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Umfrage

Was bedeutet Heimat für Menschen aus MV?

Neubrandenburg / Lesedauer: 4 min

Heimat klingt für einige Menschen aus der Zeit gefallen, für andere sind mit dem Begriff viele Emotionen verbunden. Wir haben unsere Leser und Leserinnen gefragt, was für sie am ehesten Heimat bedeutet.
Veröffentlicht:11.01.2023, 16:17

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Das Thema Heimat eint die Menschen nicht gerade: Doch die meisten Erwachsenen in Deutschland verbinden mit diesem Begriff den Ort ihres Aufwachsens. Das ging aus einer kürzlich veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor. Auf die Frage „Welcher Aussage zum Thema Heimat würden Sie am stärksten zustimmen?”, wählten 32 Prozent die Option „Wo ich aufgewachsen bin” und 29 Prozent „Wo ich derzeit lebe”.

Interessante Ergebnisse für MV

Etwas weniger, nämlich 27 Prozent, entschieden sich für die Antwort „Wo für mich wichtige Menschen leben”. Der Rest fand keine der genannten Aussagen passend oder machte keine Angabe. Interessant dabei: Je älter die Befragten, desto mehr wird der Ort, an dem sie gerade leben, als Heimat bezeichnet. Jüngere Menschen tendieren hingegen überdurchschnittlich mehr zum Ort ihrer Kindheit und Jugend als „Heimat” – bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 35 Prozent.

(Foto: WARNING)

Soweit zu den Ergebnissen deutschlandweit. Und was bedeutet Heimat für Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern? Dazu hat der Nordkurier die Leser und Leserinnen auf Facebook, Instagram und über den Heimweh-Newsletter befragt. Die Ergebnisse sind zwar nicht repräsentativ, aber durchaus interessant. Allein schon die rege Beteiligung zeigt, wie sehr das Thema bewegt: Auf dem Nordkurier-Facebook-Kanal gab es 82 Kommentare zu der Frage „Was bedeutet Heimat für euch”? Auf Instagram beteiligten sich 526 User an der Umfrage und über den Heimweh-Newsletter machten sich zwölf Leser und Leserinnen die Mühe, uns eine Mail mit ihrer Meinung zu schicken. Vielen Dank dafür!

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Auffallend ist das Ergebnis auf Instagram, denn dort stimmte die absolute Mehrheit für die Antwort „Heimat ist, wo ich aufgewachsen bin” – nämlich 86 Prozent, also 359 Stimmen. Für nur sieben Prozent ist Heimat, dort „wo ich derzeit lebe” – mit 39 Stimmen. Immerhin entschieden sich 122 der Teilnehmer und Teilnehmerinnen für die Antwort „wo wichtige Menschen für mich sind” – also 23 Prozent. Für einen Prozent war keine der Optionen zutreffend. Sie schrieben uns ihre Meinung per Nachricht. So zum Beispiel Viviane: „Da wo ich mich wohl und geborgen fühle.” Oder Elke T., für die Heimat dort ist, „wo mein Herz ist.”

Tragen Deutsche keine Heimat im Herzen?

Viele Leser und Leserinnen des Heimweh-Newsletters sind Weggezogene, die den Newsletter abonnieren, weil sie noch an Mecklenburg-Vorpommern hängen und sich informieren wollen, was in ihrer alten Heimat passiert. Dementsprechend ist für viele von ihnen Heimat der Ort, an dem sie aufgewachsen sind: „Das Wort Heimat ist direkt an meine Kindheitserinnerungen gekoppelt und bringt immer ein warmes, wohliges Gefühl im Herzen. Meine, wenn man so will, „neue Heimat” ist Hamburg. Eine Stadt die ich auch sehr liebe, jedoch vom Begriff her in die Kategorie „Zuhause” stecke”, schreibt Karina per Mail.

Einen Unterschied zwischen Heimat und Zuhause sieht auch Marina Krautwedel, die mittlerweile in Nordrhein-Westfalen lebt: „Meine Heimat ist Vorpommern. Dort bin ich aufgewachsen in Ueckermünde am Stettiner Haff. Die Erinnerung an meine Kindheit, meine Schulfreunde, die Geburt meiner Zwillinge, der moorige Geruch der Ueckerwiesen, der frische und ständige Wind, der Strand, der Kiefernwald, all das ist für mich Heimat und wird es immer bleiben. Mein Zuhause dagegen ist der Ort, in dem ich seit vielen Jahren lebe.”

„Heimat ist, wo sich mein Telefon automatisch ins Wlan einloggt”

Ähnlich emotional fielen auch einige Antworten auf Facebook aus. „Heimat ist die Natur, die Landschaft, die wir nicht aufgeben wollen. Es ist der Ort, an dem wir alt werden möchten, weil er uns vertraut ist. Heimat ist mehr als ein Gefühl, es ist die Grundlage unseres Lebens. Ohne Heimat, sind wir nur Individuen”, schrieb uns Daniel Funke. Das sieht auch Bea Trice ähnlich: „Heimat ist da, wo ich mich wohl fühle und lebe.”

Lediglich für eine Person ist der Begriff völlig überholt. „Dieses Wort wird bald abgeschafft. Deutsche tragen es nicht mehr im Herzen. Also kanns auch weg”, meint Michael Weitzel. Und natürlich wurde die Frage auch von einigen mit Ironie beantwortet: „Heimat ist meine Muddastadt, ganz einfach”, schreibt uns Ute Blechinger. Und Kobrad Hoff meint: „Da, wo sich mein Telefon automatisch ins W-Lan einloggt.”

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