Energie

Statt Erdgas - Wärme aus Klärschlammofen für Stavenhagen

Stavenhagen / Lesedauer: 2 min

In einem ersten Schritt sollen die Hälfte der Einwohner mit sogenannter grüner Wärme aus der Klärschlammverbrennungsanlage versorgt werden.
Veröffentlicht:10.05.2023, 11:36

Von:
  • Deutsche Presse-Agentur
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In Stavenhagen soll sogenannte grüne Wärme aus der Klärschlammverbrennungsanlage Erdgas ersetzen, das bisher zum Heizen verbrannt wird. Darauf haben sich die Stadt Stavenhagen und der Betreiber der neuen Anlage — EEW Energy from Waste GmbH (Helmstedt) — geeinigt, wie Bürgermeister Stefan Guzu (parteilos) am Mittwoch mitteilte.

Größte Anlage ihrer Art in MV

Im ersten Schritt werden knapp die Hälfte der Einwohner, rund 2500 Leute, davon profitieren. Ihre Wohnungen werden von der städtischen Tochterfirma Wärmeversorgung Stavenhagen GmbH mit Fernwärme versorgt. Der Vertrag mit der städtischen Tochterfirma werde Ende Mai unterzeichnet. Es könnten noch mehr Abnehmer angeschlossen werden, hieß es. Der Bund fördere das Fernwärme–Projekt.

Die Wärmeenergie wird ab Ende 2023 die neue Klärschlammverbrennungsanlage liefern, die nach rund zweijähriger Bauzeit in Betrieb gehen soll. Herzstück der großen Anlage an der Bundesstraße 194, in der bis zu 160.000 Tonnen Klärschlamm verarbeitet werden, ist ein Wirbelschichtofen.

Mit einer Investition von rund 50 Millionen Euro soll es die größte Anlage ihrer Art in MV sein. In Rostock soll eine kleinere gebaut werden, eine kleine Klärschlammverbrennung eines Verbandes gibt es auf Rügen. Der Klärschlamm für Stavengagen soll von Kommunen aus einem 100–Kilometer–Umkreis kommen, auch aus dem Norden Brandenburgs.

Hintergrund ist, dass schadstoffbelasteter Klärschlamm aus Umweltgründen nicht mehr als Dünger auf Felder darf. Um Mikroplastik– und Medikamentenreste sowie andere Schadstoffe zu beseitigen, muss Klärschlamm getrocknet, gepresst und verbrannt werden.

EEW betreibt in Stavenhagen schon eine Verbrennungsanlage für energiereiche Reststoffe aus Hausmüll. Dampf und Energie werden in Betrieben, wie bei einem Kartoffelverarbeiter, verwertet. Die Firma hat nach eigenen Angaben rund 1250 Beschäftigte und betreibt 17 Anlagen zum Abfallrecycling in Deutschland, Holland und Luxemburg.