StartseiteRegionalMecklenburgische SchweizLandkreis beendet seine Corona-Impfungen

Schutz

Landkreis beendet seine Corona-Impfungen

Seenplatte / Lesedauer: 3 min

Hausärzte begrüßen den Schritt des Kreises. Schließlich hatten sie das Angebot schon früher infrage gestellt. Was hat nun den Ausschlag gegeben und ab wann steigt der Kreis aus?
Veröffentlicht:12.01.2023, 18:29

Artikel teilen:

Corona-Impfungen durch Teams des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte sollen noch vor dem Frühjahr eingestellt werden. Das wurde jetzt aus der Kreisverwaltung der Seenplatte mitgeteilt. Im Januar und Februar wird das Angebot, das bisher neben dem Hausarztangebot bestand, an den festen Stützpunkten eingeschränkt, im März schließlich ganz beendet. Im Leea in Neustrelitz impfte man den Angaben zufolge am Mittwoch, 11. Januar, das letzte Mal.

Lesen Sie auch: Corona-Impfstoffe von Valneva und Novavax bleiben Ladenhüter

Corona-Impfungen kaum noch gefragt

Wie auf Anfrage mitgeteilt wurde, lohnt es sich bei der mittlerweile geringen Nachfrage nach Corona-Impfungen nicht mehr, den Aufwand zu betreiben und das Personal vorzuhalten. In Neustrelitz sei der Zulauf besonders gering gewesen. Daher der frühe Stopp an diesem Standort. Nunmehr überlässt man das Angebot vorwiegend den Hausärzten.

Mehr lesen: Landkreis muss Krankenhaus vor Insolvenz retten

Hausärzte hätten sich diese Entscheidung früher gewünscht

Die Entscheidung kommt aus mancher Sicht reichlich spät. Schließlich hatten Hausärzte die Sinnhaftigkeit eines teuren Zusatzangebots schon vor Monaten infrage gestellt. „Es ist richtig, dass es jetzt eingestellt wird“, sagt Stefan Zutz, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V., im Gespräch mit dem Nordkurier. Die übrige Nachfrage könnten die Hausärzte locker bedienen.

Auch interessant: Brandbrief warnt – Hälfte aller Kinderärzte in MV bald im Ruhestand

Dass es sich angesichts vieler Krankheitsfälle um einen schlechten Zeitpunkt für eine Mehrbelastung in Praxen handelt, konnte Zutz indes nicht bestätigen. Zwar müssten Ärzte gegenwärtig durchaus viele Patienten mit Atemwegserkrankungen behandeln. Die Krankheitswelle im Winter sei in diesem Jahr allerdings sehr früh aufgetreten und klinge bereits wieder ab.

Wie viele Dosen vernichtet wurden, ist unklar

Nach Angaben der Kreisverwaltung wurden an Impfstützpunkten und bei Hausärzten bis Ende des Jahres zusammen fast 200 000 vollständige Impfungen gegen Covid-19 verzeichnet. Man verteilte knapp 150 000 erste Auffrischungen. Danach gehen die Zahlen stark zurück: Ein zweiter Booster wurde nur rund 30 000 Mal in Anspruch genommen. 869 Personen holten sich eine dritte Auffrischung. 13 bekamen sogar einen vierten Booster.

Wie viele Impfdosen, die bekanntlich teils geringe Haltbarkeiten aufwiesen, im Laufe der Pandemie in der Mecklenburgischen Seenplatte weggeschmissen werden mussten, konnte bislang nicht aufgeschlüsselt werden. Denn die Verwaltung verfügt nach eigenen Angaben über keine Statistik, wie viele Impfdosen seit Beginn der Kampagne im Landkreis insgesamt angeschafft wurden. Zunächst hatten die Impfzentren den Impfstoff zentral geliefert bekommen. Seit mehr als einem Jahr wird er wiederum bedarfsgerecht von den Apotheken bezogen.

Impfteams sind noch bis Ende Februar unterwegs

Bis zur Schließung impfen die Teams des Landkreises montags und freitags im Neubrandenburger Abstrichzentrum im Reitbahnweg. Dienstags wird in der Außenstelle des Landkreises in Waren und donnerstags in der Landkreis-Außenstelle in Demmin geimpft – im Januar noch jede Woche in beiden Außenstellen, im Februar nur noch jede zweite. Geöffnet sind die Stützpunkte von 10 bis 16 Uhr.

Personen, die nicht mobil sind, können im Januar und Februar unter der Telefonnummer 0395 57087 8165 oder 8139 Termine mit einem mobilen Impfteam vereinbaren. Die Impfstoffe Valneva und Nuvaxovid gibt es nicht mehr im Angebot des Landkreises. Dafür interessierten sich von Anfang an nur wenige Impfinteressenten.