StartseiteRegionalMüritzGibt es bald keine Eichen und Buchen mehr in Röbel?

Klimaschutz

Gibt es bald keine Eichen und Buchen mehr in Röbel?

Röbel / Lesedauer: 3 min

Bäume werden schwächer, Äste brechen aus heiterem Himmel ab: Den Klimastress bekommen auch Röbels Bäume zu spüren und sind eine Gefahr für die Anwohner. Doch es gibt erste Ideen.
Veröffentlicht:21.09.2023, 17:40

Artikel teilen:

Die Klimaveränderungen setzten auch den Bäumen im Stadtgebiet von Röbel zu. Das geht aus dem Bericht von Steffan Gödeke, dem Sachbearbeiter und Baumkontrolleur des Amtes Röbel hervor, den er jüngst den Mitgliedern des Bauausschusses vorstellte. Weil es bei Bäumen immer um Sicherheit geht, sei es wichtig, dem Thema Beachtung zu schenken.

Abbrüche vor allem bei Kastanien

„Auffällig ist, das Laub fällt früher als sonst, ist kleiner und weniger geworden. Es gibt kahle und durchsichtige Kronen. Wir haben mehr Grünast-Abbrüche, überwiegend bei Kastanien“, und es gäbe vermehrt Pilzbefall, vor allem bei alten Linden sei das ein schwerwiegendes Thema, informierte er.

Durch die genannten Faktoren würden Schäden an den Wurzeln entstehen, was sich wiederum auf die Kronen auswirke. Das sei ein Teufelskreis, der zumindest gebremst werden müsse. Das Problem zahlreicher heruntergefallener Äste habe es kürzlich unter anderem in der Marienfelder Straße gegeben, als innerhalb einiger Tage mehrere Grünastbrüche erfolgten. Dabei sind unvorhergesehen noch gesunde und belaubte Äste vom Baum gefallen. Betroffen sind vom Grünastbruch meist große, weit ausladende Äste aus dem unteren bis mittleren Kronenbereich. Gleiches gab es unter anderem auf dem Campingplatz und in der Nähe vom Mönchteich.

Bäume werden immer schwächer und gestresster", sagt der Fachmann. 

Ein weiteres Thema sei die Trockenheit, insbesondere am Hang, wie es am Parkplatz an der Seebadstraße in der Nähe der Müritzpromenade der Fall sei. Für Bäume sei dies ein schlechter Standort, weil es durch Wind, Wasser und Sonne zur Erosion komme. Zudem seien die Bäume, die dort wachsen für den Standort ungeeignet und stünden zudem zu weit auseinander, wodurch sie noch mehr gefährdet seien, meint der Fachmann. Einen übermäßigen Befall mit Misteln gäbe es bei den städtischen Bäumen noch nicht, doch „dadurch, dass die Bäume immer schwächer und gestresster sind, wird uns das irgendwann einholen, wenn wir da nicht gegensteuern“, ist Steffan Gödeke überzeugt. Als Lösung schlug er vor, die Standorte genau zu prüfen und nur dort Neupflanzungen vorzunehmen, wo Platz für Krone und Baum ist.

Grünstreifen sind problematisch

Grünstreifen wären ebenfalls problematisch. Weil sie zu schmal sind, seien die Bäume von vornherein gestresst, wenn der Platz und auch die Wassermengen nicht ausreichen. Außerdem bringe es nichts, weiterhin Eichen und Buchen zu pflanzen. „Wir müssen uns nach anderen Stadtbäumen umschauen, die mit Trockenheit, Hitze und Salz klarkommen“, sagte er. Wichtig sei es auch, den Boden mit Stauden zu bedecken, um das Wasser im Boden zu halten. Das koste vielleicht mehr Geld in der Anschaffung, spare aber in der Pflege. Aufgrund des Zustands des Baumbestandes könnten erhebliche Kosten auf die Stadt zukommen, weshalb der Ausschussvorsitzende Stefan Müller (SPD) eine Prioritätenliste vorschlug, mit der an dem Thema weitergearbeitet werden sollte.