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Eingeweiht

Viecheln feiert neues Dorfhaus an der Stelle von Kult-Baracke

Viecheln / Lesedauer: 3 min

In dem Dorf bei Gnoien ist ein Dorfgemeinschaftshaus entstanden, in das die Feuerwehr mit eingezogen ist. Bei der Einweihung ging es immer wieder um eine Frage.
Veröffentlicht:29.01.2023, 14:07

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Von einer „Kulturbaracke“ kann eigentlich wirklich nicht mehr die Rede sein. Und dennoch ist der Begriff gleich am Eingang des neuen Dorfgemeinschaftshauses in Viecheln zu lesen. Der Feuerwehr-Verein habe großen Wert darauf gelegt, dass der Name des alten und weit über die Gemeinde Behren-Lübchin hinaus bekannten Dorf-Treffpunktes nicht vergessen wird. So hieß es am Sonnabend bei der feierlichen Einweihung des Neubaus an genau der Stelle, an der die Baracke stand. „Wegen Corona konnten wir nicht mal eine Abrissparty feiern“, bedauerte Stefan Jahnke. „Wenn die Baracke hätte reden können“, meinte er. Dann hätte sie wohl von unzähligen Festen und Veranstaltungen berichtet. „Ich hoffe, dass diese Geschichten mit dem neuen Haus nun weiter erzählt werden können.“

Jahnke ist der Viechelner Gruppenführer der Feuerwehr Behren-Lübchin. Und für die war am Sonnabend ein ganz besonderer Tag. Mit ins Dorfgemeinschaftshaus ist nämlich auch die Feuerwehr von Viecheln eingezogen. „Hier haben wir viel mehr Platz. Die Sicherheitsvorschriften können alle eingehalten werden. Wir haben jetzt auch einen eigenen Umkleideraum für die Frauen“, zählte der Gruppenführer auf. Er rechne fest damit, dass sich die besseren Bedingungen auch bald positiv auf die Mitgliederstärke der Feuerwehr auswirken werden.

Ganze Gemeinde auf den Beinen

Zur Einweihungsfeier des neuen Dorfhauses schien am Sonnabend die ganze Gemeinde auf den Beinen zu sein. Im großen Veranstaltungsraum war kein Zuschauer-Platz frei geblieben, als die Feuerwehr-Kameraden hier zu Beginn der Zeremonie einmarschierten. „Ich bin sehr gerührt, dass das Interesse so groß ist“, begrüßte Bürgermeister Birger Ziegler die vielen Einwohner.

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Auch Ziegler zählte noch einmal auf, wofür Viechelns Kulturbaracke seit ihrem Bau im Jahr 1965 stand: zunächst vor allem für Aktivitäten des Dorfklubs, später für Diskotheken und Faschingsveranstaltungen und auch nach der Wende noch für eine Vielzahl von Familienfesten.

Doch die Baracke war schließlich so marode, dass sich die Gemeindevertreter im Juni 2020 für einen Neubau entschieden. Und was für einen. Etwa 1,5 Millionen Euro kostete das neue Dorfgemeinschaftshaus. Und es scheint, als ob die Gemeinde mit dem Bau auch nicht hätte länger warten dürfen. „Bei den heutigen Ausschreibungen würde das Haus wohl jetzt das Doppelte kosten“, vermutete der Bürgermeister. Der Gemeindeanteil sei unter einer halben Million Euro geblieben. Fördermittel kamen vor allem vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt.

Ob das schmucke Dorfgemeinschaftshaus wirklich an die Geschichten der alten Kulturbaracke anknüpfen kann, das konnte am Samstagabend gleich mal bei der ersten Party ausprobiert werden. „Die alten Zeiten kriegen wir wohl nicht wieder. Früher konnte man irgendwie viel ausgelassener und freier feiern. Und die Baracke war Kult. Aber mit dem neuen Haus bekommen wir das bestimmt auch wieder hin“, meinte am Sonnabend zumindest Feuerwehrmann Andreas Lange.