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Ivenacker Tiergarten

Jetzt kommt erstmal keine Sau raus

Ivenack / Lesedauer: 3 min

Das schöne Wetter in diesem Frühjahr haben bereits viele genutzt, um den Ivenacker Tiergarten zu besuchen. Die schlauen Turopolje-Schweine sucht man jetzt aber vergeblich – zu groß ist die Gefahr.
Veröffentlicht:18.04.2014, 20:34
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Angeblich sollen Turopolje-Schweine ganz gelehrige Tiere sein. In ihrer eigentlichen Heimat in Kroatien hätten die Bauern sie früher nach dem Hüten im Wald sozusagen mit einem Pfiff, wie ihn nur die eigene Familie nutze, wieder nach Hause gelockt.

Jetzt kann man am Gatter dieser Schweine im Tiergarten von Ivenack pfeifen wie man will – es kommt keine Sau. Was ein bisschen lax klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Die Afrikanische Schweinepest. „Wir haben mit Veterinären beraten, was wir tun können“, erklärt Ralf Hecker, Leiter des Forstamtes Stavenhagen.

Zwar habe man schon eine ganze Weile nichts mehr von Neuerkrankungen innerhalb der EU gehört, aber die Gefahr sei noch lange nicht gebannt. „Für unsere Schweine, die ja zu einer alten Hüte-Rasse gehören und das ganze Jahr über im Freien sind, könnten vor allen Dingen Essensreste ein Problem werden“, sagt Ralf Hecker. Es sei einfach nicht zu kontrollieren, ob die Tiere an solche gelangen könnten.

Außerdem hätten sich die Veterinäre auch noch nicht festgelegt, wie im Falle einer Ansteckung im Tiergarten zu verfahren wäre. „Das war letztlich für uns der Auslöser zu entscheiden, die Tiere nicht mehr im Besuchergatter zu halten“, so der Forstamtsleiter. Diese Entscheidung sei ihnen sehr schwer gefallen, zumal Ostern sicher wieder viele Gäste in den Tierpark kommen. Die hätten sich bestimmt auch gern die Ferkel angeschaut, die im Januar geboren wurden.

Die fünf kleinen Schweinchen seien übrigens gesund und munter. „Aber wir wollen schließlich einmal unsere Schweine schützen, die ja einer seltenen Haustierrasse angehören und außerdem unseren Tiergarten und seine Besucher“. fügt er hinzu. Nicht auszudenken, sollte der im Ernstfall über eine lange Zeit geschlossen bleiben müssen. Dafür habe er einfach zu viel zu bieten.

Bei diesem Thema ist Ralf Hecker auch gleich bei einem neuen Projekt angelangt. Damit die Besucher sich in Zukunft besser im Tiergarten zurechtfinden, ist eine neue Beschilderung geplant. „Wir wollen auch auf solche neuen Anlagen wie die Streuobstwiese oder das Gatter mit dem Besuchersteg aufmerksam machen“, erläutert Ralf Hecker. Außerdem soll es Entfernungsangaben geben, damit die Leute einschätzen können, wie weit es bis zum Pavillon oder anderen Sehenswürdigkeiten ist.  Auch die Beschilderung zum Tiergarten hin solle verbessert werden. Und noch in diesem Jahr werde ein Naturerlebnispfad in Angriff genommen. An verschiedenen Stationen können dann vor allem Kinder Wissenswertes erfahren. Im Mittelpunkt stehe dabei natürlich der Tiergarten als Hudewald, meint der Forstamtsleiter. Prüfen wolle man auch, ob es vielleicht möglich ist, einen Baumkronenpfad anzulegen. „Das stelle ich mir richtig toll vor, so mit einem Blick über das ganze Areal und auf den See“, schwärmt Ralf Hecker. Aber das sei noch Zukunftsmusik. Auf jeden Fall aber dazu angetan, den Tiergarten noch attraktiver zu machen.

Und wenn die Tierärzte doch noch zu einer anderen Einschätzung der Lage kommen, dann sind vielleicht die Turopolje-Schweine nicht ganz so lange unsichtbar für die Besucher. „Aber vorerst bitten wir diese um Verständnis“, so der Forstamtsleiter.