Feuer und Drogen-Delikte

Fusion in Lärz schlägt sich in der Kriminalstatistik nieder

Waren / Lesedauer: 3 min

Mehr Brandstiftungen und fast doppelt so viele Drogen-Delikte weist die Kriminalitätsstatistik für die Müritzregion aus. Die Polizei hat eine Erklärung dafür.
Veröffentlicht:01.04.2019, 21:26
Aktualisiert:06.01.2022, 14:22

Von:
  • Author ImagePetra Konermann
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Die Müritzregion führte 2018 in puncto Brandstiftungen und Sachbeschädigungen durch Feuer die Statistik im Vergleich zu anderen Regionen in der Seenplatte an: Im Jahr 2017 wurden rund um die Müritz 32 dieser Delikte registriert, im vergangenen Jahr waren es 40 – bei einer um zehn Prozent geringeren Aufklärungsquote, die 2018 bei 47,5 Prozent lag. Insgesamt wurden 2018 in der Seenplatte 153 Brandstiftungen und Sachbeschädigungen durch Feuer registriert.

Auch aktuell gibt es wieder eine Brandserie, bei der innerhalb weniger Tage mehrere Strohmieten und Hochsitze angezündet wurden. „Wir ermitteln in allen Fällen intensiv“, betonte Kathrin Jähner, Sprecherin des Polizei-Inspektion in Neubrandenburg.

Kontrollen bei der Fusion lassen Delikte steigen

Insgesamt weist die Kriminalitätsstatistik des Jahres 2018 für die Müritzregion aber weniger Straftaten aus. Ebenso eine leicht gestiegene Aufklärungsquote und im Vergleich zu 2017 rund 100 Tatverdächtige mehr, die geschnappt wurden. 3140 Straftaten wurden in der Region im Jahr 2017 begangen, 2018 waren es laut Statistik 3096. Zum Vergleich: In der gesamten Seenplatte liefen im vergangenen Jahr 15.300 Straftaten auf. Rund 20 Prozent aller Straftaten wurden demnach in der Müritzregion begangen. Die gesamte Aufklärungsquote der Polizei hat sich um einen halben Prozentpunkt verbessert und lag 2018 in der Müritzregion bei 65 Prozent – knapp über dem Landesdurchschnitt von 62,2 Prozent.

Erstaunlich: Es gab Delikte, deren Zahl sich im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt hatten. Wurden 2017 in der Müritzregion 170 Rauschgiftdelikte entdeckt, so waren es im vergangenen Jahr 331 – ein verblüffend hoher Anstieg. Polizeisprecherin Jähner kennt den Grund: „2017 hatte es kein Fusion-Festival in Lärz gegeben, im vergangenen Juli fand das Festival dann wieder statt. Wenn Rauschgiftdelikte aufgedeckt werden, dann meist durch Kontrollen“, so Jähner. Rund um das Großereignis mit 60.000 Besuchern fanden diese statt.

Zahl der Fahrraddiebstähle steigt

Die Zahl der Rohheitsdelikte wie räuberische Erpressung oder auch Körperverletzung ist dagegen von 547 Straftaten im Jahr 2017 auf 458 Taten im vergangenen Jahr gesunken. Die Aufklärungsquote bei diesen Taten ist zudem leicht gestiegen und lag 2018 bei rund 94 Prozent. Gesunken ist auch die Zahl der Gewaltkriminalität: Im vergangenen Jahr gab es 78 Fälle in der Müritzregion, im Jahr 2017 waren es 83 Fälle.

Und noch eine gute Nachricht: Die Zahl der Autodiebstähle ist in der Müritzregion gesunken und hat sich sogar im Laufe eines Jahres halbiert: 24 Autos wurden rund um die Müritz im Jahr 2017 gestohlen, 13 waren es im vergangenen Jahr. Pressesprecherin Jähner sieht vor allem in der engen Zusammenarbeit zwischen deutscher und polnischer Polizei im Grenzgebiet zu Polen eine Ursache dafür, dass die Zahl der Autodiebstähle gesunken ist.

Die Zahl die Fahrraddiebstähle ist allerdings im vergangenen Jahr gestiegen, um 32 Fälle auf dann 117. Die Chance, dass die Täter geschnappt werden und man womöglich sein Fahrrad wiederbekommt, ist klein. Denn die Aufklärungsquote ist von bereits geringen rund 13 Prozent im Jahr 2017 ist auf rund 5 Prozent in 2018 gesunken.