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Wohnmobil-Tourismus

Caravan-Netzwerk entdeckt die Mecklenburger Schweiz

Dargun / Lesedauer: 3 min

Darauf haben die Städte in der Region nur gewartet – dass ihnen ein Unternehmen beim Betreiben von Wohnmobil-Plätzen zur Seite steht und sie daran verdienen lässt.
Veröffentlicht:14.02.2023, 05:59

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Das Parkplatz-Schild am Darguner Waldeck macht es deutlich: Hier ganz in der Nähe des Strandbades am Klostersee möchte die Stadt die Caravan-Touristen hinlotsen. Viel mehr als das Schild, eine freie Fläche und ein Abfallbehälter zeichnet Darguns Caravan-Stellplatz derzeit noch nicht aus. Das soll sich aber bald ändern. Das Netzwerk „Camping-Car Park“, das aus Frankreich kommend auch immer stärker auf den deutschen Markt strebt, hat offenbar Mecklenburgs Schweiz entdeckt. Nach Kontakten mit Teterow und Malchin hat sich das Wohnmobil-Netzwerk jetzt auch in Dargun gemeldet. „Bei unserem Stellplatz am Waldeck ist das Unternehmen nicht abgeneigt“, sagt Darguns Bürgermeister Sirko Wellnitz. Die Nähe zum See und zum Strand, aber auch zu Versorgungseinrichtungen in der Stadt und die ruhige Lage würden für das Waldeck sprechen.

Werbung, Technik und Erfahrung

Und einige Städte in der Region scheinen nun auch ganz froh zu sein, dass ihnen jemand beim Betrieb der Wohnmobil-Plätze zur Seite stehen will. „Die machen Werbung für uns, haben Erfahrungen und bringen die Technik mit“, schätzt Darguns Bürgermeister ein. Allerdings müsse an den Stellplätzen auch noch eine Menge gemacht werden: Hecken pflanzen, Wasser- und Abwasserleitungen legen, Stromanschlüsse schaffen.

Auch in Malchin hatte sich der „Camping-Car Park“ schon umgeschaut. Die Stadt hatte hier dem Netzwerk drei mögliche Standorte für die Wohnmobile vorgeschlagen. Als Favorit gilt mittlerweile eine Grünfläche hinter dem Kreiskulturhaus, wie Bürgermeister Axel Müller (CDU) unlängst erläutert hatte. Als problematisch würde sich hier nur die Zufahrt gestalten, die extra angelegt werden müsste.

Die Stadt würde die Fläche zur Verfügung stellen und an den Betreiber verpachten und wäre dann an den Einnahmen beteiligt. „Wenn wir diesen Platz auch herrichten, bekommen wir zwei Drittel“, hatte Müller deutlich gemacht. Es müsse allerdings noch geklärt werden, wie viele Stellplätze hier möglich sind.

Ist der Bedarf überhaupt da?

Bereits im vergangenen Herbst hatte sich das Netzwerk in Teterow vorgestellt und sich hier für einen Standort am Grünen Weg gleich hinter dem Parkplatz interessiert. Hier liegen bereits Versorgungsleitungen, weshalb sich die Kosten zum Herrichten des Platzes auch in Grenzen halten würden. In Teterow wurden allerdings Bedenken laut, ob es denn überhaupt so viele Caravan-Touristen in die Bergringstadt zieht.

Am Grünen Weg rechnet „Camping-Car Park“ mit 20 Stellplätzen, die über das gesamte Jahr gerechnet zu 25 Prozent ausgelastet sein könnten. Über die Höhe der Stellplatzgebühren könnten die Städte selbst entscheiden, wobei es auch von dem Netzwerk heißt, dass zwei Drittel der Einnahmen bei den Kommunen bleiben würden.

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Das Netzwerk bietet nach eigenen Angaben einen jederzeit erreichbaren Kundenservice. Für die mit automatischen Schranken ausgerüsteten Caravan-Plätze werden Zugangskarten ausgestellt, auch ein Notfallsystem sei integriert. Zugleich wolle man für die jeweiligen Plätze, wenn sie denn erst fertig sind, ordentlich Werbung machen, damit möglichst viele Wohnmobilisten kommen.