StartseiteRegionalMecklenburgische Schweiz▶ Neukalen zeigt sich wieder mal als Karnevalshochburg

Umzug

▶ Neukalen zeigt sich wieder mal als Karnevalshochburg

Neukalen / Lesedauer: 3 min

Beim Umzug in Neukalen fuhren rund 600 Teilnehmer auf 26 bunten Wagen mit. Hunderte Menschen standen am Straßenrand und freuten sich über den Bonbonregen. 
Veröffentlicht:11.02.2024, 21:07

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Bevor sich in Neukalen der Karnevalsumzug in Bewegung setzen konnte, dauerte es über eine Stunde, bis sich alle Gruppen mit ihren Wagen vorgestellt hatten. Schließlich wollten sie ordentlich Reklame machen, hat doch Neukaledonien in seiner 66. Session das Werbefernsehen eingeschaltet. Eine Tanzeinlage nach der anderen mit Grüßen an das Narrenvolk wechselten sich auf der Bühne vor dem Rathaus ab.

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Ob aus Neukalen, Malchin, Kämmerich, Groß Methling, Schlakendorf oder Dargun, es zog Jecken aus vielen Orten in die Karnevalshochburg der Mecklenburgischen Schweiz. Zum ersten Mal kamen Gäste aus Sukow, und auch die Affenköppe aus Leuschentin waren wieder mit dabei. Es schien, als wollte niemand aus der Gegend das närrische Treiben verpassen. Bierkönige, Rasselbande oder Gummibärchen fanden den Weg, sogar Magier, die das Gasthaus am Wall mit Wirtin Regina wieder nach Neukalen zurück zauberten. 

Das Prinzenpaar, Bianca I. und Andreas I., jubelte den Narren von der Bühne aus zu.
Das Prinzenpaar, Bianca I. und Andreas I., jubelte den Narren von der Bühne aus zu. (Foto: Kirsten Gehrke)

26 Wagen mit dabei

26 bunt und aufwendig gestaltete Wagen mit rund 600 kleinen und großen Jecken an Bord zogen durch die Straßen und warfen Lutscher, Riegel und Schokobonbons in die Menschenmenge. Vorneweg spielten die Malchiner Schalmeien. Hunderte Neukalener säumten die Straßen. Für Karnevalspräsident Willi Kaiser war es fantastisch zu sehen, was die vielen Gruppen wieder auf die Beine gestellt haben. "Hut ab", meinte er. Da war es für einen Moment nicht wichtig, dass die Narren neue Räume brauchen, wo sie ihre Wagen bis zur nächsten Session unterstellen können.

Karneval kann auch Gastronomie nach Neukalen zurück zaubern, wie das Gasthaus am Wall.
Karneval kann auch Gastronomie nach Neukalen zurück zaubern, wie das Gasthaus am Wall. (Foto: Kirsten Gehrke)

Büttenredner Brian Kasch musste aber doch noch den Finger in die Wunde legen. „Mit dem eigenen Karnevalshänger hier zu stehen, ist im 66. Jahr keine normale Sache mehr, die Vermieter der Hallen schließen plötzlich quer“, sagte er. Die eine Halle müssten drei Truppen nun räumen, weil manche Leute sich dort ein Eigenheimgebiet erträumen. Auch bei anderen Truppen mache der Traum vom Geld alles zunichte, und der NCC müsse sein Refugium nach einem Jahr wieder räumen. 

Die Gruppen haben sich wieder viel einfallen lassen, wie auch die Schlakendorfer.
Die Gruppen haben sich wieder viel einfallen lassen, wie auch die Schlakendorfer. (Foto: Kirsten Gehrke)

Bürgermeister und Präsident hätten sich vor den Karren gespannt, sodass ab März alle Gruppen eine große Halle im Salemer Weg nutzen dürfen und damit die Neukalener Narren alle vereint sind, so wie sie es sich schon einmal gewünscht hatten.  Doch das war noch nicht alles, was aus der Bütt zu hören war. Auch ein Einsatz der Feuerwehr zum Jahresende im Bierkeller der Disco kam zur Sprache, als dort ein Wasserrohr ein Leck hatte und die Versorgung der Durstigen auf der Kippe stand.

Ihren großen Auftritt hatten die Tanzgruppen des Karnevalsvereins. Damit begeisterten sie das Publikum.
Ihren großen Auftritt hatten die Tanzgruppen des Karnevalsvereins. Damit begeisterten sie das Publikum. (Foto: Kirsten Gehrke)

Sprechen wollte Brian Kasch auch über die Brücke am Hafen, weil die Pflege des Bauwerks bei manchem Einwohner für viel Verdruss sorge.  Der Bauhof bekam hier sein Fett weg, weil offensichtlich zu viel Salz im Winter auf die Brücke gestreut wird. "Wasser und Salz werden ihre Lebenszeit vermindern", erklärte er und prophezeite, dass es wohl bald keine Fördermittel in Deutschland geben werde, um Bauwerke wie diese zu erneuern.

Die Bierkönige verbreiteten gute Laune auf der Bühne. Seit 10 Jahren gibt es sie.
Die Bierkönige verbreiteten gute Laune auf der Bühne. Seit 10 Jahren gibt es sie. (Foto: Kirsten Gehrke)

Und eines durfte auch nicht fehlen, ein Seitenhieb in Richtung Dargun. Denn so gar nicht gut kam an, dass sich die Sandhasen dort an den Ideen der Neukalener bedient haben. Die Figur aus einem Kurzfilm sei dreist kopiert worden. Das habe die Einfallslosigkeit der Darguner zementiert. „Schon immer haben sie ihren großen Nachbarn nachgemacht, Neukalen aber hat schon immer milde über die Hasen gelacht“, pointierte Kasch. „Wir Krähen ziehen die Hasen gerne durch unseren Kakao.“

Der Karnevalsumzug in Neukalen zählte 26 Wagen, die rund 600 Jecken an Bord hatten.
Der Karnevalsumzug in Neukalen zählte 26 Wagen, die rund 600 Jecken an Bord hatten. (Foto: Kirsten Gehrke)

Danach überließ er die Bühne dem Prinzenpaar, Bianca I. und Andreas I., mit bürgerlichem Namen Braatz, das mit einer Kutsche vorfuhr.