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Seuchen-Regel für Federvieh macht Vereinen zu schaffen

Gnoien / Lesedauer: 3 min

Rassegeflügel ist an diesem Wochenende wieder in Gnoien und Malchin zu bewundern. Allerdings werden diesmal weniger Tiere zu sehen sein ‐ wegen einer umstrittenen Grippeschutz-Regel.
Veröffentlicht:09.11.2023, 17:56

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Mächtig viel gegackert und gekräht wird an diesem Wochenende in der Gnoiener Warbelsporthalle. Die Mitglieder des Rassegeflügelzuchtvereins sind schon seit einigen Tagen im Großeinsatz und richten die Halle für ihre 27. Warbelschau mit Groß- und Wassergeflügel, Groß- und Zwerghühnern und Tauben her. Am Donnerstag haben die Preisrichter bereits ihre Arbeit getan. Am Freitag wird die Schau um 13 Uhr eröffnet. Wie viele Tiere diesmal genau zu sehen sind, will Vereinsvorsitzender Horst Voigt nicht verraten. Ganz so bunt wie in den Vorjahren wird es wohl aber nicht zugehen in den Käfigen.

Dem Verein geht durch die Regelung Geld verloren

Die zahlreichen Vogelgrippe-Infektionen nach der Landesschau der Rassegeflügelzüchter vor einem Jahr in Demmin haben zu einer umstrittenen Regelung geführt. Demnach dürfen die Zuchtfreunde ihre gefiederten Freunde nur noch alle zehn Tage zu einer Ausstellung bringen, wie Horst Voigt erläutert. „Wer also am vergangenen Wochenende sein Geflügel öffentlich gezeigt hat, darf nun bei uns nicht mit dabei sein“, sagt der Vereins-Chef. So sei etwa der Tessiner Verein diesmal nicht in Gnoien vertreten.

Die Geflügelausstellung in der Warbelsporthalle ist für den Verein mit Kosten für Miete und Reinigung verbunden.
Die Geflügelausstellung in der Warbelsporthalle ist für den Verein mit Kosten für Miete und Reinigung verbunden. (Foto: Torsten Bengelsdorf)

Das bekommen nicht nur die Besucher zu spüren, dem Gnoiener Verein geht damit auch Geld verloren. „Jeder Züchter zahlt immerhin ein Standgeld pro Tier. Und wenn wir weniger Geflügel ausstellen können, fehlen diese Gelder natürlich“, beschreibt Voigt das Dilemma. Die Kosten etwa für das Mieten der Turnhalle und die anschließende Reinigung seien aber die gleichen. „Ohne unsere Sponsoren“, so sagt Voigts Stellvertreter Axel Krecklow, „wäre so eine Ausstellung gar nicht mehr möglich.“ Für die Hobbyzüchter sei die Zehn-Tage-Regelung höchst unbefriedigend. Es gebe bereits einige Züchter, die sich von ihren Hühnern getrennt haben und sich nun Tauben anschaffen, für die die Einschränkung bisher nicht gilt.

Malchiner stellen im eigenen Vereinsheim aus

Etwas mehr Verständnis bringt Horst Voigt für die verschärften Regeln auf. Immerhin hatte es bei der Landesschau in Demmin auch einen Züchter aus dem Gnoiener Verein getroffen, der wegen der Vogelgrippe seinen ganzen Hühner-Bestand verloren hatte.

Auch bei der Ausstellung des Malchiner Rassegeflügelzuchtvereins an diesem Wochenende (Sonnabend von 9 bis 17 Uhr, Sonntag von 9 bis 13 Uhr) wird sich die Zehn-Tage-Regelung bemerkbar machen. „Uns fehlen vor allem die Fremdaussteller“, sagt Vereinsvorsitzender Norbert Drews. „Wir sind aber ein recht großer Verein, sodass wir die Lücken füllen können.“ Anders als die Gnoiener haben die Malchiner ihr eigenes Vereinsheim am Philosophenweg, sodass sie nicht mit Mietkosten zu kämpfen haben.

Für Kita-Kinder und Schüler kostenlos

Die Warbelschau in Gnoien am Wochenende zu besuchen, lohne sich natürlich trotz alledem, betonen Voigt und Krecklow. Immerhin werden diesmal erstmals in Gnoien einige Preisrichter aus dem ganzen Land ihre Tiere bei einer eigenen Stammschau vorstellen ‐ und das sei doch ein erneuter Vertrauensbeweis in die Arbeit des Gnoiener Vereins, der übrigens schon 92 Jahre alt ist. Vorbereitet ist auch wieder eine Tombola mit einem Kinderfahrrad als Hauptpreis. Schulklassen aus dem Gnoiener Amtsbereich sowie Kinder der Kindertagesstätten können die Ausstellung am Freitag bereits ab 9 Uhr kostenlos besuchen. Geöffnet ist ansonsten am Freitag bis 18 Uhr, Sonnabend von 9 bis 18 und am Sonntag von 9 bis 13.30 Uhr.