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Angel-Erfolg

Ist das Deutschlands größter Wels?

Teterow / Lesedauer: 3 min

Für ihn ist es der Fang seines Lebens: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat der Teterower Dan Rachow einen riesigen Wels auf sein Schlauchboot gehievt.
Veröffentlicht:07.07.2022, 13:00

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Wenn Dan Rachow seine Angelruten zusammenpackt, Köder, Hocker und mitunter auch das Schlauchboot im Auto verstaut, dann fährt er immer mit der Hoffnung ans Wasser, dass ihm der eine oder andere Fisch an den Haken geht. Wenn möglich, auch gerne etwas größer.

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Angeln als Form der Erholung

Sollte es nicht so sein, ist der Teterower aber auch nicht traurig. „Natürlich ist bei jedem Angler immer ein gewisser Ehrgeiz im Spiel. Aber Angeln ist neben dem Fangerlebnis vor allem das Genießen von Natur, Ruhe und Beschaulichkeit. Ein Stück Erholung“, wie er sagt.

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Dass die Erholung in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch etwas kürzer kam als vielleicht erwartet, das hat Dan Rachow gern in Kauf genommen. Gemeinsam mit einem Freund war er mit dem Schlauchboot zum Fischen aufs Wasser gefahren. Auf welchen See, das möchte der Teterower nicht verraten. So seien Angler einfach. Gute Reviere gebe man nicht preis, erklärt er. Nur soviel: Es war ein See in der Region.

Siebzig Minuten Kampf mit dem Fisch

Kaum hatten die beiden Petrijünger ihre Angeln startklar gemacht und ausgeworfen, verschwand die Pose auch schon von der Wasseroberfläche. „Uns war gleich klar, dass bei dem Anzug schon etwas Größeres am Haken hängen würde”, erzählt er. Was dann folgte, war ein Kampf, wie ihn Dan Rachow in seiner mehr als 40-jährigen Anglerlaufbahn nur selten erlebt hat. Es war der Kampf zwischen Tier und Mensch.

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Auf der einen Seite der Fisch, der sich mit Leibeskräften seinem Schicksal entgegenstemmt, auf der anderen Seite der Angler, der sich nichts mehr wünscht, als seinen Fang endlich über die Bootskante zu hieven. Sage und schreibe siebzig Minuten dauerte dieses ständige Wechselspiel zwischen Sehne geben und Sehne nehmen, unter Anglern viel besser als Drill bekannt. Bis der Fisch schließlich entkräftet aufgab.

Zum Glück ein Maßband dabei

Was sich dann vor den Augen der beiden Angler dann offenbarte, das hatten sie so auch noch nicht gesehen: ein kapitaler Wels, der schon dem ersten Anschein nach die Körpergröße der beiden Petrijünger deutlich überragte. Ein Maßband hatte Dan Rachow natürlich dabei und schon Minuten später stand fest, was für ein Prachtexemplar er da tatsächlich gefangen hatte. Der Wels brachte es auf eine Länge von 2,55 Meter.

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Weil der Teterower nicht nur gerne angelt, sondern regelmäßig auch die Fachlektüre zu seinem Hobby studiert, wusste er, dass sein Wels den offiziellen deutschen Rekordfang aus dem Jahr 2014 sogar noch um einen Zentimeter übertroffen hat. Ansprüche auf den Rekord will der 50-Jährige aber nicht anmelden. „So was ist mir nicht wichtig“, sagt er. Immerhin ist der Fisch aber genau so groß wie ein Fußballtor hoch ist.

Landesanglerverband kann zum Rekord nichts sagen

Fest steht aber: Sein Fang von Mittwochnacht war nicht nur der größte, sondern nach dem mehr als einstündigen Drill auch der aufregendste seines Lebens. Der Geschäftsführer des Landesanglerverbandes, Axel Pipping, bestätigte, dass ein Wels mit einer Größe von 2,55 Meter „ein sehr stattlicher und außergewöhnlicher Fang” sei. Ob es ein Rekordfisch ist, das vermochte er allerdings nicht zu sagen.