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Stavenhagens Citymanager hört schon wieder auf, doch warum?

Stavenhagen / Lesedauer: 4 min

Tobias Hecht hat gekündigt. Er nennt dafür persönliche Gründe. Doch im Rathaus weiß Bürgermeister Stefan Guzu mehr und zeigt sich selbstkritisch.
Veröffentlicht:29.12.2022, 10:57

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Nach acht Monaten braucht Stavenhagen schon wieder einen neuen City-Manager. Tobias Hecht, der seit April versucht hatte, wieder mehr Leben in die Innenstadt zu bringen, hat seinen Job gekündigt. Ende Januar ist Schluss für ihn. Der 45-Jährige gibt persönliche Gründe an, die er nicht näher erläutern möchte. „Mit den Kollegen in der Stadtverwaltung habe ich sehr gern zusammengearbeitet“, sagt er. Den Job habe er als „total cool und sinnvoll“ empfunden. Was er nun machen will, wisse er noch nicht. Er werde etwas Neues finden, da sei er sich sicher.

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Die Stelle war mit 20 Wochenstunden bis zum 31. März 2024 befristet. Bürgermeister Stefan Guzu bedauert, dass Tobias Hecht aufhört. „Er hat einiges auf den Weg gebracht“, erklärt er. „Und er hat sehr aktiv in der Arbeitsgruppe Tourismus mitgearbeitet.“ Die Stadtverwaltung werde versuchen, angekurbelte Teilprojekte erfolgreich zum Abschluss zu bringen und begonnene Gespräche fortzusetzen. Die Stelle des City-Managers soll nun neu ausgeschrieben werden, kündigt Guzu an.

Bürgermeister nennt möglichen Grund für Kündigung

Einen möglichen Grund für den Abgang von Tobias Hecht nennt der Bürgermeister selbst. Die Kombination „Veranstaltungen“ und „City-Management“ sei offenbar keine ideale Lösung gewesen. Seit August habe sich Tobias Hecht auch um die Organisation von Veranstaltungen kümmern müssen. Damit habe man einen Synergieeffekt erzielen wollen, meint der Rathaus-Chef. Gerade in der Zeit der Weihnachtsmarkt-Vorbereitung sei das City-Management augenscheinlich ins Hintertreffen geraten, räumt Guzu ein.

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Dabei sollte der City-Manager doch eigentlich durch Gespräche und Aktionen zur Wiederbelebung der Innenstadt beitragen, mit Vereinen und Firmen in Kontakt kommen. Da sei dann aber auch einiges erreicht worden. So sei das Besucher-Lenksystem in Zusammenarbeit mit dem Unternehmensnetzwerk RUN vorangekommen, indem ein Flyer-Coupon-System entwickelt wurde. Das locke Tagesgäste der Ivenacker Eichen in die Stavenhagener Innenstadt. Langfristig könne dies von einem digitalen Coupon-System abgelöst werden. Gäste in die Reuterstadt soll auch ein so genannter Chatbot holen, bei dem sich ab kommender Saison Besucher und Einheimische per Whats-App zwischen Ivenack und Stavenhagen von einem sehenswerten Punkt zum nächsten leiten lassen können.

Wie Guzu weiter erklärte, habe der City-Manager in den vergangenen Wochen das Konzept einer „Kassenzettel-Lotterie“ angepasst. Damit sollen Markttage belebt und der Einzelhandel gefördert werden. Damit es sich umsetzen lasse, seien verschiedene Akteure gefragt. In einer Veranstaltung im Januar soll das Konzept diskutiert werden. Angeschoben wurde von Hecht auch ein Pop-Up-Store, also Aktionen mit denen leerstehende Geschäftsräume vorübergehend belebt werden können.

Teils Mehrfach-Beschäftigung für City-Manager

So sollen im März mit einer auf etwa 14 Tage angelegten Veranstaltungsreihe Zukunftsthemen Stavenhagens diskutiert werden. Dieses Projekt war Tobias Hecht besonders wichtig. Er würde sich freuen, wenn es realisiert werde. „Ich hätte mir gewünscht, dass es schon dieses Jahr stattfindet“, sagte er. Pop-Up-Stores könnten die Innenstadt bereichern. „Man kann nur noch Erlebnisse schaffen“, meinte er. Für den Handel allein sei es schwierig, etwas zu bewegen.

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Dass die Versuchung groß ist, City-Manager auch für andere Aufgaben einzuspannen, zeigt sich auch in Malchin. Hier ist Roman Jahnel nach dem gelungenen Straßenfest Anfang April vor allem in der Stadtinformation beschäftigt. Erfolgreich neue Veranstaltungen hat dagegen die City-Managerin von Gnoien, Karola Stenschke, mit zwei Marktplatz-Aktionen etabliert. Teterows City-Manager Henry Voß ist in seinen ersten Arbeitstagen vor allem dadurch aufgefallen, dass er den gesamten Advent immer wieder mit dem Teterower Maskottchen, dem Hecht, in der Bergringstadt anzutreffen war. Für eine Weihnachtskalender-Aktion versteckte er das Tierchen an jedem Tag in einem anderen Schaufenster der Stadt.