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Luftdruckwaffe

Schüsse in Gnoien - auch auf Mehrfamilienhaus wurde gefeuert

Gnoien / Lesedauer: 3 min

Nach den Schüssen auf ein Gnoiener Restaurant liegen weitere Erkenntnisse vor. Dabei nimmt die Polizei auch ältere Vorfälle ins Visier. Zudem zeichnet sich ein Motiv ab.
Veröffentlicht:13.07.2023, 14:23

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Bei den Ermittlungen zu den Schüssen auf das Restaurant „Nudeloper“ in der Gnoiener Friedensstraße ist nun ein weiterer Vorfall hinzugekommen. Wie Polizeisprecher Florian Müller erklärte, sei in dem selben Zeitraum, in dem auf die „Nudeloper“ geschossen wurde, auch auf ein Fenster eines Mehrfamilienhauses in der Friedensstraße gefeuert worden. 

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Zum Hintergrund: Unbekannte hatten in der Nacht zu Mittwoch 31 Mal auf die „Nudeloper“, die dahinterliegende alte Gaststätte sowie den ehemaligen Getränkemarkt gezielt. Das Restaurant gehört Bürgermeister Lars Schwarz, der auch Präsident des Hotel– und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Mecklenburg–Vorpommern ist. 

Wie der Polizeisprecher weiter erklärte, gestalten sich die Ermittlungen als sehr umfangreich. Denn in die polizeilichen Untersuchungen werden Gewaltaktionen aus den vergangenen vier Wochen miteinbezogen.

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Dazu zählen auch die Anschläge auf die Turnhalle und die Warbelschule Anfang Juli. Unbekannte hatten Scheiben der Eingangstür der Turnhalle sowie des Fitnesstudios zerstört. Auch eine Scheibe der Warbeschule war zuvor zu Bruch gegangen. Bei allen vier Vorfällen seien 17 Scheiben zerstört worden.

„Die Ermittlungen lassen den Rückschluss zu, dass es eine Verbindung zwischen den vier Vorfällen gibt“, erklärt der Polizeisprecher. So gehen die Beamten derzeit von wahllosem Zerstörungswillen als Tatmotiv aus. Die Betreiber der betroffenen Einrichtungen sowie auch die Bewohner des Mehrfamilienhauses seien jedoch nicht als Adressaten der Taten zu verstehen, ergänzt der Polizeisprecher.

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Fest steht mittlerweile auch, dass bei allen Taten eine Luftdruckwaffe verwendet wurde. Sie dürfe in der Öffentlichkeit nicht geführt, also nicht verwendet werden. Das sei ein Verstoß gegen das Waffengesetz, so Florian Müller. Das Strafmaß liegt hier zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. 

Der bislang entstandene Gesamtschaden beläuft sich auf 5400 Euro. Durch die Schüsse auf die verschiedenen Gebäude ist zudem das Sicherheitsgefühl vieler Gnoiener erheblich erschüttert. Einige hätten große Bedenken vor die Haustür zu gehen, wenn hier bewaffnete Leute ihr Unwesen treiben.

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Um das Sicherheitsgefühl der Bürger wieder herzustellen, habe es erste Priorität den oder die Täter zu finden, erklärt Polizeisprecher Florian Müller. Zudem werde die Polizeipräsenz im Stadtbild — im Rahmen ihrer Möglichkeiten — erhöht, ergänzte der Sprecher. 

Die Polizei bittet die Bevölkerung nun um Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen könnten. Sachdienliche Hinweise zu allen Sachverhalten nimmt das Polizeirevier in Teterow unter 03996 1560, jede andere Polizeidienststelle oder die Internetwache unter www.polizei.mvnet.de entgegen.