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Gnoiener bricht Südamerika-Radtour ab

Lima / Lesedauer: 3 min

Auch der dritte Versuch, Südamerika auf dem Rad zu durchqueren, ist für Thomas Schröder aus Gnoien gescheitert. Dabei waren die ersten 1000 Kilometer bereits geschafft.
Veröffentlicht:21.02.2022, 18:17

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Schluss, Aus, Ende. Gnoiens Fahrrad-Abenteurer Thomas Schröder hat die Nase gestrichen voll. Der junge Mann aus der Warbelstadt hat am Wochenende ganz kurzfristig beschlossen, seine Radtour über den amerikanischen Kontinent abzubrechen und zurück in die Heimat zu fliegen.

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Mittlerweile ist er wieder in Deutschland angekommen. Damit ist auch sein dritter Versuch gescheitert, die Länder Südamerikas auf zwei Rädern zu durchqueren und sein großes Ziel Rio de Janeiro zu erreichen.

Willkür peruanischer Behörden?

Sein Vorhaben kam zum Stillstand, weil Bolivien und Chile vor wenigen Tagen als Corona-Hochrisikogebiet eingestuft wurden. Genau diese Länder standen für Schröder als nächste in seiner Routenplanung. Mit dem Fahrrad durfte er hier aber auf absehbare Zeit nicht einreisen. Und darauf warten, dass sich die Lage wieder entspannt, wollte der Fahrrad-Abenteurer auch nicht.

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Am Wochenende machte Schröder auf dem Flughafen der peruanischen Hauptstadt Lima ein nervenaufreibendes Martyrium durch. Von dort aus wollte er nach Bolivien fliegen, denn das wäre laut der geltenden Corona-Regeln erlaubt. Daraus wurde aber nichts.

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Obwohl er alle erforderlichen Papiere wie Reiseziel, Hotel-Buchung, PCR-Test und Auslandskrankenversicherung vorlegen konnte, wurde ihm beim Einchecken der Zugang zum Flieger verweigert. Warum, das konnte sich Schröder nicht erklären, zumal andere Passagiere problemlos den Flug antreten konnten. Einen Kampf gegen die peruanischen Behörden, die seiner Ansicht nach sehr willkürlich gehandelt hätten, wollte sich der 38-Jährige nicht antun und fasste kurzerhand den Entschluss, seine Reise an dieser Stelle abzubrechen und einen Flug in die Heimat zu buchen.

Vierter Versuch nicht ausgeschlossen

Aber auch dieser Plan verlief nicht ohne Probleme. Das Flughafenpersonal hatte nicht registriert, dass er den Flug nach Bolivien nicht angetreten hatte und damit de facto gar nicht mehr in Lima sein dürfte. „Dieses Missverständnis klärte sich aber Gott sei Dank ziemlich schnell auf, so dass meiner Reise zurück nach Deutschland nichts mehr im Wege stand“, erzählt er erleichtert.

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Nach einer Zwischenlandung in Paris ist Thomas Schröder am Sonntagabend in Deutschland gelandet. Sein Rad hat er nicht mitgebracht, das steht bei Freunden in Lima. Ob er sich noch einmal aufrafft, sein Abenteuer zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, darüber will der Gnoiener noch keine Prognosen abgeben.

Havarie und gesundheitliche Probleme

Die Reise stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Schon der erste Anlauf im Jahr 2018 begann mit der Havarie des Schiffes, das Schröder von Europa nach Kanada gebracht hatte. Wochen später musste er die Tour aus gesundheitlichen Gründen abbrechen.

Bei Versuch Nummer zwei machte ihm Corona einen Strich durch die Rechnung, Schröder musste über ein Notprogramm der Bundesregierung aus Südamerika ausgeflogen werden.

Mit viel Optimismus hatte er Mitte Januar seinen dritten Anlauf genommen und die ersten 1000 Kilometer in Peru absolviert. Doch nun war auch diesem Versuch kein Erfolg beschieden. Eigentlich wollte er die insgesamt rund 9000 Kilometer lange Strecke bis etwa Mai geschafft haben.

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