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Abschied vom Bischof Theissing Haus – So endet eine Ära

Teterow / Lesedauer: 3 min

Katholische Jugendarbeit auf dem Teterower Koppelberg wird es in Zukunft nicht mehr geben. Ende des Jahres endet die Ära des Bischof Theissing Hauses. 
Veröffentlicht:17.10.2023, 12:37

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In zweieinhalb Monaten geht auf dem Teterower Koppelberg eine Ära zu Ende. Ab dem 31. Dezember 2023 wird es das Bischof Theissing Haus (BTH) in der bekannten Form nicht mehr geben. Kurz vor dem 30-jährigen Bestehen stellt das Erzbistum Hamburg die Jugendarbeit in der Bergringstadt ein, fünf Mitarbeiter verlieren ihren Job. Die Entscheidung sei aus finanziellen Erwägungen gefallen, heißt es aus der Hansestadt.

Aufgegeben wird die Einrichtung nicht. Seit Monaten schon sind in dem Haus Flüchtlinge untergebracht. Das soll auch vorerst so bleiben.

Treffen von Traurigkeit geprägt

Um sich von ihrem BTH würdig zu verabschieden, hatten sich hier jetzt noch einmal Mitarbeiter und etwa 150 Gäste aus nah und fern versammelt. Unter den Gästen waren vor allem Erwachsene und Jugendliche, die mit dem Theissing viele Erinnerungen verbinden. „Es ist ein schöner Moment gewesen, so viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Aber trotzdem war das Treffen auch von einer großen Traurigkeit über die Schließung des Hauses geprägt“, erzählt Isabell Fedtke.

Die 21-Jährige stammt aus Zurow in der Nähe von Wismar. Zum BTH hat sie eine ganz besondere Verbindung. Schon im Alter von acht Jahren besuchte sie hier ihren ersten Singekurs. Für sie war das Haus immer ein Ort der Freude und Inspiration, in dem man neue Ideen mit nach Haus nimmt, interessante Menschen kennen lernt, Freundschaften schließt. Über Jahre hinweg sei sie hier fast jedes Wochenende gewesen. Es sei so etwas wie ihr zweites Zuhause geworden, erzählt Isabell Fedtke.

Wie gelähmt sei sie gewesen, als vor einigen Monaten die Schließungspläne bekannt wurden. „Das Bischof Theissing Haus war ein Ort, an dem der katholische Glaube auf coole Art und Weise an junge Menschen vermittelt und immer ein christliches Gemeinschaftsgefühl erzeugt wurde. Dass es das jetzt nicht mehr geben wird, ist schwer zu verstehen“, erzählt sie. Isabell ist selbst in der katholischen Jugend Mecklenburg aktiv, arbeitet als Erzieherin. Den Beruf habe sie nicht zuletzt wegen ihrer vielen schönen Erlebnisse im Teterower BTH ergriffen.

Entscheidung einfach hingenommen

Enttäuscht sei sie, dass die Entscheidung des Erzbistums von vielen Seiten einfach so hingenommen wurde. Sie hätte sich gewünscht, dass sich die Teterower Kirchgemeinde, aber auch die Stadt Teterow lautstärker zu Wort melden, um sich für den Erhalt des Hauses als Jugendeinrichtung einzusetzen.

Nach wie vor hält sie die Schließung für eine Fehlentscheidung. Gemeinsam mit ihren Freunden und langjährigen Mitstreitern ließ sie beim Abschiedstreffen in Teterow Ballons aufsteigen. Darin verstaut waren kleine Zettelchen mit Wünschen für die Zukunft. Eine friedliche Welt ‐ das stand auf vielen der Zettel geschrieben.

„Ein großer Wunsch ist für uns alle aber leider nicht in Erfüllung gegangen. Dass das BTH in Teterow eine Zukunft hat“, war Isabell Fedtke traurig, als sie ihren Ballon in den Himmel aufstiegen ließ.