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Innenstädte

Macht neue Förder-Richtlinie den Citymanager überflüssig?

Teterow / Lesedauer: 3 min

Die Stadt Teterow will mehr Schwung in die Innenstadt und den Einzelhandel bringen. Mit einer neuen Richtlinie sollen Gewerbetreibende finanziell unterstützt werden.
Veröffentlicht:23.09.2023, 06:42

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Drei Wochen ist der Trubel her. In der Bergringstadt wurde das Fest „Teterow offen“ gefeiert. So viele Menschen hatte die Innenstadt lange nicht gesehen. Aktionen wie diese gibt es nur wenige im Jahr. In der Regel ist es so, dass man beim Einkauf zwischen Rostocker und Malchiner Tor kaum einer Menschenseele begegnet. Eine Situation, mit der viele Städte zu kämpfen haben.

Städtischer Haushalt nicht extra belastet

Damit sich daran zumindest ein wenig was ändert, hat die Stadt eine Förderrichtlinie erarbeitet, mit der wieder mehr Schwung in Teterows Einzelhandel gebracht werden soll. 60.000 Euro stehen dafür noch in diesem und im nächsten Jahr zur Verfügung. Den städtischen Haushalt belastet die Summe nicht, wie Bürgermeister Andreas Lange (parteilos) jetzt im Hauptausschuss erklärte.

Es handle sich um Fördermittel des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Was nicht in der Beschlussvorlage steht: Das Geld stammt aus dem Budget „Restart ‐ lebendige Innenstädte“, mit dem Citymanager Henry Voß laut Stellenbeschreibung eigentlich für mehr Trubel in der City sorgen soll.

Wird Geld nur noch verteilt?

Ob das Geld denn überhaupt an Dritte ‐ will heißen an Händler und Gewerbetreibende ‐ vergeben werden darf, wollte SPD-Stadtvertreterin Grit Schmelzer vom Bürgermeister wissen. Der versicherte: Alles mit dem Ministerium abgestimmt. Wozu man dann noch einen Citymanager brauche, wenn das Geld nur noch verteilt werden soll, das verstehe sie nicht, meinte Grit Schmelzer.

Stadtvertreter Mathias Schmitus (AfD) zeigte sich verwundert darüber, dass die Richtlinie nicht in dem von ihm geleiteten Wirtschaftsförderausschuss behandelt wurde, bevor sie im Hauptausschuss auf der Tagesordnung steht. Das wäre doch wohl der richtige Weg gewesen, kritisierte er.

Mit dem Fördergeld will die Stadt in Teterow ansässige Gewerbetreibende und Privatpersonen unterstützen, wenn sie Aktionen ins Leben rufen, die die Innenstadt beleben und den Einzelhandel ankurbeln. Fließen kann das Geld unter anderem für kulturelle Aktivitäten, wenn Händler die Bereiche vor ihren Geschäften aufhübschen oder ihren Online-Auftritt verbessern wollen. Einzelne Geschäfte können dafür in den Genuss von bis zu 3.000 Euro kommen, bei gemeinschaftlichen Anträgen können es sogar 7.000 Euro sein.

Wer Geld bekommt ‐ auch das steht in der Richtlinie ‐ soll im Bereich Citymanagment, also im Rathaus, entschieden werden. Damit war nicht jeder im Hauptausschuss einverstanden. Grit Schmelzer plädierte dafür, dass die Ausschüsse darüber entscheiden, welche Aktivitäten gefördert werden. Das sorge für die gebotene Transparenz.

Als ein Fan des Förderprogramms zeigte sich CDU-Fraktionschef Matthias Hantel. „Eine gute Sache“, kommentierte er. Er beantragte, das Budget aus städtischen Mitteln sogar noch um 6.000 Euro aufzustocken. Der Hauptausschuss gab dafür seinen Segen. Am Donnerstag (28. September) befindet die Stadtvertretung über das Förderpapier.