Straßenbau

Malchin pflastert noch eine Straße mit Granit

Malchin / Lesedauer: 3 min

Die Mühlenstraße wird als letzte Fahrbahn in der Innenstadt saniert – Asphalt bleibt dabei weitgehend außen vor. Und noch eine geplante Änderung sorgt für Diskussionen.
Veröffentlicht:31.08.2022, 07:04

Von:
  • Torsten Bengelsdorf
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Gerade keimte in Malchin ein wenig Hoffnung auf, dass das ungeliebte Kopfsteinpflaster in der Lindenstraße nicht für alle Zeiten Autofahrer und Anwohner nerven muss. Nun soll noch eine weitere wichtige Innenstadtverbindung gepflastert werden. Ab dem nächsten Jahr traut sich die Stadt an die letzte noch nicht sanierte Straße innerhalb des Stadtzentrums. Und das dürfte noch einmal eine besondere Herausforderung werden.

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Nach dem Tiefbau wird gepflastert

Die Mühlenstraße wird dann in ihrem Verlauf vom Fangelturm bis hin zur Straße am Markt nahezu komplett erneuert – einschließlich der hier verlaufenden Kanalisation. Wenn die Baulöcher nach dem Tiefbau wieder geschlossen werden, dann erhält die jetzt noch asphaltierte Mühlenstraße auf dem größten Teil eine Pflasterung, auch wenn das sogenannte reihenfähige Granitpflaster hier gewiss nicht ganz so schlimm ausfallen wird, wie auf der zu Beginn der 1990er Jahre neu angelegten Lindenstraßen-Fahrbahn.

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Lediglich der Abschnitt vom Fangelturm bis zur abbiegenden Teichstraße wird auch künftig wieder eine Asphaltdecke haben. Und das hat auch einen Grund: „Wir wollen hier eine Art Hauptstraße vorgeben, die am Netto vorbei über die Teichstraße zur Achterstraße führt, von wo aus die Autos auf den großen Parkplatz geleitet werden sollen“, erläuterte Bürgermeister Axel Müller (CDU) am Montagabend im Bau-Ausschuss. Und noch eine Überraschung hatte Müller an dem Abend parat: Sowohl Mühlen- als auch Teichstraße sollen künftig Einbahnstraßen werden.

Lärm und umherirrende Autofahrer befürchtet

Beides sorgte sofort für Widerspruch. Das Straßenpflaster sei nicht nur teuer, sondern würde den Anwohnern wohl auch mehr Lärm bescheren, wenn die Autos keine glatte Fahrbahn mehr haben, befürchtet Christian Skotnik (AfD). Und auch Arno Süssig (UMB) meldete beim Granitpflaster Bedenken an. Nach Ansicht Skotniks würde zudem eine weitere Einbahnstraße in der Innenstadt den Verkehr nur noch weiter behindern: „Dann haben wir noch mehr Suchverkehr.“

Einheitliches Bild

Der Bürgermeister widersprach. Das Pflaster runde das Gesamtbild des innerstädtischen Straßennetzes ab, das dann ein einheitliches Bild ergebe. „Mit der Einbahnstraßenregelung entlasten wir die Innenstadt.“ Ausschussvorsitzende Ute Bremer (SPD) wies zudem darauf hin, dass abends und nachts ohnehin kaum Autos in der Innenstadt unterwegs seien.

Zusammen mit der Teich- und Mühlenstraße soll zudem ab dem nächsten Jahr auch die Puschkinstraße saniert werden, die ihr Granitgroßsteinpflaster behalten wird. Gearbeitet werde in mehreren Abschnitten, die aber noch nicht festgelegt seien, wie Tom Knoche vom Ingenieurbüro Neukalen dem Bau-Ausschuss erläuterte. Für alle drei Straßen hat das Ingenieurbüro Baukosten von bis zu 1,8 Millionen Euro ermittelt. Die Stadt hat dagegen einen Kostenansatz von 1,34 Millionen Euro. Damit ist noch fraglich, ob alle Planungen auch tatsächlich umgesetzt werden können.