StartseiteRegionalMecklenburgische SchweizVernachlässigte Hunde aus Zucht beschlagnahmt – Vermittlung zieht sich

Schäferhunde

Vernachlässigte Hunde aus Zucht beschlagnahmt – Vermittlung zieht sich

Malchin / Lesedauer: 2 min

Aus ganz Deutschland haben sich Menschen gemeldet, die die vernachlässigten Hunde aufnehmen wollen. Doch der Züchter, dem sie weggenommen wurden, stellt sich quer.
Veröffentlicht:05.12.2023, 06:02

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Noch müssen die Tierschützer etwas warten, bis sie die 21 aufgenommenen Schäferhunde vermitteln dürfen, die vernachlässigt vor zwei Wochen aus einer Zucht in Malchin vom Veterinäramt beschlagnahmt worden waren. Wie Kerstin Lenz, Landesvorsitzende des Tierschutzbundes und Vorsitzende des Tierschutzvereins Demmin, am Montag sagte, sei zwar die Einspruchsfrist am 30. November abgelaufen und der Züchter habe keinen Widerspruch gegen die Wegnahme eingelegt, aber freigegeben zur „Adoption“ seien die Tiere noch nicht.

 Schäferhündin Zantja ist zwar ein bisschen aufgedreht, hat aber wieder Spaß am Leben, tollt im Schnee. Vorher kannte sie nur den Zwinger.
Schäferhündin Zantja ist zwar ein bisschen aufgedreht, hat aber wieder Spaß am Leben, tollt im Schnee. Vorher kannte sie nur den Zwinger. (Foto: Kerstin Lenz)

Ein entsprechendes Schreiben vom Veterinäramt des Seenplatte-Kreises fehlt noch. Erst wenn die Tierschützer etwas Schriftliches in der Hand haben, können die Hunde in ein neues Zuhause einziehen. Aber das werde noch dauern, so Lenz.

Interessenten kommen aus ganz Deutschland

Denn der Malchiner Züchter habe für die Hunde mit Stammbaum-Papieren keine Impfausweise herausgegeben. Das bedeutet, dass alle Tiere erst einmal geimpft werden müssen.

Auch werde sich genau angeschaut, wohin die Hunde kommen. Interessenten hätten sich aus ganz Deutschland gemeldet. Die Liste der Bewerber sei lang. Aber es müsse passen. „Sie dürfen in keinen Zwinger mehr“, stellte Lenz klar.

Es würden Vorkontrollen gemacht und Gespräche geführt. Inzwischen haben sich die Hunde gut erholt, sind gekämmt, gefüttert und gebadet. Sehen aus „wie aus dem Bilderbuch“.

„Es sind ausgesprochen nette und liebe Tiere“, sagte sie über die vier Hunde, die der Tierschutzverein Demmin in seinem Tierheim in Randow aufgenommen hat. „Sie würden gut in eine Familie passen.“ Sie seien liebebedürftig und würden gern kuscheln.

Während der dreijährige Rüde ruhig und gelassen sei, sei die zweijährige Hündin hyperaktiv und aufgedreht. Für sie könnte sie sich gut Fährtenarbeit vorstellen. Die Hündin brauche eine Aufgabe.

ZUm Besuch vom Weihnachtsmarkt mitgenommen

Die beiden Welpen indes seien auf Pflegestellen aufgeblüht und würden schon mit auf den Hundeplatz gehen. Auch zu einem Besuch auf den Weihnachtsmarkt habe man sie mitnehmen können. Sie entwickelten sich gut.

Wenn sich Kerstin Lenz vorstellt, wie die Tiere noch vor zwei Wochen ausgesehen haben, dann läuft es ihr immer noch kalt über den Rücken. Am 20. November waren die 21 reinrassigen Schäferhunde abgemagert, verfilzt und teils verhaltensgestört von Veterinäramt und Tierschützern gerettet worden. Die Tiere kannten nichts weiter als einen Zwinger.

Züchter offenbar überfordert

Offenbar war der schon etwas ältere Züchter mit der Situation überfordert, hatte sich nicht mehr ausreichend um die Tiere kümmern können. Seit zwei Jahren sollen die unhaltbaren Zustände bereits bekannt gewesen sein, doch erst jetzt waren sie beim Veterinäramt angezeigt worden.

Neben Demmin haben die Tierheime in Malchow (7), Neustrelitz (8) und Sadelkow (2) die vernachlässigten Hunde aufgenommen.