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Natur-Denkmal

Stavenhagen macht sich Sorgen um die berühmte Reutereiche

Stavenhagen / Lesedauer: 3 min

Die berühmte Fritz-Reuter-Eiche in Stavenhagen macht auf den ersten Blick einen noch guten Eindruck. Doch soll es dem alten Baum nicht mehr wirklich gutgehen.
Veröffentlicht:02.11.2023, 05:30

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Die Blätter der Reutereiche in Stavenhagen (Mecklenburgische Schweiz) verfärben sich langsam. Bald ist der Baum kahl und dann werden die „Wunden“ sichtbarer – dort, wo Holz mit der Säge entfernt wurde. Der Eiche gehe es nicht mehr so gut, hatte Bürgermeister Stefan Guzu im Sommer gesagt, als eine neue Rundbank an der Eiche eingeweiht wurde. Doch der Baum werde gehegt und gepflegt, solle noch lange erhalten bleiben. Doch wie krank ist die Eiche an der B 104 am Ortsausgang in Richtung Neubrandenburg wirklich?

Vor 150 Jahren gepflanzt

Vor 150 Jahren hatte Heimatdichter Fritz Reuter den Baum gepflanzt. Für Stavenhagen ist er etwas Besonderes. Nicht nur Urlauber zieht es unter die berühmte Eiche, vielmehr finden hier auch regelmäßig plattdeutsche Lesungen statt. 

 Bereits mehrmals wurde an der Eiche Totholz entfernt. 
 Bereits mehrmals wurde an der Eiche Totholz entfernt.  (Foto: Kirsten Gehrke)

Während Guzu nun von einem hinreichend vitalen Altbaum spricht, war vor zehn Jahren bereits Alarm geschlagen worden. Da hieß es noch, dass der Baum die nächsten 100 Jahre nicht mehr überstehen werde. Regelmäßig müsse der Bauhof Totholz aus den Kronen entfernen, Äste blieben ohne Blätter. Als mögliche Ursachen waren die Abgase der Fahrzeuge auf der Bundesstraße genannt worden, der Boden sei auch sehr lehmig und nicht so humusreich wie Waldboden.

„Es finden regelmäßige Kontrollen der Verkehrssicherheit statt“, erklärte Guzu auf Nordkurier-Nachfrage. Da werde bestimmt, welche Maßnahmen für Erhalt und Sicherung erforderlich sind und umgesetzt werden müssen, wie zum Beispiel Totholz zu entfernen. In der Vergangenheit seien vom Stadtbauhof auch schon einzelne starke Äste eingekürzt worden. „Die Eiche ist verkehrssicher“, stellte der Bürgermeister klar. Auf den ersten Blick macht sie auch noch einen guten Eindruck.

Eichen können sich erholen

Hoffnung gibt indes Forstamtsleiter Ralf Hecker. Der ist zwar nur für den Stavenhagener Wald zuständig und nicht für die einzeln stehende Eiche. Aber wenn diese krank sei, würde ihn das sehr beunruhigen, meinte er. Doch weiß er auch, dass sich Eichen wieder erholen können. „Eichen sind dafür bekannt, dass sie relativ viel wegstecken“, sagte er. Sie könnten wieder ausschlagen und eine Sekundärkrone bilden. Für den Fall der Fälle hat die Reuterstadt aber bereits vorgesorgt und schon 2014 am Schlossberg als Ersatz für die Fritz-Reuter-Eiche eine Reutereiche II gepflanzt.

Ohnehin hätten die längeren trockenen Phasen der vergangenen Vegetations-Perioden dem Baumbestand in der Stadt merklich zugesetzt, so Guzu. So werde verstärkt versucht, die Bäume rechtzeitig und ausreichend zu wässern. Die Pflege neu gepflanzter Bäume bedürfe besonderer Aufmerksamkeit. „Der Bauhof bemüht sich auch sehr, den wertvollen Altbaum-Bestand zu erhalten“, so Guzu.