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Briggower hat noch kein Malchiner Bikertreffen verpasst

Malchin / Lesedauer: 4 min

Wenn jetzt das 30. Mecklenburger Bikertreffen in Malchin beginnt, dann ist auch Ronny Hawel aus Briggow zum 30. Mal mit dabei. Ein Treffen war für ihn das schönste.
Veröffentlicht:26.04.2023, 06:11

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Bei Ronny Hawel müsste eigentlich alles Routine sein. Der Briggower hat noch kein Bikertreffen in Malchin ausgelassen und wird auch beim 30. dabei sein. „Davon kommt man einfach nicht los“, sagt der 49–Jährige. Doch aufgeregt sei er noch immer, bevor es losgeht. Dieses Jahr verfällt er sogar ein bisschen in Panik. Er hat extra diese Woche Urlaub genommen, wollte die Maschinen sauber machen, die Helme putzen. Doch jetzt muss er schrauben, sein Quad und den Buggy seiner Frau unvorbereitet wieder zum Laufen bringen. Denn damit wollen sie die Ausfahrt der Biker am Sonnabend, 29. April,  wieder absichern und in geordnete Bahnen lenken. Auf dem letzten Ausflug am Sonntag sei ihm beim Buggy der Antriebsriemen weggeflogen, gerissen. Beim Quad muss er den Kupplungs–Bowdenzug wechseln.

Reparatur ist notwendig

Es wird eng. Am Mittwoch soll der neue Riemen geliefert werden. Ob noch ein Mechaniker von seiner Werkstatt in Waren Zeit hat zu helfen, weiß er nicht. Hawel will alles versuchen, mit Pfannkuchen „bestechen“, wenn es sein muss am Donnerstag mit Grill und Würstchen vorfahren. Zur Not müsse er selbst ran, sagt er, habe sich schon Videos auf Youtube angeschaut, wie man Riemen wechselt. Aufregende Momente gab es in jedem Jahr. Ronny Hawel hat alles übers Bikertreffen gesammelt — Zeitungsartikel, Fotos, Flyers, Videos.

Ronny Hawel hat alles vom Bikertreffen gesammelt und aufgehoben, auch Blätter-Ringe, die er und seine Frau bei ihrer Hochzeit 2006 an den Quads angebracht hatten.
Ronny Hawel hat alles vom Bikertreffen gesammelt und aufgehoben, auch Blätter-Ringe, die er und seine Frau bei ihrer Hochzeit 2006 an den Quads angebracht hatten. (Foto: Kirsten Gehrke)

Als er 16 war zur Wende, hat es mit seiner Leidenschaft angefangen. Wegen seiner Größe, er misst 2,06 Meter, setzte er sich statt auf eine kleine S 51 gleich aufs Motorrad, hatte sich eine MZ ETZ 150 für 3450 Ostmark gekauft, sparte später lange für die erste Yamaha. Für die ersten Veranstaltungen hat er sich Motorräder noch ausgeliehen. „Das erste Treffen war noch ganz klein vor dem Laden bei Hassi“, erinnert er sich. „Die Ausfahrt war wie eine private Ausfahrt.“ Dass es mal so ein Ausmaß annehmen würde, habe man gar nicht gedacht. Von Jahr zu Jahr sei das Treffen größer geworden, das Reinhard Hassemer organisierte.

Touren durch ganz Deutschland gemacht

Neugierig hat Hawel so einige Treffen besucht, Touren durch ganz Deutschland gemacht. „Aber bei Malchin bin ich geblieben“, sagt der gelernte Maler. Richtig groß seien die Treffen gewesen, als es noch im Industriegebiet „Mühlenfeld“ war, über 12 000 Biker kamen. Bis zu einer Stunde habe es gedauert, bis sich alle für die Ausfahrt einreihen konnten. Mittendrin in der Masse zu sein, wenn die Leute an den Straßenrändern stehen und winken, wenn man die lange Reihe hinter sich sieht, das sei ein erhebendes Gefühl. Ronny Hawel genießt das, wie das ganze Treffen auch auf dem Platz. Seine Frau Janin hat dann auch die Idee gehabt, auf dem Bikertreffen zu heiraten. 2006 gaben sie sich das Jawort, mit Brautstrauß in Yamaha–Blau mit blauen Rosen. Sohn Tom hat damals auf dem Laufrad eine kleine Show abgeliefert, Burnouts gezogen, Hochstarts und Stoppies vorgeführt. In diesem Jahr fährt er mit 21 zum ersten Mal allein auf dem Motorrad mit, war schon immer mit der Familie mittendrin.

An einem Sonntag geheiratet

Sie waren das Paar, dass als einziges an einem Sonntag geheiratet hat, an einem 30. April. Es war das 13.Treffen, sie waren das 14. Hochzeitspaar. Mit 6000 Hochzeitsgästen feierten sie. Auf dem Platz haben die „Feuerengel“ gespielt, eine Rammstein–Cover–Band, als wenn die Musik für sie bestellt war. „Das ist genau unsere Musik–Richtung“ sagt Hawel. Seitdem sie nach der Geburt der Kinder die Motorräder in die Ecke gestellt haben, fahren sie mit Quad und Buggy zu den Treffen und wurden gleich eingespannt, bei der Ausfahrt zu helfen. Auf diese freut sich der 49–Jährige auch dieses Jahr am meisten.

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