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Das sind die Pläne für das Kloster Malchow bis 2026

Malchow / Lesedauer: 3 min

Das Kloster in der Inselstadt Malchow soll wieder mit mehr Leben gefüllt werden. Wie genau das gelingen soll, wurde jetzt in der Werleburg vorgestellt.
Veröffentlicht:19.12.2022, 05:53

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Seit Jahren wird an der historischen Klosteranlage in Malchow gewerkelt, gegraben und gebaut. Ziel ist es, das historische Gemäuer unter Einbindung der Kirche mit dem darin befindlichen Orgelmuseum in einen Anziehungspunkt für geschichtlich interessierte Touristen zu verwandeln. Wie das im Detail aussehen soll und welcher Ablauf geplant ist, erfuhren die Stadtvertreter in ihrer wahrscheinlich letzten Sitzung des Jahres am Donnerstagabend in der Werleburg.

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Ute Lehmann-Kraekel, Bereichsleiterin Stadterneuerung bei der LGE in Schwerin, stellte das künftige Nutzungskonzept für die Jahrhunderte alte Klosteranlage vor, gemeinsam mit Kustorin Dr.  Shirley Brückner. Demnach soll im kommenden Jahr der Architekten-Wettbewerb für die nächsten Bereiche ausgeschrieben werden. Dabei geht es nicht nur um den Eingangsbereich aller geplanten Museen auf dem Gelände, sondern ebenso um die Innensanierung und den Kreuzganginnenhof. Weil das Kloster zum national bedeutsamen Denkmal erklärt werden soll, hoffen die Initiatoren auf zusätzliche Bundeskulturmittel für die Umgestaltung. Der Antrag, der im kommenden Jahr gestellt werden soll, hat nach Aussage von Ute Lehmann-Kraekel gute Chancen, weil „die bisherige Sanierung beispielhaft gut gelungen ist“.

Weitere Ausstellung zu den einstigen Bewohnerinnen

Außer dem Orgelmuseum und dem Kunstmuseum – dessen Exponate ja hauptsächlich im Zusammenhang mit dem heimischen Künstler Rudolf Gahlbeck stehen – soll im Gebäude Kloster 29-32 eine weitere Ausstellung dauerhaft beheimatet werden. Sie wird sich mit den ehemaligen Bewohnerinnen befassen und in deren ehemaligen Wohnräumen entstehen. Dabei handelte es sich bereits seit dem 16.  Jahrhundert nämlich nicht, wie zu vermuten stünde, um Nonnen, sondern um die unverheirateten Töchter adliger Familien.

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Für diese war dieses Kloster – ebenso wie die Klöster Dobbentin und Ribnitz – Sozialkasse und Wohnheim zugleich. Ihre Eltern ließen sie oft bereits als Kinder vormerken, denn die Wartezeit auf einen Wohnplatz konnte bis zu einem halben Jahrhundert betragen. Dafür hatten die adligen Fräulein dann Anspruch auf Versorgung und eine Heimstatt, die keineswegs eine karge Klosterzelle, sondern eher ein historisches Reihenhaus war, Gesindezimmer unter dem Dach und eigene Gartensparte inklusive.

Hausgärten sollen nach altem Vorbild neu angelegt werden

Diese Gärten hinter dem Gebäude zur Straße hin sollen im Zuge der musealen Um- und Rückbauten ebenfalls wieder nach klassischem Vorbild entstehen. Dies war ursprünglich im Zuge der Bundesgartenschau in Rostock geplant, war durch deren Absage aber bisher nicht möglich. Nun soll die Gestaltung der Hausgärten im Stil der ehemaligen Stiftsdamen spätestens 2025 ausgeschrieben werden. Bereits im Jahr zuvor soll die Innensanierung erfolgen. Dabei rechnen die Initiatorinnen fest mit Fördermitteln aus dem Städtebau in Höhe von rund drei Millionen Euro, sodass der Stadt ein Eigenanteil von rund 600.000 Euro bliebe.

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Wenn alles so klappt wie geplant, könnte das Kloster- und Stiftsmuseum im Laufe des Jahres 2026 eröffnet werden.