Zur Jubiläumsfeier

Sendet Malchins Radio künftig noch aus der Stadtmühle?

Malchin / Lesedauer: 3 min

Seit zwanzig Jahren werden in der Malchiner Stadtmühle Radiosendungen produziert. Doch droht dort die Sanierung. Muss sich der Sender nach einem neuen Standort umschauen?
Veröffentlicht:15.09.2023, 11:38

Von:
  • Thomas Koch
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Feste soll man bekanntlich feiern, wie sie fallen. Und Jubiläen sowieso. Zwanzig Jahre ist es mittlerweile her, als in dem kleinen Radiostudio in der Malchiner Stadtmühle der erste Beitrag live über den Äther ging. Schon damals war es Jan Tessin, den man in Stadt und Region viel besser als Tessi oder den Mecklenburger Cowboy kennt, der bei der Premiere hinter Mikro und Reglern saß.

Jubiläumsfeier – und wie geht's weiter?

Bis zum heutigen Tag hält er im „Mediatop“ — so heißt das kleine von der Medienanstalt Mecklenburg–Vorpommern betriebene Außenstudio — die Fahne hoch für alle, die Spaß daran haben, ihre eigene Radiosendung zu produzieren und unterstützt sie dabei mit seiner Erfahrung und Expertise. Die zwei Radiojahrzehnte in der Kleinstadt sind in dieser Woche mit einer Festveranstaltung gefeiert worden. Neben dem vielen Lob, das dabei von allen Seiten über Jan Tessin ausgeschüttet wurde, mischten sich auch nachdenkliche Töne in das gemütliche Beisammensein. Denn ob das nächste Jubiläum noch an gleicher Stelle gefeiert werden kann, ist alles andere als gewiss.

Die Malchiner Wohnungsgesellschaft (WOGEMA) als Eigentümer des Hauses will die Mühle von Grund auf sanieren. Vor allem aus energetischer Sicht gebe es hier großen Nachholebedarf, hat WOGEMA–Geschäftsführer Ivo Fischer unlängst verlauten lassen. Für das Museum und das Radiostudio — beide haben hier ihr Domizil — würde das bedeuten, dass sie sich nach anderen Räumlichkeiten umschauen müssen. Der Direktor der Medienanstalt MV, Bert Lingau, hörte auf auf der Festveranstaltung das erste Mal von diesen Plänen. Bestrebungen, für das Studio neue Räumlichkeiten zu finden, habe es unabhängig von den WOGEMA–Plänen schon vor einigen Jahren gegeben, erklärte er. Seinerzeit habe man nach einem Standort in der Innenstadt gesucht, sei dabei aber nicht fündig geworden.

Radio soll in Malchin bleiben

In den nächsten Wochen will Lingau das Gespräch mit Ivo Fischer und Malchins Bürgermeister Axel Müller suchen, um konkret in Erfahrung zu bringen, auf was sich das Malchiner Radio denn in absehbarer Zeit einstellen müsse. Keinen Zweifel ließ der Lingau aber daran, dass es den Sender auch künftig in Malchin geben wird. Egal wo.

Wenn es nach Jan Tessin geht, würde das Radiostudio genau da bleiben, wo es jetzt ist. „Die Stadtmühle ist für viele Nutzer eine feste Adresse. Wir haben hier tolle Bedingungen und pflegen eine gute Zusammenarbeit mit dem Museumsverein. Daran sollte man nichts ändern“, steht für Jan Tessin fest. Eine Lanze für den Standort Stadtmühle brachen auf der Festveranstaltung auch Udo Dohms und Herbert Mehl vom Heimat– und vom Museumsverein. „Das ganze Haus atmet Geschichte. Hier gehört das Museum her, hier ist in den vergangenen Jahren sehr viel Arbeit und Herzblut rein gesteckt worden. Das sollte so bleiben. Museum und Radio — das gehört für viele Machiner einfach zusammen“, meinen die Beiden.