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Lühburg bleibt bei Radwege–Bau auf der Strecke

Lühburg/Gnoien/Teterow / Lesedauer: 3 min

Wer mit dem Rad von Lühburg nach Gnoien oder in Richtung Basse fahren will, sollte aufs Auto setzen. Ein Rad ist dort fehl am Platz. Wahrscheinlich für lange Zeit.
Veröffentlicht:17.03.2023, 05:16

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„Als Radwege–Gegend findet die Region Mecklenburger Parkland überhaupt nicht statt“, erklärt Dr. Christin Hannemann, Marketingverantwortliche beim Verein Park–Land–Sterne. Nur das mehrere Kilometer lange Teilstück von der A20–Anschlussstelle Tessin über Lühburg bis nach Gnoien entlang der B 110 sei auf einer entsprechenden Liste des Landkreises aufgeführt gewesen. Doch dieses Radweg–Teilstück wird nun nicht gebaut. Zumindest nicht in den nächsten Jahren. 

Verein verweist auf fertige Planungen 

Das war auf einer kommunalen Sitzung bekannt geworden. „Das ist schade sowohl für die Gäste des Mecklenburger Parklandes als auch für die Einwohner“, sagt Maibritt Olsen, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes Mecklenburger Agrarkultur, der als eingetragener Verein fungiert und die Kulturlandschaft des Mecklenburger Parklandes behutsam weiter entwickelt. Schade auch deshalb, weil die Planungen für den Radweg bereits fertig seien. „Der Verein hat Flächen in der Gemeinde und dem Ort und wurde auch schon angefragt, ob er die für den Radwege–Bau zur Verfügung stellen könnte“, erklärt Maibritt Olsen. Wie sie erzählt, seien die anwesenden Einwohner sehr enttäuscht gewesen.

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Das Schloss Lühburg ist sehr reizvoll. Mit dem Rad kommen Einwohner sowie Gäste dort aber vorerst nicht hin. (Foto: Torsten Bengelsdorf)

Neue Kriterien für Prioritäten  

Kein Wunder, soll das lang erhoffte Verbindungsstück möglicherweise erst ab dem Jahr 2033 angepackt werden. Der Grund für diesen extremen Zeitaufschub ist ein neues Konzept des Infrastrukturministeriums. Das Ministerium hat eine Priorisierung erstellt, nach der die Baumaßnahmen künftig umgesetzt werden sollen.

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Eine landesweite und einheitliche Methodik zur Auswahl der zu bauenden Radwege habe bisher nicht existiert, heißt es auf der Homepage des Straßenbauamtes. Für alle 494 Bundesstraßenabschnitte ohne einen straßenbegleitenden Radweg sei nun die Dringlichkeit eines Radweges nach unterschiedlichen Gesichtspunkten ermittelt worden, heißt es weiter auf der Internetseite des Ministeriums. Zu den Kriterien zählen unter anderem die Verbesserung der Stadt–Umland–Beziehungen, Distanz zu zentralen Orten, Lückenschluss zu Radwegen im Bestand, Anbindung an Orte der Versorgung wie beispielsweise Einzelhandel und medizinischer Versorgung, Bestandteil touristischer Radfernrouten sowie Anbindung an Bahnhöfe und die Schulwegsicherung.

Viele Gäste mit E–Bikes unterwegs

Im Falle des Mecklenburger Parklandes sowie des Ortes Lühburg würde das geplante Teilstück eine Verbindung zum Radweg Berlin–Kopenhagen sein. Zudem verweist Christin Hannemann auf die vielen Gäste des Mecklenburger Parklandes, die mit ihren E–Bikes in der Region unterwegs sind und sich häufig über die schlechten Wege und Straßen ärgern. An diesem Eindruck werde dann auch der Urlaub gemessen. „Je mehr Gäste mit E–Bikes in der Region unterwegs sind, um so dringender werden vernünftige Radwege“, erklärt Christin Hannemann. Wie sie verdeutlicht, würden auch die Einwohner den Radweg nutzen, um zur Schule, nächsten Kirche oder zur Bushaltestelle zu gelangen. Darüber hinaus gebe es in Tessin auch einen Bahnhof, der mit dem Radweg gut zu erreichen wäre.

Doch diese Argumente scheinen nicht auszureichen. Das Verbindungsstück taucht in den aktuellen Plänen des Infrastrukturministeriums nicht auf.