Gastronomie

Miet- und Pachtpreise von Restaurants sorgen für Verwunderung

Teterow / Lesedauer: 3 min

Mit unterschiedlichen Miet– und Pachtkonditionen müssen sich zwei Teterower Gaststätten behaupten. Beide stehen unter den Fittichen städtischer Gesellschaften. Nun wird ermittelt.
Veröffentlicht:16.03.2023, 12:34

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Gastronomie ist ein hartes Geschäft. Viel mehr noch in Zeiten, in denen die Preise für Strom und Gas regelrecht durch die Decke gehen. Dem Restaurantbesucher etwas auf den Teller zu bringen, was ihn nicht nur anspricht, sondern vor allem auch noch bezahlbar ist, das wird für die Gastwirte zusehends schwieriger.

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Was bei der Kalkulation der Speisekartenpreise natürlich immer eine wichtige Rolle spielt, sind die Kosten für Miete oder Pacht, die Gastronomen für ihr Restaurant zu zahlen haben. Zwei Teterower Restaurants kämpfen da offenbar unter sehr unterschiedlichen Vorzeichen. Das sind die Gaststätte „Zur Stadtmühle“, für die seit einigen Tagen ein neuer Pächter gesucht wird, und der „Wendenkrug“ auf dem Teterower Burgwall.

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Eigentlich sollte die Stadtmühle im März wieder ihre Türen öffnen. Doch nun hat der Betreiber die Reißleine gezogen. (Foto: Thomas Koch)

Beide Gastlichkeiten stehen unter den Fittichen von städtischen Gesellschaften. Um die „Stadtmühle“ kümmert sich die Teterower Wohnungsgesellschaft (TWG), um den „Wendenkrug“ die Stadtwerke. Nun sind die Miet– und Pachtpreise bekannt geworden, die für beide Gaststätten zu zahlen sind. Und die unterscheiden sich erheblich.

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Nach Nordkurier–Informationen liegt die Gewerbemiete für das Restaurant am Mühlenteich bei 2800 Euro monatlich. Jährlich wären das also über 33.000 Euro. Weitaus günstiger kommt da die Event– und Veranstaltungsagentur (EVA) weg. Die ist seit einigen Jahren Pächter vom „Wendenkrug“ und überweist für eine Burgwallsaison alljährlich eine Pacht von insgesamt nur 6000 Euro an die Teterower Stadtwerke. Wie kommen diese Unterschiede zustande? Schließlich stehen doch hinter beiden Restaurants städtische Gesellschaften.

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Die Event– und Veranstaltungsagentur (EVA) überweist für den „Wendenkrug‟ alljährlich eine Pacht von 6000 Euro an die Stadtwerke. (Foto: Simone Pagenkopf)

Er sei erstaunt und sogar erschüttert darüber, dass die Presse über Betriebs– und Geschäftsgeheimnisse einer kommunalen GmbH verfüge, teilte dazu Teterows Bürgermeister Andreas Lange (parteilos) mit. Und will offenbar schwere Geschütze auffahren.

Lange kündigt Ermittlungen an, um herauszufinden, auf welchem Kanal solche Informationen nach außen gelangen konnten. Gegen wen sich die Ermittlungen konkret richten, das ließ der Bürgermeister in seiner schriftlichen Mitteilung offen.

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Nur so viel ließ der Rathauschef wissen: „Auskünfte sind nicht zu erteilen, wenn hierdurch die sachgerechte Durchführung von Ermittlungen erschwert, vereitelt oder gefährdet werden können. Bis das Thema geklärt ist, werden diesbezüglich keine Stellungnahmen abgeben.“

Und dennoch unternimmt er im selben Schreiben den Versuch, die Preisunterschiede zu erklären. Durch die TWG seien während der Mietzeit der Gaststätte „Zur Stadtmühle“ von Helge Apelt über 50.000 Euro für die Instandsetzung bzw. Erneuerung der Sanitärräume und der Heizungsanlage in das Objekt investiert worden. Bei einem Pachtvertrag obliege in der Regel die Instandhaltung dem Pächter. Daher sei es dann auch logisch, dass eine Pacht niedriger sei als eine Miete.

Welche Aufwendungen für Instandhaltungen die EVA für den „Wendenkrug“ bereits erbracht hat, dazu schreibt Lange nichts. Unbeantwortet lässt er zudem die Fragen, ob die Pacht für das Burgwall–Restaurant marktüblichen Konditionen entspreche und wer diese Pacht kalkuliert hat.