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Sanierung

Stavenhagen hat endlich seine Turnhalle wieder

Stavenhagen / Lesedauer: 3 min

Nach mehr als einem Jahr Sanierungszeit konnten die Handballer des Stavenhagener SV in der Zweifelder-Turnhalle wieder Heimspiele austragen. Das feierten viele Reuterstädter. 
Veröffentlicht:23.10.2023, 06:10

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In der Halle war die Erleichterung förmlich zu spüren. Jeder strahlte. Die Zuschauertribüne reichte nicht aus, so viele Menschen wollten bei den ersten Heimspielen der Handballer auf neuem Parkett in Stavenhagen dabei sein. Mehr als ein Jahr lang mussten sie warten, weil die Zweifelder-Turnhalle nach einem Wasserschaden saniert werden musste.

Zusammenhalt unter Beweis gestellt

Immer wieder hatten sich die Bauarbeiten verzögert und damit die Wiedereröffnung verschoben. Doch alle Strapazen schienen an diesem Wochenende vergessen. Fans schwenkten blau-weiße Luftballons und Fahnen. La-Ola-Wellen bewegten sich durch die Halle, Musik und Jubelschreie erklangen. „Heute ist ein Tag des Feierns“, sagte Thomas Müller, Vorsitzender des Stavenhagener Sportvereins von 1863 (SSV).

Die Freude war den Stavenhagener Handball-Frauen anzusehen, dass sie endlich wieder in ihrer Halle zu Hause spielen können.
Die Freude war den Stavenhagener Handball-Frauen anzusehen, dass sie endlich wieder in ihrer Halle zu Hause spielen können. (Foto: Kirsten Gehrke)

Der Wasserschaden sei eine riesige Herausforderung für den Club gewesen, sagte er. Das Problem habe aber auch gezeigt, mit welcher Leidenschaft der Verein weiter zusammenhalten würden, wie stark die Sportgemeinschaft sei, dank vieler Unterstützer. „Sport hat die Kraft, Menschen zusammenzubringen“, so Müller.

Mit der Wiedereröffnung der Halle feierte der SSV gleichzeitig sein 160-jähriges Bestehen. Da waren die Handball-Teams wohl doppelt motiviert, bei der Premiere auf der neuen „Platte“ zu gewinnen. Sowohl die Männer in der Verbandsliga als auch die Frauen in der Ostsee-Spree-Liga sorgten mit Siegen für ein Handballfest und brachten die Halle zum Beben.

Ralf Bartels hat zur Halle besondere Beziehung

Was der Verein zu Jubiläum und Wiedereröffnung auf die Beine gestellt hat, davon war auch Ralf Bartels begeistert, einer der prominentesten Gäste. Der mehrfache Deutsche Meister im Kugelstoßen, Europameister und Bronzemedaillen-Gewinner bei Weltmeisterschaften sowie Ehrenbürger der Stadt Stavenhagen, fühlt sich mit seiner Heimatstadt verbunden. Sein Bruder und Vater seien einst Hallenwarte in der Zweifelder-Halle gewesen, sagte er. Selbst aber habe er in dieser Halle, die vor 20 Jahren gebaut worden war, nicht mehr Sport gemacht. Ein Teil der Sportgeschichte der Reuterstadt bleibt der 45-Jährige dennoch. Wie er sagte, habe er neben der Leichtathletik auch mal Handball hier gespielt.

Der ehemalige Kugelstoßer Ralf Bartels, der in Stavenhagen aufgewachsen ist, wollte bei Jubiläum und Hallen-Eröffnung dabei sein und traf hier seine einstige Klassenkameradin Doreen Gärtner wieder.
Der ehemalige Kugelstoßer Ralf Bartels, der in Stavenhagen aufgewachsen ist, wollte bei Jubiläum und Hallen-Eröffnung dabei sein und traf hier seine einstige Klassenkameradin Doreen Gärtner wieder. (Foto: Kirsten Gehrke)

„Tradition hat Zukunft“, diesen Slogan gab sich der SVV in den zurückliegenden Jahren. Aus einem reinen Männerturnverein war ein Verein vieler Sportarten geworden. Dass Stavenhagens Herz besonders für den Handballsport schlägt, habe der Verein schon 1968 mit dem Aufstieg der Männer in die DDR-Oberliga bewiesen, erinnerte Bürgermeister Stefan Guzu. Auch andere Abteilungen brachten Medaillengewinner hervor.

Erinnerung an Auszeichnung

Ein Meilenstein sei sicherlich 1993 die Auszeichnung durch den Alt-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker gewesen, der dem Verein die Sportplakette für „Besondere Verdienste um die Pflege und Entwicklung des Sports“ verliehen hatte. „Und das zu Recht“, sagte Guzu. Eine gute Nachwuchsförderung sei für den Erhalt wichtig und dafür werde viel getan. Der SSV sei deshalb auch der größte Sportverein in der Stadt. Ohne das ehrenamtliche Engagement würde es das alles nicht geben.