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Landwirtschaft

Milchhof hat 35 Leute in Lohn und Brot

Alt Sührkow / Lesedauer: 2 min

Der Teterower Wirtschaftsförderausschuss hat sich Gespräche mit Unternehmen auf die Fahnen geschrieben. Mit dem Milchhof Alt Sührkow besuchte er jetzt einen Landwirtschaftsbetrieb.
Veröffentlicht:11.02.2024, 18:07

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Gerade erst hat die mobile Käserei wieder Station auf dem Milchhof in Alt Sührkow gemacht. Über das Programm „Leader“ gefördert, war sie 2020 eröffnet worden. Der Milchhof gehört zu den Landwirtschaftsbetrieben, die direkt vor Ort Käse machen lassen. „Aus der Originalmilch mit 4,25 Prozent Fett und 3,6 Prozent Eiweiß“, so Geschäftsführer Matthias Hantel. Eine kleine Kostprobe aus dem Hofladen hatte er für die Mitglieder des Teterower Wirtschaftsförderausschusses vorbereitet, die ihre jüngste Sitzung auf den Milchhof verlegt hatten. Der Ausschuss hat sich auf die Fahnen geschrieben, regelmäßig mit Unternehmern zu sprechen und Betriebe kennenzulernen. Zwar liege der Milchhof ein Stückchen außerhalb des Teterower Terrains, bewirtschaftet aber auch Flächen in Teterow, hieß es.

Milchkühe ganzjährig im Stall

1900 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, davon 1200 Hektar Ackerland, bewirtschaftet der Milchhof. Der wichtigste Produktionszweig aber ist die Milchviehhaltung mit knapp 650 Milchkühen am Standort Alt Sührkow. Knapp 150 Rinder laufen draußen. Die Milchkühe werden ganzjährig im Stall gehalten. Der größte mit 280 Plätzen war 2018 gebaut worden. Es ist ein Kaltstall, erklärt Matthias Hantel. Trocken und zugfrei und dass sie immer Futter auf der Krippe haben, sei das Wichtigste für die Tiere, von denen jedes auch eine Liegebox habe, gefüllt mit Einstreu aus Stroh, eingepressten Gärresten und Kalk. Zweimal am Tag werde gefüttert, auch zweimal gemolken. Im Melkkarussell haben 28 Kühe Platz. Knapp 30 Liter Milch gebe eine Kuh pro Tag.

28 Kühe haben Platz im Melkkarussell.
28 Kühe haben Platz im Melkkarussell. (Foto: Simone Pagenkopf)

„Wir wollen nicht weniger arbeiten“

Mit der Entscheidung für den Bau des Stalls hatte der Milchhof-Geschäftsführer der angespannten Situation beim Milchpreis getrotzt. „Wir sind zuversichtlich, dass sich doch mal ein ausgeglichenes Marktniveau entwickelt und die Landwirte wieder Geld verdienen. Man kann den Kopf ja nicht in den Sand stecken“, sagte er damals. Heute gehen die Bauern auf die Straße. Ihr massiver Protest richtet sich gegen die Politik. "Sie tut alles, dass die Landwirtschaft immer erschwertere Bedingungen hat", so Matthias Hantel, der auch Vorsitzender des Bauernverbandes Güstrow ist, im Gespräch mit den Mitgliedern des Wirtschaftsförderausschusses. "„Wir wollen nicht weniger arbeiten. Aber die Erlöse, die man uns wegnimmt, da muss man eine Lösung finden."“

Hofladen und Gaststätte gehören zum Hof dazu

Der Milchhof hat 35 Leute in Lohn und Brot, die in der Region zuhause sind. Darunter sind sechs Azubis. Seit 2015 gibt es den Hofladen. Die Gaststätte im Gutshaus wurde 2016 in Eigenregie übernommen. Sie ist übrigens auch am Valentinstag geöffnet. Ansonsten werden Gäste donnerstags bis sonntags erwartet. Von Teterow aus ist die Kreisstraße bis Alt Sührkow auch frei. Die Sperrung wegen des Brückenbaus über den Peenekanal liegt hinter dem Ort.