Ganze Produktion überprüft

Mutter endeckt Plastik in Jagdwurst aus Stavenhagen

Stavenhagen / Lesedauer: 3 min

Eine fünffache Mutter hat in einer Pommernland-Wurst etwas gefunden, was da nicht hinein gehört. Der Stavenhagener Hersteller spricht von einer Ausnahme.
Veröffentlicht:14.12.2017, 16:58

Von:
  • Kirsten Gehrke
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Ein kleines Stück Netz in einer Jagdwurst hat für große Aufregung gesorgt. Mandy Grenz in Berlin entdeckte in einem Produkt der Pommerland Fleisch- und Wurstwaren GmbH Stavenhagen etwas, was da nicht hinein gehört. „Beim Scheiben schneiden habe ich das gemerkt, gerade noch rechtzeitig“, erzählte die 31-Jährige, die seit fünf Jahren in der Hauptstadt wohnt und aus Neubrandenburg stammt. Wie Angelsehne, ein Band mit kleinen Widerhaken beschrieb sie ihren Fund. „Meine Kinder hätten sich die Speiseröhre aufschneiden können, entsetzlich.“

Eigentlich lieben ihre fünf Sprösslinge im Alter von 2 bis 11 Jahren die Jagdwurst Farmer Gourmet. „Wir kaufen sie immer für Nudeln mit Tomatensoße“, verriet Mandy Grenz. Ihre Kleinen würden die auch für Zwischendurch lieber mögen als Süßigkeiten. Sie kaufe die immer beim schwarzen Netto. „Sonst waren wir mit der Wurst zufrieden“, sagte sie. Aber was sie in der Charge mit dem Haltbarkeitsdatum 12.01.2018 gefunden hat, sei einfach nur unfassbar. Mandy Grenz wandte sich an Pommernland, doch zunächst sei keine Reaktion gekommen. Erst als sie den Nordkurier eingeschaltet habe, habe die Firma reagiert.

Unternehmen weist Vorwurf zurück

Das wies Andrea Langner, Geschäftsführerin von Pommernland, entschieden zurück. „Wir haben sofort geantwortet“, sagte sie. „Wir nehmen das ernst und bearbeiten immer alles schnellstmöglich.“ Am Sonntag sei die Reklamation per Mail eingegangen. Gleich am Montagmorgen hätten sie die Berlinerin gebeten, Fotos und das Etikett zu schicken, denn Angelsehne wie beschrieben konnte es nicht sein. Nochmals hätten sie die Kundin angeschrieben. Doch erst am Mittwoch seien ihnen die Bilder zugesandt worden, so Andrea Langner weiter. Dann erst sei klar gewesen, dass offensichtlich ein Stück Transportnetz des Darmes in die Wurst gelangt sei. „Das darf natürlich nicht passieren“, sagte Langner. „Wir ärgern uns darüber.“

Der Fall sei sofort gründlich ausgewertet, die Produktion geprüft worden. Im sogenannten Rückstellmuster mit dem gleichen Mindesthaltbarkeitsdatum seien keine Fremdkörper gefunden worden. Deshalb gehe man von einem Einzelfall aus. Eine Rückrufaktion müsse nicht gestartet werden. Es bestehe keine Gefahr. Es sei nur ein „minikleines Stück“ gewesen, außerdem weder Glas noch Metall. Die Mitarbeiter seien darauf hingewiesen und eingehend belehrt worden. „Wir reagieren immer, lassen niemand im Regen stehen“, stellte die Geschäftsführerin klar.

„Es gab hier noch nie Beanstandungen.“

Reklamationen kämen an der Anzahl der Packungen gemessen jedoch sehr selten vor. Das werde jedes Jahr ausgewertet. Es gebe eine Eigenkontrolle und mehrmals würde die Produktion von der Lebensmittelkontrolle beprobt. „Es gab hier noch nie Beanstandungen.“ Das Unternehmen sei IFS-zertifiziert, trage das Qualitätssiegel für Lebensmittelsicherheit. Bei Mandy Grenz hat sich Pommernland mehrfach entschuldigt und ihr einen Gutschein zukommen lassen.