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Kulturschule

Kulturschule kann sich vor Anfragen kaum retten

Malchin / Lesedauer: 3 min

Das Konzept der Kulturschule in Malchin geht erfolgreich auf. Nun sollen auch zwei neue Standorte davon profitieren.
Veröffentlicht:03.12.2023, 17:43

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Fast kann es Fridolin Zeisler selbst kaum glauben, wie erfolgreich das Konzept der Kulturschule lebt, in so kurzer Zeit, mit Pandemie und Finanzkrise an der Seite. „Es hat sich so sehr herumgesprochen, dass immer wieder neue Anfragen kommen“, sagt der Leiter der Einrichtung, die alle Bereiche rund um Bildung und Kultur vereint - von Musik, Tanz bis Kunst, Literatur und Yoga bis Tagungsstätte.

Kunstbereich in einer Baracke

Der Bedarf sei so groß, dass man gar nicht allen Anfragen mehr gerecht werden könne. Hatte man vorher 220 Quadratmeter zur Verfügung, seien es jetzt 1000. Gerade sei man dabei, ein altes Schuppen-Häuschen in ein Atelier umzubauen. In dieser Baracke soll sich der Kunstbereich künftig zu Hause fühlen.

Eingebaut werden elektrische Heizung, große Fenster, ein gutes Lichtsystem. Das neu gedeckte Dach soll Solarpaneele erhalten, um den Strom selbst zu produzieren.

So entwickle sich die Kulturschule immer weiter. An den beiden neuen Standorten Demmin und Altentreptow soll Schritt für Schritt das Konzept auch dort vorangebracht werden. Im August hatte die Kulturschule die Musikschule Demmin/Altentreptow übernommen.  Für lange Zeit könne nun die musikalische Ausbildung in diesem Bereich gesichert werden.

„Der Übergang war problemlos“, schätzt Zeisler ein. Bis Jahresende sollen die letzten organisatorischen Dinge geklärt sein. Als sein Stellvertreter kümmert sich Joshua Maier-Dürr um den Standort Demmin, der an vier Tagen aus Rostock kommt.

Für zwei Tage aus Postdam

Jörg Schönrock ist in Altentreptow erster Ansprechpartner und kommt für zwei Tage aus Potsdam. Seitdem hat sich einiges getan, um auch in diesen beiden Orten die Arbeitsweise aus Malchin zu etablieren, wo man auf einem fortschrittlich digitalen Stand ist, Räume mit Beamer, Kamera, als Video- und Tonstudio ausgestattet sind.

„Wir sind offen für Neuerungen, definieren uns anders“, sagt Zeisler. Um qualitativ ordentlich arbeiten zu können, brauche die Einrichtung sowohl in Altentreptow als auch in Demmin neue Räume. Die Ausstattung jetzt sei Jahrzehnte alt und die Akustik schlecht. Das Domizil in Altentreptow im Reuterhaus sei zudem nicht behindertengerecht.

Zurückversetzt in alte Zeiten

„Wir fühlen uns hier sehr in alte Zeiten zurückversetzt“, beschreibt es Zeisler. In beiden Städten sei man mit dem Landkreis in Verhandlungen, habe man sich dessen Gebäude gemeinsam angesehen, die in Frage kämen.

Schritt für Schritt soll das Angebot in Demmin und Altentreptow ausgebaut werden, das im Vergleich zu den Standorten Malchin, Stavenhagen und Dargun klein ist. In Malchin habe es zehn Jahre gedauert, bis man das Konzept der Kulturschule umsetzen konnte. „Ich hoffe, dass wir so lange in Demmin und Altentreptow nicht brauchen“, meint Zeisler. 

Zusammenarbeit mit Schulen

Stark wolle man auch hier mit Schulen enger zusammenarbeiten. In Malchin gebe es schon über 20 Angebote in Gymnasium, Marcusschule und Wedenhof, wie Schlagzeug-Unterricht, Kunstkurse, Näh-Unterricht oder Medienkurse. Einiges gebe es auch schon in Altentreptow, in Demmin dagegen noch nicht, weil dort das Musikgymnasium schon ein Grundangebot hat.