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Stavenhagen will Gastgeber für Shanty–Treffen sein

Stavenhagen / Lesedauer: 4 min

Seit fünf Jahren hat Stavenhagen den Shantychor „Windstärke 7“. Der will im Sommer mit anderen Ensemble der maritimen Musik auf dem Markt auf der Bühne stehen.
Veröffentlicht:01.03.2023, 13:17

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Seit drei Jahren arbeitet Erich Penz schon an seiner Idee. Doch die Coronazeit hatte den Vorsitzenden des Stavenhagener Stantychores „Windstärke 7“ immer wieder ausgebremst. Endlich kann der 70–Jährige loslegen. Die ersten Verträge für Ende Juni hat Erich Penz inzwischen abgeschlossen. Dann soll in der Reuterstadt auf dem Marktplatz das erste Shantychor–Treffen an der Mecklenburgischen Seenplatte stattfinden. Die Vorbereitungen dafür sind mitten im Gange. So vieles muss noch abgesprochen und beachtet werden. Ein paar Tipps bekommt er vom Organisator des Shanty–Treffens in Zingst. „Als wir das erste Mal bei diesem Treffen waren, hat uns das so gut gefallen“, erklärt Penz. Da sei ihnen der Gedanke gekommen, das auch mal in die hiesige Region zu holen. „So etwas gab es hier noch nie.“ Vielleicht könne man künftig alle zwei Jahre dazu einladen. Unterstützung von der Stadt gebe es.

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Geplant sei, dass sechs Chöre am 24. und 25. Juni in Reuters Nähe auf der Bühne stehen. Auf dem Marktplatz sei das Ambiente schöner als im Schlossgarten, meint der Musiker. Außerdem befinde sich hier Gastronomie, so dass sie nicht selbst viele Versorgungsstände aufbauen müssten. Eigentlich wollten sie andere Vereine der Stadt dafür mit ins Boot holen, aber bis auf Kickers JuS habe sich bisher noch kein weiterer gefunden. Abgesprochen habe er sein Projekt auch in der Arbeitsgruppe (AG) „Veranstaltungen“, in der er Mitglied sei. Im Januar habe sich dieses Gremium gegründet und sich auf die Fahnen geschrieben, die Stadt mit Kultur interessanter zu machen und einen Veranstaltungskalender zu erstellen. Vorsitzender sei Museumsleiter Torsten Jahn. Die AG soll bei der Organisation von Events der Verwaltung unter die Arme greifen. Am 1. März wollen die Mitglieder wieder zusammenkommen.

Einige Zusagen liegen schon vor

Dann kann Erich Penz über den Stand seiner Vorbereitungen informieren, die er im Oktober begonnen hat. So hätten der Penzliner Männerchor, die Prohner Hafengäng und der Shantychor Schwerin bereits zugesagt zu kommen, mit einem Ahlbecker und Rostocker Ensemble sei man noch in Verhandlungen. Klar sei indes, dass im Rahmenprogramm die Wildberger Blasmusikanten auftreten und am Sonntag sei ein Freiluft–Gottesdienst mit Gospelchor und Posaunen geplant, danach ein Frühschoppen, bevor die nächsten Chöre sich musikalisch vorstellen. Eine Idee sei auch, eine Tombola machen. Dafür müsse er aber noch mit Sponsoren sprechen, um attraktive Preise verlosen zu können. „Wir hoffen, dass wir 300 bis 400 Besucher anlocken“, sagt Penz.

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Vor fünf Jahren hatte die „Windstärke 7“ klein angefangen. Fünf Männer gründeten im Mai 2018 den Shantychor in Stavenhagen, sangen zusammen in der Gaststätte „Zur Post“. Als wenig später zwei Sänger dazukamen, entstand der Name mit der Sieben hinter der Windstärke. Als der Chor auf 14 angewachsen war, ließ Corona die Stimmen verstummen. „Zwei Jahre mussten wir Pause machen“, sagt der 70–Jährige. Im Sommer 2021 hätten sie in seinem Garten nur mit Abstand geprobt. Erst als Ende 2021 die Pandemie–Einschränkungen gelockert worden waren, konnten sie wieder richtig anfangen, hatten im vergangenen Jahr Auftritte in Sommersdorf, Retzow, beim Stadtfest, bei Kursana. Inwzischen singen 23 Männer und Frauen mit, aus Stavenhagen und Umgebung, sogar aus Teterow und Malchin seien Sänger dabei. „Trotzdem suchen wir noch händeringend Musiker, einen Akkordeonisten und Schlagzeuger“, so Penz.

Ein eigenes Stavenhagen–Lied

Ihr Repertoire umfasse inzwischen 92 Lieder — Shantys und maritime Schlager. Auch ein eigenes Stavenhagen–Lied haben sie geschrieben. Jeden Donnerstag trifft sich das Ensemble um 18.30 Uhr in der Malchiner Straße 70 über der Möbelbörse. „Wir sind aber gerade in den Verhandlungen mit der Stadt, ob wir auch in der Aula der Gesamtschule proben dürfen“, so Penz. Denn im ehemaligen Elmo–Gebäude werde es langsam eng. Alle 14 Tage komme ein professioneller musikalischer Chorleiter, ein Gesangslehrer aus Rostock zu den Proben, der früher in der Regionalen Musikschule in Malchin unterrichtet hatte. Dort hatte Penz' Frau Thea Lars Hammer auch kennengelernt, weil sie in der Musikschule Querflöte spielt und ihn einfach mal gefragt hatte, ob dieser dem Chor helfen wolle. In den Proben dazwischen und bei Auftritten nahm bis Januar Thea Penz den Taktstock in die Hand, jetzt macht das Annett Raske, die auch Klavier, Geige und Querflöte spielt.