StartseiteRegionalMüritzTödliche Tabletten beim Fusion–Festival entdeckt

Drogen-Gefahr

Tödliche Tabletten beim Fusion–Festival entdeckt

Lärz / Lesedauer: 3 min

Der Drogen-Konsum unter vielen Besuchern des Fusion-Festivals in Lärz steht nach einem Todesfall unter besonderer Beobachtung.
Veröffentlicht:29.06.2023, 08:07

Artikel teilen:

Eine 13-jährige Schülerin in Altentreptow (Mecklenburgische Seenplatte) ist am Montag mutmaßlich an einer Ecstasy-Überdosis durch die Variante „Blue Punisher“ gestorben. Zwei weitere betroffene Jugendliche liegen auf der Intensivstation. Die Polizei warnte, dass nicht klar sei, wie viele der gefährlichen, verstärkten „Punisher“-Ecstasy-Pillen noch im Umlauf sind. 

Mit „Blue Punisher“-Pillen zur Drogenberatung

Auch auf dem Fusion–Festival in Lärz sollen nun Pillen der extrem hoch dosierten Ecstasy-Variante aufgetaucht sein. Laut dem NDR sollen sich am Mittwoch zum Start des mehrtägigen Festivals Besucher mit den blauen Pillen bei der dortigen Drogenberatung gemeldet und auch nach „Blue Punisher“ erkundigt haben.

Auf dem Fusion-Festival gibt es seit Jahren eine Drogenberatung, die auf Prävention und Aufklärung setzt und ein Notfall-Zelt mit Betten, Medizinern, Psychologen und Rettungskräften bereithält. Bei Notfällen ist der medizinische Notdienst auf dem Festivalgelände unter der Telefonnummer 039833 2740400 erreichbar.

Polizei kontrolliert verstärkt auf Drogen

Die Polizei warnt allgemein vor Drogenkonsum, aber nach den schweren Fällen der letzten Tage in Altentreptow und Neubrandenburg besonders vor den blauen „Punisher“-Pillen, da diese wohl extrem hoch mit dem Wirkstoff MDMA dosiert und damit verstärkt seien. Dadurch kann es bei Einnahme, auch schon bei nur Teilen der Pille, zu schweren Vergiftungen und sogar Lebensgefahr kommen.

Rund um die Fusion kontrolliert die Polizei, wie schon in den Vorjahren, stichpunktartig anreisende Festivalgänger – auch auf Betäubungsmittel und Fahren unter Drogeneinfluss. 2022 wurden 56 Fahrerinnen und Fahrer bei der An- und Abreise festgestellt, die verdächtigt wurden, unter Drogen am Steuer zu sitzen. Dazu gab es 80 Strafanzeigen wegen illegalen Drogenbesitzes.

Warnungen vor Drogenkonsum 

Der Chefarzt der Neubrandenburger Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Sven Armbrust, warnte im Interview vor einer Bagatellisierung von Drogenkonsum – auch auf der Fusion. Er sieht eine Entsensibilisierung bei dem Thema. „Wir erleben das ja auch gerade ganz konkret. Anfang der Woche war der Aufschrei über die Fälle hier groß. Jetzt berichten alle freudig darüber, dass das Fusion-Festival in Lärz startet. Und wir wissen alle, was dort passiert“, so der Chefarzt. Auch die CDU aus MV warnte vor einem Anstieg der „Blue–Punisher“-Opfer durch das Festival.

Andere fordern, ähnlich wie in Berlin, gerade mit Blick auf Festivals in MV eine kostenlose und anonyme Drogenprüfung (Drugchecking) für Konsumenten. So auch die SPD-Politikerin Lilly Blaudszun aus MV:

Bitte akzeptieren Sie die Marketing-Cookies um diesen Inhalt darzustellen.

Mehr lesen: Das ist über "Blue Punisher" bekannt

Zwei weitere Jugendliche befinden sich wohl wegen einer Einnahme von „Blue Punisher“ in der Neubrandenburger Klinik, es bestand zeitweise Lebensgefahr. In Brandenburg soll eine Obduktion einer verstorbenen 15-Jährigen klären, ob sie auch die Ecstasy-Variante eingenommen hatte.