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Neuer Guss

Namenstafeln am Ehrenmal nach Diebstahl erneuert

Teterow / Lesedauer: 2 min

Die Gedenktafeln waren aus dem Gemäuer herausgebrochen worden. Die Stadt Teterow hat Ersatz in einer Gießerei anfertigen lassen. Dabei musste ein Problem gelöst werden. 
Veröffentlicht:26.05.2023, 05:29

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Nun ist das Ehrenmal wieder komplett.  Für die Teterower ist es von jeher eines der beliebtesten Ausflugsziele. Wer gerne auf Schusters Rappen unterwegs ist, der macht sich in aller Regelmäßigkeit auf in die Heidberge und erklimmt den kleinen Anstieg zum Ehrenmal. Der nicht ganz unbeschwerliche Weg die Treppen hinauf auf die Aussichtsplattform darf dabei natürlich nicht fehlen. Schließlich bietet sich vom wohl höchsten Punkt der Bergringstadt ein herrlicher Ausblick auf die Mecklenburgische Schweiz. Gebaut wurde das Ehrenmal einst, um an die Teterower Männer zu erinnern, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben verloren haben. Daran erinnern die Tafeln an dem historischen Gemäuer.

Gedenktafeln rausgerissen und gestohlen

Dass es Menschen gibt, denen Respekt und Ehrfurcht vor den Opfern offenbar völlig fremd sind, diese schmerzliche Erfahrung mussten die Teterower im vergangenen Jahr nicht das erste Mal machen. Im Sommer 2022 hatten sich bis heute nicht ermittelte Unholde daran gemacht, mit brachialer Gewalt einige der Gedenktafel aus dem Gemäuer zu brechen und mitgehen zu lassen. Wie eine offene Wunde klaffte hier über Monate der traurige Anblick auf die Fläche, an der die Gedenktafeln ihren Platz hatten.

Die Stadt Teterow machte sich umgehend daran, ihrem Ehrenmal die Würde und die Tafeln wieder zurückzugeben. Eine Gießerei in Eschenburg (Niedersachsen) wurde beauftragt, einen Nachguss anzufertigen. Die Dienste des Betriebes musste die Stadt schon einmal in Anspruch nehmen, als hier vor Jahren Diebe auf Beutezug waren. Mittlerweile ist das Werk vollbracht. Auf der Stadtvertretersitzung zu Wochenbeginn konnte Bürgermeister Andreas Lange (parteilos) Vollzug melden. Mitarbeiter der Kommunaltechnik haben die neu angefertigten Tafeln am Ehrenmal angebracht, das Bauwerk ist wieder komplett.

Alte Schrift war nicht mehr verfügbar

Dem Guss der Tafeln war eine enge Abstimmung mit dem Denkmalschutz und dem Teterower Stadtarchiv vorausgegangenen. Denn ein kleines Problem gab es bei der Fertigung. Die Schriftart, in der die Namen der Gefallenen auf den alten Tafeln zu lesen sind, sei nicht mehr verfügbar gewesen. Deshalb habe man sich für einen Stil entschieden, der der alten Schrift am nächsten kommt, heißt es aus dem Rathaus.

Die Anfertigung der Tafeln hat nach Aussage des Bürgermeisters 19.000 Euro gekostet, den größten Teil der Summe habe die Versicherung übernommen. Ob es für die neu angebrachten Tafeln auch eine Einweihung gibt, darauf gab der Bürgermeister auf Nordkurier–Anfrage keine Antwort. Alle Jahre wieder wird am Ehrenmal zum Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht.