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Innenstadt-Belebung

Jetzt hat auch Stavenhagen seinen City-Manager

Stavenhagen / Lesedauer: 3 min

Der Mann wollte eigentlich in die Landespolitik, nun soll er die Innenstadt beleben. Dieser Posten scheint indes auch in Teterow und Gnoien ziemlich begehrt zu sein.
Veröffentlicht:24.03.2022, 06:14

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Wer bewirbt sich schon auf eine halbe Stelle? Viel Spaß bei der Personalsuche! Der Stavenhagener Stadtvertreter Peter Ritter (Die Linke) hatte noch im November mit diesen Worten seine Skepsis zur Einstellung eines City-Managers zum Ausdruck gebracht. Nun ist seine Frage beantwortet. Erfolgreich beworben hat sich sein ehemaliger Mitarbeiter Tobias Hecht, der die Stelle zum 1.  April antreten wird.

Hecht war jahrelang Wahlkreismitarbeiter des Landtagsabgeordneten Peter Ritter. Als der sich dann im vergangenen Jahr aus dem Landtag verabschiedete, bewarb sich Tobias Hecht als Direktkandidat der Linken – und scheiterte. Hecht ist an der Seenplatte Kreisvorsitzender der Partei Die Linke und soll nun also Stavenhagens Innenstadt beleben.

Leerstand bekämpfen und Touristen anlocken

Für Bürgermeister Stefan Guzu (parteilos) ist er die richtige Wahl. Es hatte für den City-Manager noch einen zweiten Bewerber gegeben. Da Hecht in der Reuterstadt lebt, kenne er die Sorgen und Probleme der Bürger sowie der Unternehmen der Stadt sehr gut, meint Guzu. Studiert hatte Hecht ursprünglich Betriebswirtschaft, Geschichte und Germanistik.

Doch wie kann der City-Manager nun neuen Schwung in die Innenstadt bringen? Vor allem um die leer stehenden Geschäfte solle sich Tobias Hecht kümmern, Kontakt zu Vermietern und Ladeninhabern aufnehmen, aber auch mehr Touristen in die Reuterstadt bringen. Etwas neidisch schaut Stavenhagen dabei auf die etwa 100.000 Besucher, die sich jedes Jahr die Ivenacker Eichen anschauen. „Wenn man davon nur 20.000 nach Stavenhagen locken kann, wäre ich zufrieden“, sagt Bürgermeister Guzu.

Stavenhagen ist die zweite Stadt in der Region, die einen City-Manager einstellt. In Malchin hatte im Februar Roman Jahnel diesen Job angetreten. Er kümmert sich auch gleich noch mit um die Touristinformation und bereitet derzeit ein Straßenfest für den 2.  April unter dem Motto „Malchin macht sich locker“ vor.

Nur in Teterow noch Bewerbung möglich

Die Städte nutzen für die neuen Stellen ein Förderprogramm des Landes, mit dem sie über zwei Jahre einen City-Manager einstellen können, der wieder etwas mehr Leben in die Innenstädte bringen soll.

In Gnoien haben sich mehrere Interessenten auf die Stelle beworben. Heute führt Bürgermeister Lars Schwarz (CDU) die ersten Vorstellungsgespräche. Was der Gnoien-Manager bewirken kann, da hat Schwarz eine ganze Reihe von Vorstellungen: „Vielleicht können wir das ein oder andere Geschäft wiederbeleben.“ Ein kleines Wegeleitkonzept könne er sich für die Stadt vorstellen. Und dass Gnoien seine Alleinstellungsmerkmale besser zur Geltung bringt. Auch die Wiederbelebung des Gewerbevereins wäre möglich.

In Teterow kann man sich dagegen noch als City-Manager bewerben. Bisher soll es für die Stelle vier Kandidaten geben. Bürgermeister Andreas Lange (parteilos) sieht auch keinen Grund zur Eile, da die Förderung durch das Land gerade bis zum Jahresende 2024 verlängert worden sei. Lange schließt dabei nicht aus, dass Teterows künftiger City-Manager einmal in den gehobenen Dienst im Bereich Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung übernommen wird.

Die Stadt Dargun hatte sich gegen einen City-Manager entschieden.