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Umleitung

Vollsperrung der B194 nervt Autofahrer und Anwohner

Stavenhagen / Lesedauer: 4 min

Die B194 zwischen Stavenhagen und Jürgenstorf ist wegen Bauarbeiten für drei Wochen voll gesperrt. Das löst nicht nur Frust bei Kraftfahrern aus.
Veröffentlicht:06.10.2021, 18:18

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Wenn gebaut wird, führt das immer zu Ärger. Das ist jetzt auch nicht anders, seitdem von Montag an die B  194 zwischen Stavenhagen und Jürgenstorf voll gesperrt ist. Die offizielle Umleitung führt über Briggow. Wer diese nutzt, muss einen Umweg von rund 20 Kilometern in Kauf nehmen, statt sonst vier. Und das bei steigenden Spritpreisen. Nicht nur Autofahrer sind genervt, sondern auch Anwohner. Ersteren sitzt vor allem die Zeit im Nacken, wenn sie zur Arbeit müssen. Mitunter kann es ziemlich schleppend vorangehen, so wie am Mittwochmorgen. Auf der B104 von Stavenhagen kommend floss der Verkehr noch recht gut. Doch nach dem Abbiegen in Richtung Briggow ging es nicht mehr so flott.

Birnenfreunde behindern Verkehr zusätzlich

Die Straße war sehr eng. Immer wieder begegneten sich Lkw und andere große Fahrzeuge. Die mussten anhalten, um aneinander vorbeizukommen. Hinter einer Landmaschine bildete sich eine lange Fahrzeugschlange. Von kurz vor Briggow bis Jürgenstorf war überholen nicht möglich. Dann hielten für einen „Erntestopp“ auch noch Fahrzeuge an der Straße an, weil dort Birnenbäume voller Früchte hingen. Die behinderten noch zusätzlich den Verkehr. Sage und schreibe 34 Minuten hat man als Autofahrer von Stavenhagen bis Jürgenstorf gebraucht. „Wir merken es, es ist viel mehr Verkehr“, sagte eine junge Mutter aus Jürgenstorf-Ausbau.

„Eigentlich von 7 bis 18 Uhr.“ Gleich am ersten Tag sei die Landesstraße blockiert gewesen, weil ein Fahrzeug ein Warndreieck bei Krummsee aufstellen musste. Schön sei es nicht, auch weil es bis ins Dorf hinein keinen Radweg gibt, meinte sie. Drei Wochen, da müssten sie jetzt durch. So lange sollen die Bauarbeiten auf der B 194 dauern.

Die Pribbenower haben die Nase voll

Doch wer sich in der Region auskennt, will sich den langen Weg über Briggow offenbar sparen. Der nimmt den Weg über Pribbenow. Der ist mit rund 6 Kilometern weitaus kürzer. Das sorgt für ziemlichen Frust bei den Dorfbewohnern. Zu allem Ärger zeigt auch bei der Google-Suche das Internet den Weg über Pribbenow an, weil man auf der B 194 nicht durchkommt. So sind es nicht nur Einheimische, die durch den Ort fahren, sondern auch Fremde. „Wir haben die Faxen dicke“, meinte ein älterer Herr, der direkt an der Dorfstraße wohnt. „Das ist nicht mehr normal.“

Bei offenem Fenster schlafen, sei nicht mehr drin. Sogar Lkw würden die Abkürzung nehmen, obwohl diese gar nicht hier fahren dürften. Er habe sogar zwei polnische Trucker schon durchfahren sehen. „Die fahren nach Navi und lesen gar nicht die Schilder.“ Er warte nur auf den Tag, bis sich zwei Lkw am Sportplatz verhaken. Selbst da würden einige langfahren. Andere berichteten, dass es morgens und nachmittags am schlimmsten sei mit dem Verkehr.

Am schlimmsten zwischen 16 und 17 Uhr

An die vorgeschriebenen 30 km/h halte sich kaum einer, meinte eine junge Familie, die auch direkt an der Dorfstraße wohnt und den Durchgangsverkehr hautnah erlebt. Mit Kindern spazieren zu gehen, sei kreuzgefährlich. Selbst wenn sich zwei Pkw entgegenkommen, müsse einer auf der schmalen Fahrbahn auf den abgesenkten gepflasterten Randstreifen ausweichen. „Da kommen wir nicht mehr mit den Kindern durch, können nur gucken, dass wir schnell an die Seite kommen“, erzählte eine Mutter. Am schlimmsten sei es zwischen 16 und 17 Uhr am Nachmittag. Nächste Woche, wenn die Herbstferien vorbei sind, rechnen sie mit noch mehr Verkehr, der durchs Dorf rollt. Überwiegend würden Pkw die Abkürzung über Pribbenow nutzen, stellte sie fest.

Was sie gut finde sei, dass die Polizei mehrmals täglich durchs Dorf fahre und sich das Desaster anschaut. Das sei schon mal ein Zeichen, dass die Beamten wissen, dass viele nicht die offizielle Umleitung nutzen. Aber die Geschwindigkeit hätten sie noch nicht gemessen. Das würden sie sich auch mal wünschen. Denn viele seien zu schnell. „Wir machen drei Kreuze, wenn die drei Wochen um sind“, meinte indes ein weiterer Anwohner. Bis zum 23.  Oktober soll die B194 voll gesperrt bleiben. In dieser Woche ist zunächst mit den Arbeiten an den Durchlässen begonnen worden. Danach soll die Fahrbahndecke vom Ortsausgang Jürgenstorf bis zum Ortseingang Stavenhagen erneuert werden.