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Digitale Bus-Bestellung

Elli-Bürgerbus an der Müritz bekommt eine App

Röbel / Lesedauer: 3 min

Damit die Menschen in der südlichen Müritzregion mobil sein können, gibt es den etablierten Bürgerbus jetzt auch auf dem Smartphone. Die App soll Angebot und Nachfrage ideal verknüpfen.
Veröffentlicht:15.08.2019, 10:41

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Wer als Jugendlicher in einer ländlichen Region lebt und spontan an den See fahren will, muss umständlich einen Fahrer organisieren. Das wird sich bald ändern. Das Kompetenzzentrum für Ländliche Entwicklung (Komob), das den Bürgerbus Elli in die südliche Müritzregion gebracht hat, entwickelt derzeit eine praktische App. „Mit der sogenannten B.USnow App können die Jugendlichen einen Elli-Bus ordern“, erläutert Komob-Chef Professor Udo Onnen-Weber.

Hintergrund: Gerade im ländlichen Raum fahren viele Busse fast ohne Insassen. Insbesondere Rufbusse leiden darunter, dass meist nur ein oder zwei Passagiere auf den 40 Sitzen Platz nehmen. Die App B.USnow dagegen bündelt und vermittelt Fahrten, um Mobilitätsbedarf und ÖPNV-Angebot optimal zu verknüpfen, erläutert Onnen-Weber. Vor allem Jugendliche sollen sich über die App zu gemeinsamen Fahrten verabreden. Der Fahrplan der gemeinsamen Fahrt werde automatisch an alle herumgeschickt. Zudem werde die Tour des Busses, die sicherstellt, dass alle abgeholt werden, mit der App festgelegt. Vor den Sommerferien habe es bereits ein Testphase gegeben. Sie sei relativ erfolgreich gelaufen, so Onnen-Weber. Allerdings seien bei der Nutzung noch einige Schwächen aufgetreten. So sei beispielsweise in einem Fall die Busbestellung bei dem Fahrer nicht angekommen. Solche Fehler müssen nun noch nachprogrammiert werden, so Onnen-Weber.

Elli bedient im Amt Röbel-Müritz drei Strecken

Der 71-Jährige rechnet damit, dass die Schwächen Mitte bis Ende September behoben seien. „Wir wollen am 1. Oktober an den Start gehen.“ Damit die App danach von möglichst vielen Jugendlichen angenommen wird, wollen sie in den kommenden Wochen Veranstaltungen in Schulen und in verschiedenen Vereinen durchführen. „Wir hoffen auf den Schneeball-Effekt, damit dann möglichst viele Jugendliche die App nutzen werden.“

Allerdings können diejenigen, die nicht auf diese neue Möglichkeit zurückgreifen wollen, weiterhin telefonisch den Bürgerbus ordern oder die Linienfahrten vormittags wahrnehmen. Elli bedient im südlichen Amt Röbel-Müritz drei Strecken. Dieses Jahr nutzten bislang 500 Fahrgäste den Service. Sie müssen pro Ticket zwei Euro zahlen.

Das Bürgerbus-Angebot kostet rund 30.000 Euro pro Jahr. „Bislang haben wir alle Kosten aus Förderungen von Bundes- und Landesmitteln bezahlen können“, sagte Onnen. Künftig sollen die Kosten zu je einem Drittel über Fahrentgelte, Sponsoring und Kreisumlage bezahlt werden. Udo Onnen-Weber ist optimistisch, dass dieses Finanzierungsmodell aufgehen könne. Er rechne künftig mit jährlich 3000 Fahrgästen. „Hinzu kommen die Sonderfahrten, bei denen die Busse nur von den Gemeinden und den Vereinen genutzt werden dürfen und sie 30 Cent pro Kilometer zahlen müssen.“