Fusions–Vertrag

Malchin bekommt diese Dorfstraße nicht hin

Pinnow / Lesedauer: 3 min

Als sich Anfang 2019 die Stadt Malchin die Gemeinde Duckow mit ihrem Ortsteil Pinnow einverleibte, vereinbarten beide Seiten den Straßenbau am Pinnower Park.
Veröffentlicht:23.03.2023, 15:52

Von:
  • Torsten Bengelsdorf
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Das hatten sich die Pinnower vor einigen Jahren in den Fusionsvertrag schreiben lassen: Wenn sie sich schon mit Malchin (Mecklenburger Seenplatte) zusammen schließen, dann wollen sie wenigstens eine neue Dorfstraße haben. Ein Teil der sogenannten Fusionsprämie war deshalb auch für den Straßenbau reserviert.

Seit Anfang 2019 gehört das Dorf nun schon zusammen mit Duckow zum Malchiner Stadtgebiet. Doch auf den Ausbau ihrer Dorfstraße warten die Pinnower noch bis heute. Zwar sollte es mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt Pinnow in diesem Jahr nun endlich losgehen. Doch auch daraus wird nun erst einmal wieder nichts.

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„Die Planung ist zwar fertig. Doch wir bekommen in diesem Jahr keine Förderung für den ländlichen Wegebau“, erklärte Malchins Bürgermeister Axel Müller (CDU) in der Duckower Ortsteilvertretung. Gebaut werden könne nur, wenn auch Fördermittel bereit stehen.

Rätselraten um Fördermittel

Der Landkreis Seenplatte habe die Mittel zur Co–Finanzierung des großen Feuerwehr–Fonds umgeleitet, den das Land aufgelegt hat, berichtete Müller. Was die Fördermittel für das kommende Jahr angehe, halte man sich noch sehr bedeckt, sagte er. Allerdings: Wenn bereits die Planung vorliegt, dann würden auch die Chancen für eine Förderung steigen.

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Um die Dorfstraße am Rande des Pinnower Parks hatte die Stadt lange mit der Denkmalbehörde gestritten. Die Denkmalschützer haben ein gewichtiges Wort mitzureden, weil der Pinnower Park unter Schutz steht und damit die vorbeiführende Straße auch besonders aufgewertet werden sollte. Der Kreuzungsbereich direkt am Pinnower Park soll dagegen mit den alten Pflastersteinen vom Malchiner Marktplatz befestigt werden. Die Steine lagern derzeit noch im Malchiner Stadtbauhof.

Auch andere Ortsteile mit Ansprüchen

Dass die Pinnower Dorfstraße längst nicht das einzige Sorgenkind in den Malchiner Ortsteilen ist, wurde in dieser Woche im Bau–Ausschuss deutlich. Hier verwies ein Einwohner von Viezenhof auf den holprigen Plattenweg, der zu dem kleinen Dorf führt. Zwei Millionen Euro wären nötig, um die Zufahrt nach Viezenhof vernünftig auszubauen, antwortete der Bürgermeister und stellte klar, dass zuerst die Pinnower an der Reihe sind.

In Pinnow ist man derweil aber nicht nur wegen der schlaglochreichen Dorfstraße besorgt. Seit etwa drei Jahren ist zu beobachten, dass der Dorfteich inmitten des Parks immer mehr an Wasser verliert. „Eine richtige Erklärung haben wir dafür noch nicht“, sagte Bürgermeister Müller, als er dazu auf der Ortsteilvertreter–Sitzung angesprochen wurde. Es könne sein, dass beim Ausbaggern zum Entschlammen des Teiches Fehler gemacht wurden und die Tonschicht beschädigt worden sei. Beweisen lasse sich das aber nicht. Möglicherweise müsste der Teich jetzt eine neue Lehmschicht erhalten, damit das Wasser nicht weiter versickern kann.