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Tierschutz

Zwei Container sollen vielen Katzen das Leben retten

Neukalen / Lesedauer: 3 min

Am Katzenhaus in Neukalen sind zwei Container angekommen, mit denen der Tierschutzverein verhindern will, dass Krankheiten wie die Katzenseuche eingeschleppt werden.
Veröffentlicht:07.12.2023, 19:34

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Es war Millimeterarbeit. Kerstin Lenz hatte in der Nacht vorher gar nicht gut geschlafen, als die beiden Container für das Katzenhaus in Neukalen kommen sollten. Konnte sie sich doch nicht vorstellen, wie die Behälter am Kran-Haken hängend an den Bäumen vorbei bis zum Giebel des Tierheimes jongliert werden können. Etwas ruhiger wurde die Vorsitzende des Tierschutzvereins Demmin (TSV) aber, als der erste Container sicher auf dem Boden stand. „Der hat Erfahrung damit“, meinte sie bewundernd und zeigte auf den Kranfahrer. Der hätte es nur gern etwas wärmer gehabt, gab er zu. Am Pult froren ihm die Finger, er ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Langsam zirkelte er die Container zwischen den Ästen durch.

Schon zweimal viel Leid durch Katzenseuche

Fast wäre es damit an diesem Tag gar nichts geworden. Denn der Lkw hatte zuerst das falsche Tierheim angesteuert, war in Randow bei Demmin vorgefahren, wo der Tierschutzverein Hunde und andere Tiere unterbringt. Glücklicherweise war Kerstin Lenz noch zu Hause und konnte den Brummifahrer ans richtige Ziel geleiten. „Wir freuen uns, dass die Container endlich da sind“, sagte sie. Mit der Baugenehmigung habe es etwas gedauert. Nun aber können die Tierschützer die Quarantänestation nach außerhalb des Katzenhauses verlegen. Alle neuen Tiere, die ankommen, sollen zunächst dort untergebracht werden. „Wir haben zweimal Katzenseuche gehabt“, erklärte Lenz. Das bedeute immer viel Leid und dass Tiere sterben. Mit den separaten Quarantäne-Containern soll nun verhindert werden, dass Krankheiten wie diese ins Haus eingeschleppt werden.

Das werde an anderen Orten schon länger so gehandhabt. Mit dem Hersteller habe der Deutsche Tierschutzbund einen Vertrag, sodass die Container nach den Bedürfnissen der Tierheime angepasst seien. Das Land fördere das Neukalener Projekt zu 90 Prozent, das Geld komme aus dem Topf für Neu- und Umbauten für Tierheime, so Lenz. 8000 Euro müsse der TSV als Eigenanteil dazusteuern. Eine große Hilfe war es dabei, dass die Kranfirma aus Rostock das Abladen der Container kostenlos übernahm. „Warnow-Kran“ zeigte ein Herz für Tiere. Eigentlich hatte Monique Stahr-Kohls, die sich ehrenamtlich im Katzenhaus engagiert, nur nach einem günstigen Angebot nachgefragt. Als ihr per E-Mail geschrieben wurde, dass die Kranfirma den Einsatz sponsert, habe sie es nicht fassen können. „Und dann brachten sie auch noch Futterspenden mit“, sagte sie gerührt.

Neues Freigehege soll zum Frühjahr fertig sein

Die Quarantäne-Container werden jetzt hergerichtet. Hinterm Haus indes entsteht zudem gerade ein neues Freigehege. Das alte wurde abgerissen. Jedes Katzenzimmer soll einen eigenen Auslauf mit Tür erhalten. Statt über Katzenklappen in den Fenstern sollen die Tiere sich künftig über einen Tunnel zwischen Gehege und Zimmer bewegen. Vor das Gehege werde eine Schleuse gebaut, die Waschbären und Marder abhalten soll, die in der Vergangenheit zu einem Problem geworden waren. Das Freigehege werde mit Steinbodenplatten ausgelegt, so Lenz. Das Fundament sei fertig. Wenn das Wetter es erlaubt, werde Tischler André Kohls mit seiner Firma „Andrés Holzvision“ die Gitterelemente aufbauen. Bis zum Frühjahr soll das Gehege fertig sein.

Umschauen können sich Neugierige schon jetzt. Das Katzenhaus lädt am Sonnabend, 9. Dezember, zur „Lütt Wiehnacht“ von 10 bis 14 Uhr ein - eine gute Gelegenheit, vielleicht auch Futter, Streu oder Spielzeug für die Tiere zu spenden.