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Sperrung

Baumwipfelpfad bei Ivenacker Eichen muss saniert werden

Ivenack / Lesedauer: 3 min

2017 war in Ivenack der Baumwipfelpfad eröffnet worden, jetzt ist er ein Sanierungsfall: Pilze haben die Laufbohlen befallen. Ab 9. Oktober bleibt der Pfad gesperrt.
Veröffentlicht:22.09.2023, 16:14

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Seit sechs Jahren ist der Baumkronenpfad in Ivenack ein Besuchermagnet. Jährlich kommen rund 100.000 Menschen in den Tiergarten, um auf Augenhöhe mit den Tausendjährigen Eichen zu sein. Wer aber in diesem Jahr noch bis zu 23 Meter über den Waldboden schlendern und die Aussicht vom 35 Meter hohen Turm genießen möchte, der muss sich beeilen. Denn ab 9. Oktober bleibt der Waldwipfelweg geschlossen, ausgerechnet zum Start der Herbstferien. Denn der Pfad muss umfangreich saniert werden.

Keine Touren während Sanierung

Um die Arbeiten über Winter erledigen zu können, müsse man jetzt damit anfangen, sonst werde es zu kalt und nass, erklärte auf Nordkurier-Nachfrage Helen Andrews, Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit im Forstamt Stavenhagen. Im Frühjahr 2024 soll der Baumpfad in neuem Glanz erstrahlen. „Wir sind froh, dass wir im September den Pfad noch offen haben“, sagte sie. Während der Sanierung sei eine Erkundungstour in den Baumwipfeln jedoch nicht mehr möglich. Auf dem rund 600 Meter langen Weg müssen die Holzplanken erneuert werden.

Wetterspuren sind vor allem an den Rändern sichtbar.
Wetterspuren sind vor allem an den Rändern sichtbar. (Foto: Kirsten Gehrke)

Deutlich ist auf den Latten zu sehen, welche Spuren das Wetter hinterlassen hat, vor allem an den Rändern. Dort verwittert das Holz, wächst teilweise sogar Moos. Einige Bretter weisen Risse auf. Auch die dunklen Stellen auf den Treppenstufen zum Aussichtsturm zeigen Anzeichen von Feuchtigkeit. Nur warum schon nach so kurzer Zeit?

Erst im August 2017 war der Baumkronenpfad eröffnet worden. Für den 1,60 Meter breiten Weg wurde die heimische Lärche verwendet. Eigentlich ist das Holz des Nadelbaumes wegen seines hohen Harzanteiles sehr witterungsbeständig und daher für den Außenbereich gut geeignet.

Routinemäßige Untersuchungen

Wie Josefin Blumki, Sprecherin der Landesforst in Malchin, erklärte, seien im Rahmen von routinemäßigen Untersuchungen vermehrt mechanische Beschädigungen an einzelnen Laufbohlen festgestellt worden. „Ein Holzsachverständiger hat die zwingend auszutauschenden Teile des Belages markiert und wir haben umgehend den dringenden Austausch vorgenommen.“

Zudem habe der Experte in Einzelfällen einen Befall von holzzerstörenden Pilzen festgestellt, die die Tragfähigkeit stark beeinflussen können. „Wieso es zu dem Pilzbefall kam, kann nur vermutet werden“, so Blumki. „Das verwendete Holz entsprach zur Einbauzeit allen gesetzlichen Anforderungen.“

Im Tiergarten Ivenack können Besucher auf Augenhöhe mit den Ivenacker Eichen gehen.
Im Tiergarten Ivenack können Besucher auf Augenhöhe mit den Ivenacker Eichen gehen. (Foto: Kirsten Gehrke)

Um das Risiko eines weiteren Fortschreitens des Pilzbefalls zu minimieren und die Sicherheit der Besucher weiter garantieren zu können, habe die Landesforst vorsorglich entschieden, einen vorzeitigen und vollständigen Austausch des Laufbelages und der Unterkonstruktion vorzunehmen. Dabei soll der Holzschutz der Anlage weiter verbessert werden.

„Dies bedeutet, dass die Holzbauteile so verbaut werden, dass Wasser entweder gänzlich von der Oberfläche ferngehalten oder noch schneller abgeleitet wird“, erklärte sie. Das erreiche man über den Abstand der Hölzer und die Ausformung der Tragkonstruktion.

Verwendet werden soll diesmal indes Douglasien-Holz, das der gleichen Gebrauchsklasse wie Lärche entspreche. Insgesamt werde die Sanierung circa 350.000 Euro kosten.