StartseiteRegionalMecklenburgische SchweizWo sind die Handy-Daten nach Malchiner Todesfahrt geblieben?

Widersprüchliche Aussagen

Wo sind die Handy-Daten nach Malchiner Todesfahrt geblieben?

Malchin / Lesedauer: 2 min

Das Innenministerium widerspricht den Aussagen der Staatsanwaltschaft, wonach die Mobilfunk-Auswertung der Beschuldigten noch immer nicht vorliege. Es gebe eine Kopie. 
Veröffentlicht:28.10.2023, 10:50

Artikel teilen:

Der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg liegen bereits seit April die Auswertungen der Handydaten im Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall an den Weihnachtsfeiertagen in Malchin vor. Das bestätigte am Wochenende das Innenministerium des Landes auf Anfrage des Nordkurier.

Handy-Daten bereits ausgewertet

Zuvor hatte bereits der AfD-Landtagsabgeordnete Enrico Schult über eine entsprechende Aussage von Innenminister Christian Pegel (SPD) im Innenausschuss des Landtages berichtet. Wie das Innenministerium jetzt mitteilte, habe das Landeskriminalamt bereits im ersten Quartal dieses Jahres die Handy-Daten ausgewertet und die Akte vollständig an die Staatsanwaltschaft übergeben. Das Ministerium widerspricht damit Aussagen der Staatsanwaltschaft, die angegeben hatte, dass die Auswertung der Handy-Daten noch auf sich warten lasse und die Ermittlungen zum genauen Ablauf des tragischen Unfalls vor allem aus diesem Grund noch nicht abgeschlossen seien.

An diesem Ort starb die 23-Jährige. Die beschuldigte Autofahrerin (21) gab an, bei der Fahrt durch Malchin nur einen Knall wahrgenommen zu haben.
An diesem Ort starb die 23-Jährige. Die beschuldigte Autofahrerin (21) gab an, bei der Fahrt durch Malchin nur einen Knall wahrgenommen zu haben. (Foto: Stefan Tretropp)

Dass die Daten bei der Staatsanwaltschaft eventuell verloren gegangen sein könnten, dazu wollte sich das Innenministerium nicht äußern. Und doch gibt es dann noch einen Hinweis: Am 18. Oktober sei der Staatsanwaltschaft eine „Sicherungskopie des Dateninhaltes“ übersandt worden. Das war ein Tag, nachdem der Nordkurier wegen der schleppenden Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft nachgefragt hatte. 

Beschuldigte will nur einen Knall bemerkt haben

Die Ermittler hatten nach dem Unfall die Handys sowohl des 23-jährigen Opfers, als auch einer 21-jährigen Autofahrerin sichergestellt, die bei der Fahrt durch Malchin zum Unfallzeitpunkt lediglich einen Knall an ihrem Auto wahrgenommen haben will. Inhalte der Mobilfunk-Kontakte könnten Aufschluss darüber geben, wie die Beschuldigte den Unfall tatsächlich wahrgenommen hat.