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Ausflugstipp

Erstmalig Museumsnacht im Luftfahrtmuseum an der Müritz – kostenlos

Rechlin / Lesedauer: 4 min

Das Luftfahrttechnische Museum hatte Neues gewagt – mit Erfolg. Trotz Saisonschluss werden die Tore für zwei lange Museumsnächte nochmal geöffnet – der Eintritt ist kostenlos. 
Veröffentlicht:11.11.2023, 17:34

Von:
  • Miriam Brümmer
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Das gab es in Rechlin noch nie – eine Lange Nacht des Museums – und nun gibt es die gleich doppelt, denn am 14. und 21. November, jeweils dienstags, lädt das Luftfahrttechnische Museum bei kostenlosem Eintritt genau dazu ein. Einlass ist ab 18 Uhr und bis etwa 22.30 Uhr wird die Veranstaltung dauern.

Dankeschön zum Jubiläum

Es soll ein Dankeschön im Jubiläumsjahr sein, informierte Torsten Heinrichs vom „Förderverein Luftfahrttechnisches Museum Rechlin“ e.V., denn das Museum hat im August seinen 25. Geburtstag gefeiert. An diesem Tag hatte er einen Vortrag „25 Jahre Gemeinschaftsprojekt“ gehalten.

Das Museumsgelände heute. (Foto: ZVG/Luftfahrttechnisches Museum)

Gemeinschaftsprojekt deshalb, weil der Aufbau des Museums durch die zwei Museumsvereine und die Gemeinde zustande kam, denn die Gemeindevertreter haben seit 1993 unter anderem rund zwei Millionen Euro Fördermittel einbringen können. Den Vortrag haben viele nicht sehen können, weil sie selbst in das Fest involviert waren. Daher kam der Wunsch nach einem weiteren Vortrag und es entstand die Idee der Museumsnächte, die sich auch an Touristiker richtet.

So sah das Gelände vor dreißig Jahren aus. Seit der Zeit ist dort mit viel persönlichem Engagement ein Museum entstanden, das deutschlandweit bekannt ist. (Foto: ZVG/Luftfahrttechnisches Museum)

Nach dem Vortrag wird es eine Podiumsdiskussion zur Zukunft des Museums geben. Interessant sei dabei, wie sich die Gemeindevertreter, Touristiker und Gäste das Museum vorstellen. Zum Abschluss gibt es eine Führung durch die komplette Ausstellung. Für warme Füße soll dann ein Glühwein sorgen. Um möglichst viele Gäste und Touristiker erreichen zu können, gibt es zwei Termine.

Mehr Besucher als im Spitzenjahr 2020

Bis zur Jahresmitte sah es für das Museum alles andere als rosig aus, denn die Besucherzahlen waren bis dahin mehr als besorgniserregend. „Es war zu heiß und dann kamen die Regentage im Juli, es wurde kühler und die Gäste kamen zu uns“, beschreibt Torsten Heinrichs die glückliche Wende. So konnten 36.800 Gäste im Museum begrüßt werden. Das sind 2000 Besucher mehr als im Spitzenjahr 2020. Auf 34.000 Besucher hatte er gehofft, um die schwarze Null halten zu können.

Das Plus von 2000 Besuchern stammt aus den Monaten Februar und März, als in die bisherige fünf-Tage-Woche in diesen Monaten auf eine tägliche Öffnung erweitert wurde. „Wir werden das Modell beibehalten“, versicherte Siegfried Bialek, der Vorsitzende des Vereins „Luftfahrttechnisches Museum Rechlin“ e.V., denn es habe sich bei dem ersten Versuch in diesem Jahr um ein überschaubares Risiko gehandelt, weil die Personalkosten für die Saisonkräfte die gleichen seien. Dazu sind die Monate September und Oktober gut gelaufen.

Seit 2018 könne man in Rechlin vermehrt museal arbeiten und ein breiteres Publikum ansprechen. „Davor war hier immer ein bisschen Museum und ganz viel Sanierung, sowohl von der Gemeinde als auch von uns“, schätzt Heinrichs ein. Die Rückmeldungen der Besucher und deren Interesse an erhaltener Geschichte sei der Antrieb für jede weitere Saison.

Urenkelin von Hugo Junkers zu Besuch

Begeistert war auch Charlotte Junkers bei ihrem Besuch zu Beginn des Monats. Sie ist die Urenkelin von Hugo Junkers, dem deutschen Ingenieur und Unternehmer, der 1895 in Dessau die Firma Junkers & Co. gründete und bis 1932 Eigentümer der Junkers Motorenbau GmbH und Junkers Flugzeugwerk AG war. Charlotte Junkers hatte den Rechlinern eine Antonov 2 geschenkt und wollte nun sehen, wie es ihrem Schätzchen geht, dass sie einst von ihrem Vater bekommen hat. Bisher war das Objekt in der Halle eines Münchner Museums eingelagert.

„Die Antonov war in diesem Jahr der Besuchermagnet“, sagte Torsten Heinrichs. „Alles richtig gemacht“, habe die Spenderin begeistert gesagt, als sie davon erfuhr und die Präsentation des noch jungen Ausstellungsstückes in Rechlin sah. Sie hat versprochen, noch einmal vorbeizukommen und sich dann mehr Zeit für die Ausstellung zu nehmen.