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Festwochenende

Oldtimer steuern in großer Schar das Mühlenfest an

Gnoien / Lesedauer: 3 min

Endlich hat Gnoien sein großes Festwochenende zurück. Nach drei Jahren Unterbrechung hat sich auch bei den Freunden des noblen Bleches einiges geändert.
Veröffentlicht:25.06.2023, 18:15

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Hans–Jürgen Rosin kennt sie alle — Dodge, Chrysler, Lincoln und wie die amerikanischen Schlitten alle heißen. Zu jedem Wagen hatte der Rostocker auf der Gnoiener Festwiese am Mikrofon etwas zu erzählen. Die aus der nahen und auch etwas entfernteren Umgebung von Gnoien angereisten Oldtimer–Freunde nahmen mit ihren Fahrzeugen Aufstellung, damit Hans–Jürgen Rosin auch über ihren Straßenkreuzer dem Publikum etwas erzählt. „Ich habe eben Benzin im Blut. Wenn der Sprit irgendwann nicht mehr bezahlbar ist, können die mich ja anzapfen“, erklärte der Rostocker seine Leidenschaft für die betagte Motorentechnik.

Schon zu DDR–Zeiten hatte er Kontakt zu ziemlich großen Westautos, die häufig vor seiner Schule in Rostock parkten. „Das waren alles Vertreter, die zum Schiffbaubetrieb wollten, der gleich neben unserer Schule war, aber für diese Besucher keinen eigenen Parkplatz hatte“, wie Rosin schilderte. Er freue sich, dass nun auch Gnoien wieder ein Oldtimer–Treffen hat.

Organisation in neuen Händen

So selbstverständlich war das Sonnabend nicht. Denn viele Mitstreiter, die bisher die Oldtimer–Parade zum Mühlenfest organisiert hatten, seien wegen ihres Alters dazu mittlerweile gar nicht mehr in der Lage, einige mittlerweile auch schon verstorben, wie Reiner Urban am Sonnabend berichtete. Zumindest er habe alle bisherigen 18 Treffen mitgemacht. Jetzt hält Robert Lilie die organisatorischen Fäden zusammen.

Sind mit dem Mühlenfest ganz zufrieden: Sigrid Thöns (links) vom Festausschuss und Helferin Barbara Bettker
Sind mit dem Mühlenfest ganz zufrieden: Sigrid Thöns (links) vom Festausschuss und Helferin Barbara Bettker (Foto: Torsten Bengelsdorf)

„Wir sind natürlich froh, dass wir uns nach drei Jahren Pause hier nun wieder treffen können. Jeder kann kommen. Mein Herz schlägt vor allem für die US–Cars“, sagte Lilie. Anders als in den Vorjahren verzichteten die Oldtimer–Fans diesmal auf eine Ausfahrt. „Wir wollen die Leute alle auf dem Platz hier halten. Hier gibt es ja jede Menge zu sehen“, erklärte der Gnoiener Unternehmer die neue Strategie, die am Sonnabend auch voll aufging. 

Gepflegtes Auto im Angebot

Zu sehen gab es zum Beispiel einen MG TD, Baujahr 1951, den Marianne Bidlo nach dem Tod ihres Mannes nun gern verkaufen würde, wie sie erzählte. „Leicht fällt mir das nicht. Der offene Wagen und die tollen Kotflügel — das war immer mein Ding. Das Auto ist sehr gepflegt. Aber wenn es jetzt nur noch in der Garage steht...“ Und 22 900 Euro seien doch für ein solchen Roadster ein toller Preis, meinte die Gnoienerin und stieß damit auf viel Interesse.

Aus Luxemburg kam dieses Schmuckstück einmal nach Gnoien und war am Wochenende einer der Hingucker des Oldtimer-Treffens. Jetzt steht der MG TD zum Verkauf.
Aus Luxemburg kam dieses Schmuckstück einmal nach Gnoien und war am Wochenende einer der Hingucker des Oldtimer-Treffens. Jetzt steht der MG TD zum Verkauf. (Foto: Torsten Bengelsdorf)

Während am Sonnabend immer mehr Oldtimer die Festwiese ansteuerten, füllte sich ab Mittag auch allmählich der Festplatz an der Hauptbühne, auf dem der Mühlenfestausschuss das gesamte Wochenende für ein buntes Programm mit vielen Akteuren gesorgt hatte. „Die Leute freuen sich, dass sie nun endlich mal wieder zu einem Mühlenfest kommen können“, sagte Barbara Bettker, die den Festausschuss schon seit vielen Jahren unterstützt und am Sonnabend im Kassenhäuschen saß, wo man sich jeweils mit einer Vier–Euro–Spende an der Finanzierung des Mühlenfestes beteiligen konnte.