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Naturpark-Führerin vermisst ihren berühmten Filzhut

Basedow / Lesedauer: 3 min

Wenn Gudrun Marin-Ziegler mit Naturfreunden zu ihren Touren aufbricht, dann hat sie im wahrsten Sinne den Hut auf. Nun ist er verschwunden.
Veröffentlicht:04.12.2023, 05:33

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Er ist zwar schon in die Jahre gekommen, etwas abgetragen und ausgeblichen. Und dennoch vermisst ihn Gudrun Marin-Ziegler seit vier Wochen ganz schmerzlich. Es geht um ihren geliebten Filzhut, der so etwas wie das Markenzeichen der Mitarbeiterin des Naturparks „Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See“ ist.

Bei Ausflügen mit dem Hut immer voran

Viele Naturfreunde in der Region kennen Marin-Ziegler von den unzähligen Führungen durch den Naturpark mit seiner faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt oder seinen archäologischen Geheimnissen. Wenn die stellvertretende Naturpark-Chefin diese Ausflüge anführt, geht sie mit ihrem Filzhut voran.

„Daran erkennen mich die Leute“, sagt Marin-Ziegler. Allein in diesem Jahr umfasste der Veranstaltungskalender des Naturparks mehr als 40 Führungen.

Doch auch auf ihren weiten Reisen etwa zum Pilgern den spanischen Küstenweg entlang hat sie den Hut immer dabei. „Ein paar Tausend Kilometer hat er mich auf dieser Welt schon begleitet.“

An diese Reisen erinnern auch einige Souvenirs, die am Hutband befestigt sind. Eine Jakobsmuschel zum Beispiel. Kleine Figuren, Perlen, Federn, Feuersteine. „Ursprünglich war der Hut ja mal schwarz. Inzwischen ist er aber so ausgeblichen, dass er eher ins Braune geht“, berichtet die Naturpark-Mitarbeiterin.

Schon an vielen Orten gesucht

Doch wo könnte der Hut nun abgeblieben sein? „Ich habe schon an allen möglichen Orten nachgeforscht, wo ich ihn vergessen haben könnte. Er bleibt einfach unauffindbar“, sagt Marin-Ziegler. Die letzte Führung des Jahres, die Vollmondwanderung, musste sie deshalb bereits ohne ihre berühmte Kopfbedeckung absolvieren.

Der Schmetterling auf dem Hut ist echt - und schon lange weggeflogen.
Der Schmetterling auf dem Hut ist echt - und schon lange weggeflogen. (Foto: Privat)

Sie habe mittlerweile in den Autos nachgeschaut, mit denen sie in letzter Zeit unterwegs war, oder auch in einer Arztpraxis nachgefragt, in der sie vor Kurzem war. Auch hätte es ja sein können, dass sie den Hut an einer der Besucherleiteinrichtungen im Naturpark vergessen hat oder an der Gülitzer Höhe, an der sie kürzlich vorbei gekommen war. Auch hier schaute sie überall nach. Alles vergeblich.

Spinnenfallen in einer Kiesgrube

Die letzte große Hoffnung für die Naturpark-Mitarbeiterin war dann die Kiesgrube bei Pohnstorf. Hier war Marin-Ziegler vor einigen Wochen unterwegs, um Spinnenfallen aufzustellen. Und das noch mit Hut. Spinnenfallen in einer Kiesgrube? Wozu ist das denn gut?

Ein Experte für die Krabbeltiere habe eine Rote Liste für Spinnen geschrieben und einen Verbreitungsatlas vorgelegt, erklärt Marin-Ziegler. Seit dem Frühjahr helfe der Naturpark mit, seltene Exemplare aufzuspüren.

Filzhaube statt Spinnen gesucht

Darunter ist die Springspinne, die sich in Schneckenhäuser zurückzieht und deshalb nur schwer zu finden ist. Mittlerweile ist Marin-Ziegler noch einmal in der Kiesgrube gewesen, nicht um Spinnen zu suchen, sondern ihre Filzhaube. Gefunden hat sie den Hut aber wieder nicht.

Nun wendet sich die Naturpark-Frau an die Öffentlichkeit: „Wenn irgendjemand weiß, wo der Hut geblieben sein könnte, möchte er sich doch bitte im Naturpark melden.“ Telefonisch geht das unter 0385 58864830 oder 0152 21894519.