StartseiteRegionalMecklenburgische SchweizDieser Feuerwehrmann fordert – ignorante Bauern sollen für Brände bezahlen

Leichtsinn

Dieser Feuerwehrmann fordert – ignorante Bauern sollen für Brände bezahlen

Gnoien / Lesedauer: 3 min

Zu DDR-Zeiten war es bei Erntearbeiten üblich, dass am Feldrand Grubber und Wasserwagen für den Notfall bereitstanden. Mittlerweile ist das einigen Bauern offenbar egal.
Veröffentlicht:08.09.2023, 05:30

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Irgendwann reicht es dann auch mal den erfahrensten Feuerwehrleuten. Gleich zweimal war im zu Ende gehenden Sommer bei Erntearbeiten in der Umgebung von Gnoien bei ein und demselben Landwirtschaftsbetrieb Feuer ausgebrochen.

Für die Einsatzkräfte bedeutet so ein Feldbrand immer eine hohe Alarmstufe. Bei Trockenheit, Hitze und dazu vielleicht noch einem anfachenden Wind können sich die Flammen oft in rasender Geschwindigkeit ausbreiten und dann Siedlungen oder Wäldern gefährlich nah kommen.

Notfalls den Brandherd schnell einkreisen

Deshalb mahnen die Brandschützer auch immer wieder, dass neben den Erntemaschinen auch ein Grubber oder ein Pflug mit auf den Acker gehört. „Mit diesen Bodenbearbeitungsgeräten kann der Brandherd schnell eingekreist werden, was ein Ausbreiten des Feuers zumindest erschwert“, sagt der Amtswehrführer im Amt Gnoien, Mathias Focke.

Zu DDR-Zeiten sei es sogar noch üblich gewesen, auch einen Wasserwagen am Feldrand zu platzieren, um im Notfall noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr einen ersten Löschangriff zu starten.

Bei dem Landwirt im Gnoiener Umland war nichts davon zu sehen, obwohl er doch nach dem ersten Feuer belehrt worden wäre, ein Gerät für eine Brandschneise bei der Ernte immer dabei zu haben. Dass solche Appelle einfach ignoriert werden, will sich der Amtswehrführer künftig nicht mehr gefallen lassen.

„Wir kommen da mit 50 Kameraden an und da steht dann nicht mal ein Grubber bereit, das geht einfach nicht“, sagt Mathias Focke. Bei Feuern, die sich durch solche Nachlässigkeiten ausbreiten, sieht er eine gewisse Vorsätzlichkeit. „Künftig werden solche Einsätze kostenpflichtig sein“, kündigte Focke am Mittwochabend im Gnoiener Amtsausschuss an.

Es könnten enorme Summe anfallen

Landwirte, denen der Brandschutz so ziemlich egal ist, müssen im Amt Gnoien also künftig damit rechnen, für die Löscharbeiten bei Feldbränden zur Kasse gebeten zu werden. Und das kann richtig teuer werden.

Bezahlt werden müsste dann der Einsatz der Feuerwehrleute und auch der Löschtechnik. Und da bei Bränden auf Ackerflächen gerade in der Nähe von Waldflächen oder Dörfern meistens gleich mehrere Feuerwehren alarmiert werden, würden gerade in solchen Fällen wohl enorme Summen anfallen.

Hoffnung auf „Lernfährigkeit“

Genaue Zahlen dazu konnte Focke noch nicht nennen, die würden natürlich auch von den Umständen jedes einzelnen Einsatzes abhängen. Seine Hoffnung sei ja auch, dass die Landwirte seine Ankündigung ernst nehmen und – wie der Wehrführer im Amtsausschuss formulierte – auch „lernfähig“ seien.

Für den Bauern, auf dessen Acker es in diesem Sommer zweimal gebrannt hatte, wird es wohl allerdings kein Pardon geben. Er wird wahrscheinlich der erste sein, der vom Amt Gnoien eine Feuerwehrrechnung bekommt. „Da würde ich das schon mal machen“, sagte Mathias Focke dem Nordkurier.