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Wirtschaft 

Angriffe der Huthi-Rebellen machen einem Unternehmer aus der Müritz zu schaffen

Waren / Lesedauer: 2 min

Von globalen Krisen und Konflikten ist auch eine Müritzer Firma betroffen. So müssen die Riesenpropeller aus Waren aktuell einen Riesenumweg machen. 
Veröffentlicht:10.02.2024, 12:15

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„Wir müssen halt schneller fertig werden“, sagt Lars Gratsch mit hanseatischer Gelassenheit. Globale Krisen und Konflikte bringen den Geschäftsführer der Mecklenburger Metallguss (MMG) nicht aus der Ruhe und auch nicht vom Erfolgskurs ab. Dabei sorgen die Angriffe jemenitischer Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer aktuell für Verzögerungen bei der Auslieferung der Schiffspropeller. 

Wie Lars Gratsch dem Nordkurier sagte, können die Containerschiffe auf ihrem Weg nach China der Südkorea nicht mehr durch das Rote Meer in Richtung Indischen Ozean fahren, sondern müssen um Afrika herumfahren. Dadurch verlängert sich die Fahrzeit um zehn bis zwölf Tage und die Kosten steigen pro Strecke und Propeller um 6000 Euro. „Die Kunden haben dafür aber Verständnis. Die aktuellen Probleme stehen in keinem Verhältnis zu dem, was wir am Anfang der Corona-Pandemie bewältigen mussten“, sagte Lars Gratsch. 

Geschäftsführer Lars Gratsch sieht das Unternehmen trotz der Probleme auf Erfolgskurs.
Geschäftsführer Lars Gratsch sieht das Unternehmen trotz der Probleme auf Erfolgskurs. (Foto: ZVG/MMG)

Natürlich wäre es gut, wenn sich die Situation schnell verbessern würde. Ungeachtet dessen sei das Unternehmen aber sehr erfolgreich. „Die Auftragslage ist gut. Wir fahren fast Rekordzahlen und können dadurch die Probleme wegbügeln“, sagte Gratsch.

Fast volle Auftragsbücher

Grund für den Erfolg ist die Entwicklung der Technologie „Retro-Fit“. Seit zehn Jahren werden laufende Containerschiffe mit viel effektiveren Schiffsschrauben ausgerüstet. War die Nachfrage bei den Reedern am Anfang noch verhalten, weil sie abwarteten, wie die Regularien zum CO2-Verbrauch der Containerschiffe aussehen werden, seien die Auftragsbücher jetzt voll. Fast 60 Prozent der Aufträge seien Umrüstungen auf neue und effizientere Propeller, die dazu beitragen, den CO2-Ausstoß zu verringern. „Wir bieten das an, was sie brauchen und wollen, um die Regularien zu erfüllen. Dabei statten wir nicht nur ältere Schiffe mit neuen Propellern aus, sondern auch noch recht neue“, erklärte Lars Gratsch. Mit aktuell 210 Angestellten trotz Altersabgänge sei das Unternehmen gut aufgestellt. 

Seit über 150 Jahren gibt es die Mecklenburger Metallguss GmbH, seit mehr als 70 Jahren stellt sie Schiffspropeller am Firmenstandort in Waren an der Müritz her. Im vergangenen Jahr wurde das Unternehmen als Innovationstreiber mit einem Preis vom Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik ausgezeichnet für die lange gemeinsame Forschungsarbeit zur Entwicklung von innovativen Automatisierungslösungen, vor allem in den Bereichen der Großrobotik sowie der additiven Fertigung. 

Ein wichtiger Meilenstein der gemeinsamen Projektarbeit war die Einführung eines Großroboters im Jahr 2015, der simulationsgestützt und mithilfe von Sensorik Markierungsbohrungen auf Propellergussrohlingen bohrt.