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Wohnungsmangel

Flüchtlings-Unterbringung stellt Stadt an der Müritz vor Probleme

Waren / Lesedauer: 3 min

Während noch der Bürgerentscheid vorbereitet wird, ist der Bürgermeister schon auf Wohnungssuche für Flüchtlinge. Denn die werden wohl schneller kommen als ein Votum.
Veröffentlicht:05.12.2023, 05:55

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„Ich habe noch keine Lösungen“, sagt Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) mit Blick auf die Unterbringung von Flüchtlingen im Heilbad. Bis zum Jahresende seien die jetzigen Kapazitäten in den Unterbringungen des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte ausgeschöpft und dann werde der Landkreis auf die Gemeinden absteuern, sagte Möller bei einem Pressegespräch. 

Freie Wohnungen gemeldet - aber es sind nur wenige

„Für die Mittelzenten Waren und Neustrelitz geht es ab Januar um die Aufnahme von 70 Menschen“, sagte Möller. Für eine Stadt mit 21.000 Einwohnern sollte dies eigentlich machbar sein, doch die Wohnungssituation stelle die Stadt vor Probleme, sagte Möller. So wurden nach einer Abfrage bei den Vermietern bisher nur acht freie Wohnungen gemeldet. Zwei von der TAG Wohnen und sechs von der kommunalen Wogewa. Zudem hätte sich eine Eigentümerin aus Waren gemeldet, die zwei größere Räumlichkeiten zur Verfügung stellen könnte. „Es sind zwei jeweils etwa 100 Quadratmeter große Säle mit Sanitärbereich. Allerdings sind die Räume auch etwas in die Jahre gekommen“, sagte Möller. 

Abstimmung am 28. Januar

Wo Flüchtlinge in Waren untergebracht werden sollen oder besser gesagt, wo nicht, darüber sollen die Warener bei einem Bürgerentscheid am 28. Januar abstimmen. Wie Möller informierte, wird es acht Wahlbereiche und die Möglichkeit der Briefwahl geben. Dafür braucht die Stadt etwa 100 Wahlhelfer. Die erste Behörde habe laut Möller bereits signalisiert, dass sie keine Mitarbeiter abstellen werde, weil es sich um eine Warener Angelegenheit handle. 

Die Frage für den Bürgerentscheid lautet: „Sind Sie dafür, dass im Eigentum der Stadt Waren (Müritz) stehende Grundstücke zwecks Errichtung von Containerdörfern zur Unterbringung von Geflüchteten an den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte verpachtet oder verkauft werden?“ Der Antrag wurde von den Fraktionen CDU und FDP/MUG gestellt und mit Stimmen der AfD wurde die nötige Mehrheit besorgt. Für die Organisation und Durchführung des Bürgerentscheides haben die Antragsteller Kosten von bis zu 30.000 Euro kalkuliert. Die beiden Sondersitzungen der Stadtvertretung zum Thema Bürgerentscheid am 18. Oktober und am 15. November haben mit Saalmiete und Sitzungsgeldern jeweils 2000 Euro gekostet. Das Votum ist dann gültig und für zwei Jahre bindend, wenn mindestens 4500 Stimmen für eine Position erreicht werden.

Leer stehende Immobilie war im Gespräch, aber ...

Der Landrat hatte in einem Schreiben die Stadt Waren aufgefordert, möglichst zeitnah Immobilien oder Flächen zu benennen, um 120 Geflüchtete unterzubringen. Lange im Gespräch war auch eine leer stehende Immobilie der Wogewa in der Witzlebenstraße. „Der Aufsichtsrat der Wogewa hat sich aber gegen den Verkauf der Immobilie an einen Investor entschieden, der dort eine Flüchtlingsunterkunft betreiben wollte“, sagte Norbert Möller. 

Der Warener Wohnungsmarkt wird auch regelmäßig beim Monitoring Stadtentwicklung durch das Büro, Wimes - Stadt- und Regionalentwicklung Rostock untersucht. Aus dem jüngsten Bericht mit Stichtag 31. Dezember 2021 geht hervor, dass es Ende 2021 in Waren 12.069 Wohnungen gab. Mittlerweile sind durch das neue Wohngebiet Warensberg einige dazu gekommen. Der Wohnungsleerstand umfasste Ende 2021 169 Wohneinheiten. Somit hatte sich die Leerstandquote von 2020 zu 2021 von 1,7 Prozent auf 1,4 Prozent verringert.