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Wegen Glasscherben

Kind verletzt sich im Irrgarten schwer

Dargun / Lesedauer: 3 min

Bei einem Sturz in Dargun geriet der Junge in eine Glasscherbe und musste zur Chirurgie gebracht werden. Der Vorfall könnte Konsequenzen für die Stadt haben.
Veröffentlicht:08.09.2023, 17:56

Von:
  • Torsten Bengelsdorf
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Hier traut sich wirklich nicht jeder rein: Am Waldeck direkt am Weg zum Darguner Strandbad hat sich die Stadt vor etwa 20 Jahren eine ganz besondere Grünanlage angepflanzt. Auf einer Fläche von 8500 Quadratmetern stehen hier mittlerweile zwei Meter hohe Hainbuchenhecken, durch die sich ein Labyrinth von schmalen Wegen zieht. Nur zwei Wege führen zum Ziel, andere enden dagegen in einer Sackgasse.

Der im Jahr 2008 eröffnete Irrgarten ist im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel von Urlaubern und Feriengästen — aber auch von einigen Mitbürgern, die die Stadt hier eher nicht so gern sieht.

Zerschlagene Schnaps– und Bierflaschen

Mitten im Irrwegesystem steht eine kleine hölzerne Aussichtsplattform, die gerade an lauen Sommerabenden und -nächten offenbar ein beliebter Treffpunkt von Leuten ist, die oftmals leere und auch zerschlagene Schnaps– und Bierflaschen hinterlassen. Und genau dieser Müll ist jetzt einem jungen Feriengast zum Verhängnis geworden.

Der Junge war gefallen und wollte sich mit den Händen abstützen. Dabei griff er in eine Glasscherbe, die am Boden um den Aussichtsturm herum lag. Die Verletzung war so schwer, dass der Junge zur Handchirurgie nach Greifswald gebracht werden musste.

Welche Konsequenzen der Vorfall für die Stadt Dargun hat, ist noch unklar. Es werde wohl noch geprüft werden müssen, ob der Unfall vermeidbar gewesen wäre — wenn etwa ein Abfallbehälter an der Aussichtsplattform gestanden hätte.

Darguns Irrgarten ist von Mai bis Oktober geöffnet. (Foto: Torsten Bengelsdorf)

„Wir können hier aber auch nicht ständig kontrollieren kommen“, sagt Darguns Stadtbauhof–Chef Ralf Vollmann. Auch im Freizeit– und Erholungspark am anderen Ende der Stadt würden Scherben, aber auch Drogenutensilien immer wieder von nächtlichen Partys künden. Vollmann bringt nun bereits einen Abriss des Irrgarten–Aussichtsturms ins Gespräch, damit dieses Areal für die Feiergemeinde nicht mehr ganz so attraktiv ist.

Nicht von überregionaler Bedeutung

Bürgermeister Sirko Wellnitz geht sogar noch weiter. „Aufwand und Nutzen stehen für mich bei der Anlage in keinem Verhältnis. Der Irrgarten ist ja nun nicht gerade von überregionaler Bedeutung, doch was hier zu leisten ist, um ihn sauber zu halten und auch ständig die Hecken zu schneiden — das ist schon enorm“, gibt der Bürgermeister zu bedenken.

Den Stadtvertretern habe er bereits vor einiger Zeit einmal vorgeschlagen, den Irrgarten zu stutzen und nur noch die äußere Hecke als Windschutz für den benachbarten Caravan–Stellplatz zu erhalten. Das wollten die Stadtvertreter aber nicht.

Doch nach dem Unfall mit dem Ferienkind könnte die Debatte nun in Dargun neu entfacht sein, wie die Zukunft des zwei Kilometer langen Irrweges am Darguner Waldeck aussehen soll.