp acht Jahren einen Partner für ein Medienpräventionsprojekt suchte, haben die Greifswalder Experten die Hand gehoben und letztlich den Zuschlag erhalten.

Zuerst begann es mit einem Ordner, in dem sie Grundschullehrern jede Menge Ideen für den Unterricht vorschlugen: Erklärungen und Anleitungen, Arbeitsblätter und Internettipps, um Kinder spielend in die digitale Welt zu führen.

Eltern sollten wissen, was Kinder im Netz treiben

„Statt in die uralte Schelte, alles Neue sei gefährlich, einzustimmen, ergibt es aus unserer Sicht mehr Sinn, sich für das zu interessieren, was Kinder mit ihren Geräten treiben. Dass Eltern oder Lehrer gemeinsam mit den Kindern sinnvolle Regeln für den Umgang aufstellen und einen Überblick über die Nutzung bekommen können“, erläutert die Greifswalderin. In diesem Sinne folgten vor knapp drei Jahren die ersten Gehversuche mit der App namens „Medienplanet“, die sie gemeinsam mit einer Erfurter Medienagentur entwickelten.

Ines Sura hat den Lehrstuhl für Medienpädagogik & Medienbildung in Greifswald inne.
Ines Sura hat den Lehrstuhl für Medienpädagogik & Medienbildung in Greifswald inne. (Foto: Patrick Geßner/ Uni HGW)

Das Handyprogramm zur Mediengesundheit verbindet dabei ein Medien– und ein Ernährungstagebuch mit einem Videoschnittprogramm — alles kinderleicht zu bedienen. Mit der jüngsten Aktualisierung ist ein Podcast–Studio hinzugekommen, mit dem man in wenigen Minuten eigene Podcasts erstellen kann.

Prominente Unterstützung und Außerirdische

Kinderkanal–Moderator André Gatzke, bekannt unter anderem aus der Sendung mit der Maus, führt die Nutzer der App in die verschiedenen Möglichkeiten ein. Die plüschig drolligen Außerirdischen, Dorkie (englisch dorky für bekloppt) genannt, unterstützen den menschlichen Moderator dabei und wollen alles von den kindlichen Nutzern wissen: Wann wird denn wie lange gezockt? Was essen sie eigentlich zum Frühstück? Und wissen sie eigentlich, wie viel Zeit sie am Handy verbringen?

Getestet hat das Medienzentrum die App an Schulen unter anderem im Leipziger Raum und in Vorpommern. „Die Lehrerinnen fühlten sich in digitalen Fragen unterstützt und wollen den Medienplanet regelmäßig einsetzen“, berichtet Ines Sura. Sie betont, dass keine, der dort eingegeben Daten, gesammelt werden. Die Schulversionen haben sogar noch stärkere Sicherheitsmechanismen eingebaut. „Wir wollen damit den Medienkonsum von Kindern nicht erforschen. Vielmehr sollen die Kinder frei und vorurteilsfrei ihren eigenen Umgang reflektieren“, erläutert die Medienexpertin die Intension des gemeinsamen Projektes.

Die App ist kostenlos. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite des Projekts unter medienplanet.de.