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Insolvenz

Wird ein Finanzinvestor Lila Bäcker übernehmen?

Neubrandenburg/Pasewalk / Lesedauer: 2 min

Das Unternehmen Lila Bäcker berichtet nach der Insolvenz in Eigenregie von positiven Gesprächen mit Übernahmekandidaten. Das Insolvenzverfahren wird wohl zum Jahreswechsel eröffnet. 
Veröffentlicht:05.12.2023, 12:38

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Für die insolvente Bäckerkette Lila Bäcker gibt es offenbar mehrere Interessenten. "Mehrere verschiedene Interessenten möchten die Filialbäckerei übernehmen, darunter auch Finanzinvestoren“, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Seit 23. Oktober werde die Filialbäckerei in dem gerichtlich überwachten Verfahren saniert und mit allen 1.600 Mitarbeitern "ungestört fortgeführt“, heißt es.

Mögliche Investoren an Lieferbeziehungen zu Großkunden interessiert

In den 232 Filialen werde weiterhin das vollständige Sortiment an frischen Broten, Brötchen und Backwaren angeboten. Aktuell liefen "vielversprechende Gespräche" mit verschiedenen Interessenten, die sich vor Ort über den Betrieb informieren.

„Wir sprechen mit ernsthaften Interessenten und sind zuversichtlich, den Lila Bäcker nachhaltig zu sanieren und fortzuführen“, sagte Viola Kaluza, Geschäftsführerin der Unser Heimatbäcker Holding GmbH. In der Eigenverwaltung führt sie laut Pressemitteilung die Geschäfte des Lila Bäcker mit den anderen Mitgliedern der Geschäftsführung und ist erste Ansprechpartnerin.

Unterstützt wird sie von Rechtsanwalt Andreas Ziegenhagen und seinem Team von Restrukturierungsexperten der Sozietät Dentons. Investoren interessierten sich insbesondere für die 232 Filialen von Berlin bis zur Ostsee und für die Lieferbeziehungen zu Großkunden, fügte Andreas Ziegenhagen hinzu.

Insolvenzplan zu Ende des 1. Quartals 2024

Erst nach Abschluss der Gespräche und des Investorenprozesses können laut Lila Bäcker die weiteren Schritte geplant werden. Das Insolvenzverfahren könne voraussichtlich zum Jahreswechsel eröffnet und zum Ende des 1. Quartals 2024 ein Insolvenzplan vorgelegt werden. Die Unser Heimatbäcker Holding, die als Lila Bäcker firmiert, hat Filialen in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Schleswig-Holstein. Produziert wird in Pasewalk und Neubrandenburg, Logistikzentren gibt es zusätzlich in Gägelow bei Wismar und Großbeeren bei Berlin.

Lila Bäcker hatte Anfang 2019 mit damals rund 2500 Mitarbeitern und 400 Läden Insolvenz angemeldet, aber weiterproduziert. Die Firma war dank Landesbürgschaft aus Schwerin im September 2019 mit 270 Filialen und 2100 Mitarbeitern neu gestartet.