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Sanierung

Auf Gnoiens heiligem Rasen rollt wieder der Ball

Gnoien / Lesedauer: 3 min

13 lange Jahre hat die Sanierung des Stadions an der Windmühle die Stadtpolitik beschäftigt. Nun dürfen die Fußballer schneller als erwartet zurück auf das frische Grün.
Veröffentlicht:02.06.2023, 05:35

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An einigen Stellen muss noch etwas nachgesät werden. Aber das sind wohl eher Kleinigkeiten. Der Gnoiener Rasen im Stadion an der Windmühle hat seinen Prüftest ohne größere Probleme überstanden. Bei der Bauabnahme am Mittwoch habe es keine nennenswerten Beanstandungen gegeben, berichtete Bürgermeister Lars Schwarz (CDU) am Donnerstag. Das neue Grün sei schön angewachsen, gut gedüngt und sehe auch gut aus.

„Wir standen jetzt vor der Frage, ob wir noch etwas abwarten oder vielleicht doch schon das erste Spiel rauflassen“, sagt der Bürgermeister. Und da es für die Fußballer des Gnoiener Sportvereins am Sonnabend, 3. Juni, um den Aufstieg in die Landesklasse geht, darf ausnahmsweise auch bereits gleich auf dem frischen Rasen gespielt werden. „Dieses Spiel ist doch etwas Besonderes. Da wollen wir als Stadt unseren Fußballern auch Rückhalt geben“, so der Bürgermeister. Damit steht fest: Im Gnoiener Stadion darf am Sonnabend erstmals nach einer gefühlten Ewigkeit offiziell wieder gekickt werden.

Für Relegationsspiele qualifiziert

Das ganze Stadion in den Farben blau und gelb — das ist es, was sich Michele Skoeries für den Sonnabend wünscht. Blau und gelb sind die Farben des Gnoiener SV, in dem Michele Skoeries für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. Als Gruppenerster in ihrer Kreisoberligastaffel haben sich die Männer der ersten Mannschaft für die Relegationsspiele qualifiziert. „Und Sonnabend geht es beim Spiel gegen die Schwaaner Eintracht ums Ganze“, freut sich Michele Skoeries. Anpfiff ist um 14 Uhr.  Eine halbe Stunde zuvor will Bürgermeister Schwarz den erneuerten Platz an die künftigen Nutzer — das sind neben dem Sportverein auch die beiden Schulen — ganz offiziell übergeben.

Michele Skoeries rechnet dann für das Spiel mit etwa 150 Zuschauern. Nach dem ersten Relegationsspiel gegen den FSV Nordost Rostock, das 1:1 ausging, wollen die Warbelstädter unbedingt einen Sieg einfahren und den Aufstieg perfekt machen. Groß ist die Vorfreude auch bei allen, die sich um das leibliche Wohl der Gäste kümmern. Die müssen ihre Versorgungsstände jetzt nicht mehr mit großem Aufwand am Sportplatz an der Rennbahn aufbauen, sondern können die vertraute Infrastruktur des Stadions nutzen.

Aufstiegsspiel erstmal nur eine Ausnahme

Doch das Spiel am Sonnabend ist erst einmal nur eine Ausnahme. Danach soll dem neuen Rasen noch einmal einige Wochen Ruhe gegönnt werden, damit die Grasnarbe so richtig stabil werden kann. Das sei mit dem Sportverein so abgesprochen, erklärt der Bürgermeister. „Ich hoffe, dass damit ein langes Kapitel erfolgreich abgeschlossen und die schwierige Zeit für unseren Sportverein vorbei ist“, so Schwarz.

Das Spiel um den Aufstieg mag die erste Bewährungsprobe für den frischen Rasen sein, doch was er und die verbesserte Drainage wirklich taugen, das wird sich wohl erst bei den nächsten größeren Regenfällen herausstellen. Die Sanierung des Platzes in den Jahren 2010/2011 war nämlich zunächst ein böses Foul. Das Regenwasser konnte nicht richtig von der Spielfläche abfließen. Es folgten jahrelange Streitereien, die die Lilie Tief– und Straßenbau GmbH schließlich mit dem Angebot beendete, den Rasen noch einmal auf eigene Rechnung durch einen neuen Grünplatz zu ersetzen. Das Kapitel Stadion–Sanierung hat Gnoien damit 13 Jahre lang beschäftigt.