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Kommentar

Drohung mit Wasser-Sperre schießt weit übers Ziel hinaus

Neukalen / Lesedauer: 2 min

Dass Neukalenern wegen unbezahlter Rechnungen mit Wasserentzug gedroht wird, ist angesichts der aktuellen Sorgen um Gas- und Stromversorgung das Letzte, findet unser Kommentator.
Veröffentlicht:24.06.2022, 19:47

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Wenn die Vermieter-Gesellschaft am Montag tatsächlich das ausstehende Wassergeld bezahlt, dann hat das Vorgehen des Zweckverbandes ja tatsächlich Erfolg gehabt. Könnte man meinen. Doch ganz so ist es nicht. Der Schaden, den der Wasserversorger angerichtet hat, dürfte etwas nachhaltiger sein als eine beglichene Wasserrechnung.

Da zahlen Mieter Monat für Monat pünktlich ihre Nebenkosten und damit auch das Wassergeld voraus, nur ihr Vermieter überweist dieses Geld nicht weiter. Als Dank bekommen die Bewohner dann die Sperrandrohung, die sich dann auch noch eher als „Sperrankündigung“ liest: Ab 29.  Juni wird der Haupthahn zugedreht. Und wehe, da geht einer bei!

Ob man sich im schmucken – sicher auch mit Wassergebühren bezahlten – WZV-Verwaltungsbau in Stavenhagen auch nur im Ansatz mal Gedanken gemacht hat, was solche Schreiben anrichten können? Ist in der WZV-Zentrale vielleicht auch schon mal angekommen, dass sich die Menschen derzeit bisher nie gekannte Sorgen um die Gas- und Stromversorgung in ihren Wohnungen machen? Und dass es in dieser Zeit das Allerletzte ist, jetzt auch noch Ängste um die Wasserversorgung zu schüren?

Bei allem Verständnis dafür, dass der Wasserversorger natürlich auch bezahlt werden muss: Aber vielleicht sucht der Zweckverband das nächste Mal zuerst das Gespräch mit den betroffenen und in diesem Fall auch unschuldigen Mietern, bevor er mit Sperrandrohungen um sich wirft. So viel Rücksicht dürfte man von einem kommunal getragenen Versorgungsunternehmen eigentlich erwarten.