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FFP2 statt 2G! Ladenbesitzer an der Müritz freuen sich

Seenplatte / Lesedauer: 3 min

Im Einzelhandel kommt es ab Sonnabend nicht mehr auf den Corona-Impfstatus an, sondern auf eine Maske. Unternehmer an der Müritz halten das zum Teil für überfällig.
Veröffentlicht:10.02.2022, 19:54

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Ramona Görs ist Unternehmerin aus Leidenschaft. Mit der Ankündigung, dass sie vor ihren Geschäften in Waren und Röbel endlich das „2G“-Schild von der Ladentür abhängen kann, schoss ein regelrechter Adrenalinschub durch ihre Adern. Die Erleichterung ist groß, denn die Bilanz nach einem Weihnachtsgeschäft unter 2G-Bedingungen ist ein Garant für schlechte Laune. „Der Winter ist hart genug; da muss man 30 Prozent weniger Umsatz erst einmal verkraften“, meinte die Inhaberin des Röbeler Müritzkaufhauses und des Warener Spielwarengeschäftes „Schaukelpferd“.

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FFP2-Make als kleineres Übel

Trotz aller Bemühungen, auch ungeimpften oder unvollständig geimpften Kunden trotz offiziellem Betretungsverbot Möglichkeiten für einen Einkauf zu geben, liegen die Umsatzeinbrüche auf dem landesweiten Durchschnittsniveau. „Viel lief über WhatsApp. Wir haben Kunden Bilder geschickt und sie konnten sich dann etwas aussuchen, das wir dann an die Tür brachten“, erinnerte sich Görs an ihre Art der Kundenbetreuung. Ausschluss – das wollte und konnte sich Görs nicht leisten. Dass nun wieder jeder durch ihre Geschäfte flanieren kann, freut sie. Einkaufen unter 2G-Gebot ist nach ihrer Ansicht das größere Übel im Vergleich zur FFP2-Maske, die ab Samstag im Einzelhandel vielfach obligatorisch ist. Mit dieser Meinung steht die Chefin von elf Mitarbeitern nicht allein da.

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Hoffnung: Mehr Kunden, weniger Kontrollaufwand

Gudrun Kallies vom Warener Möbelhaus Kallies trägt für rund 15 Mitarbeiter Personalverantwortung. Mit der Lockerung der Shopping-Regeln erhofft sich die Unternehmerin deutlich erhöhte Kundenfrequenzen. Im Vergleich dazu wird der Kontrollaufwand spürbar abnehmen. „Wir zählen die Kunden über Jahre hinweg“, sagt sie. Daher stellte sie nach den knapp drei Monaten unter 2G-Zutrittsbeschränkungen fest, dass rund 30 Prozent der Kunden fehlten. Die Lockerung, die auch in MVs Nachbarbundesländern gilt, ist laut Kallies „längst überfällig“.

Mit OP-Maske weniger anstrengend?

Wenn die Kunden am Samstag dann wieder unabhängig vom Impfstatus ins Möbelhaus kommen dürfen, werden sie von einem Team mit OP-Masken empfangen. Acht Stunden Kundenbetreuung bei Spuckschutzes und Sicherheitsabstand mit FFP2-Masken, die zwar eine bessere Filterleistung haben, aber mit denen eine Beratung umso anstrengender sei, ist den Mitarbeitern schlicht nicht zuzumuten, meinte Kallies auf Nachfrage und trifft damit einen Nerv mehrerer anderer Müritzer Unternehmer, mit denen sich der Nordkurier unterhielt.

Normalität ist das Ziel

Auf positive Resonanz stieß die gekippte 2G-Regel auch beim Prokuristen des Kaufhauses Stolz, UweHornung. „Wir freuen uns, dass wir mit großen Schritten in Richtung Normalität gehen. Wir erwarten für den Einzelhandel einen positiven Umsatz-Effekt – gerade für die Zeit um Ostern“, sagte Hornung. Das Unternehmen ist an der Müritz bisher mit zwei Kaufhausstandorten in Waren und Rechlin vertreten.